Die beliebtesten Lehrstellen der Jugend

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Es gibt sehr viele Ausbildungsberufe. Bei der Suche sollten Jugendliche an eins denken: Der Job muss einem Spaß machen. Foto: Daniel Bockwoldt

Wer sich nach der Schule für eine Lehre entscheidet, hat die Qual der Wahl: In Deutschland gibt es mehr als 300 duale Ausbildungsberufe. Trotzdem streben die meisten Azubis dieselben Berufe an. Wieso eigentlich? Und wie können Jugendliche das Problem umgehen?

Bonn (dpa/tmn) - Nach der Schule steht für viele bald die Lehrstellensuche an. Für Jugendliche ist es oft keine leichte Entscheidung, wenn sie vor der Frage stehen: Was soll ich werden? Ein technischer Beruf? Etwas mit Menschen? Oder etwas mit Medien? Die Palette der Ausbildungsberufe ist breit.

Dennoch sieht die Top Ten der beliebtesten Berufe seit Jahren ähnlich aus. Andreas Pieper vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erklärt, warum das so ist, und gibt Tipps für Jugendliche.

Einige Berufe sind bei Jugendlichen besonders beliebt - inwieweit ist das ein Problem?

Andreas Pieper: Wir beobachten seit Jahren eine relativ starke Zementierung bei der Berufswahl. Es gibt in Deutschland 328 anerkannte duale Ausbildungsberufe. Mehr als die Hälfte der jungen Frauen und rund ein Drittel der jungen Männer konzentrieren sich aber Jahr für Jahr auf lediglich 10 Berufe.

Wie kommt das?

Pieper: Das Image von Berufen spielt hierbei eine große Rolle. Technische Berufe schrecken Frauen oft immer noch ab, sie zieht es vor allem in Dienstleistungs- und kaufmännische Berufe. Auf der anderen Seite gibt es wenige Männer im pädagogischen und sozialen Bereich. Das gilt nach wie vor als unmännlich.

Welche Berufe sind derzeit am beliebtesten?

Pieper: An oberster Stelle bei männlichen Bewerbern steht der Kfz-Mechatroniker. Bei Frauen ist es aktuell die Kauffrau für Büromanagement.

Was raten Sie Jugendlichen?

Pieper: Mein Appell lautet: Erweitert euer Spektrum! Kaufmännische Berufe gibt es zum Beispiel in vielen Bereichen, nicht nur im Einzelhandel. Jugendliche sollten sich also fragen: Welche Alternativen gibt es in meiner Nähe? Sonst machen sie sich gegenseitig das Leben schwer, wenn alle um dieselben Ausbildungsplätze konkurrieren.

Ist es dann eventuell klüger, sich einen etwas ausgefalleneren Beruf zu suchen - also Instrumentenbauer statt Schreiner?

Pieper: Ich würde nicht bloß aus strategischen Gründen auf eine Nische setzen. Der Beruf muss vor allem Spaß machen. Und bei ausgefallenen Berufen wie dem Zupfinstrumentenmacher sind die Ausbildungszahlen natürlich überschaubar und regional begrenzt. Aber: Nischenberufe sind keine aussterbenden Berufe. Die haben alle ihre Berechtigung und bieten durchaus gute Beschäftigungschancen.

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