Autofahren in Deutschland – Das sind die Besonderheiten

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In Deutschland waren Anfang des Jahres 2019 knapp 65 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen. Gemessen an der Einwohnerzahl sind in Deutschland die meisten Autos zugelassen - im weltweiten Vergleich belegen wir also Platz eins.

Der Pkw ist also beliebt wie nie. Ein Leben ohne Auto ist für viele Bürger nicht vorstellbar. Der fahrbare Untersatz wird mit Unabhängigkeit und Freiheit verbunden und von vielen regelrecht als Grundrecht wahrgenommen. Doch welche Besonderheiten finden sich, wenn es um das Autofahren in Deutschland geht? Wir haben einige Fakten zusammengetragen.

Natürlich wissen Sie bereits, dass es in Deutschland keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt. Doch wussten Sie auch, dass es diese Regelung nur in Deutschland gibt? In jedem anderen Land der Welt gibt es festgelegte Verkehrsregeln, die die Höchstgeschwindigkeit auf den Straßen reglementieren. Natürlich gibt es bei uns eine empfohlene Richtgeschwindigkeit und Streckenabschnitte mit festgelegten Geschwindigkeiten – dennoch hat sich in den letzten Jahren ein regelrechter Autobahntourismus entwickelt. Motorsportfans aus der ganzen Welt, wollen Sportwägen ausfahren und einen ganz besonderen Kick erleben. Dabei wissen viele Touristen nicht, dass auch in Deutschland ca. 30 Prozent der Streckenabschnitte geschwindigkeitsbegrenzt sind. Die Folge: Nicht selten werden ausländische Fahrer mit deutlich überhöhtem Tempo geblitzt.

Angesichts der Rekordsumme an zugelassenen Pkws verwundert es kaum, dass Deutschland außerdem über das drittlängste Autobahnnetz der Welt verfügt. Die vielen Autos müssen schließlich von A nach B kommen. Knapp 13.000 Kilometer ist das Autobahnnetz lang und verbindet ganz Deutschland miteinander. Seit 1975 sind die Autobahnen nummeriert. Die Autobahnen werden mit ein-, zwei- oder dreistelligen Zahlen benannt. Hinter der Nummerierung steckt ein System: Besonders wichtige, großräumige oder grenzüberschreitende Autobahnen werden einstellig gekennzeichnet – regionale Autobahnen erhalten eine größere Zahl. Die meistbefahrene Autobahn Deutschlands ist übrigens die A 100 in Berlin. Auf Platz zwei folgt die A 3 im Bereich des Kölner Rings und die A 5 am Frankfurter Kreuz auf Platz drei.

In Deutschland haben Jugendliche unter 18 die Möglichkeit, am begleiteten Fahren teilzunehmen. Nach dem erfolgreichen Bestehen von Theorie- und Praxisprüfung, dürfen Jugendliche ab einem Alter von 17 Jahren ein Fahrzeug führen – Voraussetzung: Eine erwachsende Person, die mindestens 30 Jahre alt ist und seit fünf Jahren selbst den Führerschein Klasse B besitzt muss als Beifahrer dabei sein. Dies ist nicht selbstverständlich. In anderen europäischen Ländern wie den Niederlanden, der Schweiz, Kroatien, Griechenland, Italien, Dänemark oder Finnland gilt ein Mindestalter von 18 Jahren. Jugendliche in Deutschland können bereits Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln. Die jungen Autofahrer werden so in vielen Situationen mit mehr Gelassenheit reagieren können.

Interessanter Fakt: In Deutschland werden jährlich fast 37.000 Fahrzeuge gestohlen. Hierbei lässt sich ein deutlicher Trend beobachten: In Berlin ist die Zahl der gemeldeten Diebstähle besonders hoch. Die Hauptstadt ist trauriger Spitzenreiter im Autodiebstahl. Auch in Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zeigt sich eine steigende Tendenz bei der Anzahl der Diebstähle. In den restlichen Bundesländern gehen die Zahlen allerdings zurück. Traurige Bilanz der Diebstähle: Durchschnittlich werden nur 25 Prozent der Delikte aufgeklärt. Die bayrische Polizei klärt jedoch fast 60 Prozent der Diebstähle auf – eine Spitzenleistung im Vergleich zu den anderen Bundesländern.

Nummernschild ist Nummernschild? Nicht in Deutschland. Hier gibt es nicht das eine Kennzeichen, das für alle zugelassenen Fahrzeuge gültig ist. Es wird zwischen Saisonkennzeichen, Wechselkennzeichen, Kennzeichen für Oldtimer, roten Kennzeichen, grünen Kennzeichen und Kurzzeitkennzeichen unterschieden. Jedes dieser Nummernschilder besitzt eine eigene Bedeutung, die auf bestimmte Reglementierungen verweist. Auf einem Saisonkennzeichen sind der erste und letzte Monat der Gültigkeit angegeben. Ein rotes Kennzeichen wird für Prüfungsfahrten, Probefahrten oder Überführungsfahren vergeben. Fahrzeuge mit einem grünen Kennzeichen sind steuerbefreit, als Beispiel sind hier landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge zu nennen. Kurzzeitkennzeichen sind maximal fünf Tage lang gültig. Damit steckt hinter jedem Kennzeichen eine Ordnung, die der Polizei dabei hilft, Fahrzeuge richtig einzuordnen.

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