„Pro Evolution Soccer 2010“ und „Fifa 10“ kommen

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Für „Pro Evolution Soccer 2010“ darf Konami die Originalnamen der Kicker nutzen.

Köln - Die neuen Auflagen der Fußballspiele „Fifa“ und „Pro Evolution Soccer“ erscheinen. Ein erster Blick auf beide Titel zeigt, wa sich geändert hat. 

Deutschland gegen Frankreich, noch steht es 0:0. Ein Pass von Klose auf Podolski, ein ansatzloser Schuss, schon führt die deutsche Elf. Poldi spurtet zum Fanblock, reckt die rechte Faust in die Höhe und klopft mit der linken aufs DFB-Wappen seines Trikots. Ein schöner Traum von der WM in Südafrika? Nein, es ist eine Szene aus “Pro Evolution Soccer“, demnächst zu haben in der Auflage “2010“. Wie beim ebenfalls anstehenden ewigen Konkurrenten “Fifa 10“ haben die Entwickler wieder voll auf Realismus gesetzt - und sich auch sonst einiges einfallen lassen, das die Fans begeistern soll.

PES 2010 jetzt mit DFB-Lizenz

Weniger mit Einfallsreichtum als mit Verhandlungsgeschick hat die Neuigkeit zu tun, die “Pro Evolution Soccer“-Anbieter Konami jüngst auf der Messe Gamescom verbreitet hat: Podolski und Klose dürfen in der am 22. Oktober Oktober für die großen Konsolen und den PC sowie am 5. November für Playstation 2, die kleinen Konsolen und Handys erscheinenden Version endlich Podolski und Klose heißen.

Das heißt: Der Anbieter hat die Lizenz für den Kader der deutschen Nationalelf erworben, und die Kicker müssen keine Fantasienamen mehr tragen. EA Sports hat diese Lizenz für “Fifa“ schon lange - und kommt Konami in Sachen Veröffentlichung dieses Mal um einige Wochen zuvor: “Fifa 10“, entwickelt im Studio EA Canada, erscheint für sämtliche aktuellen Konsolen und PC bereits am 1. Oktober.

Die Nationalkicker-Namen sind freilich nicht die einzige Neuerung bei “Pro Evolution Soccer 2010“. Der Titel bringt zum Beispiel auch den mitspielenden Torwart, ob er nun Enke heißt oder Adler. Bewegte er sich bisher klassischerweise meist ohne Zutun des Spielers, kann der ihn nun etwa in bestimmten Momenten aus dem Kasten holen. Neu ist auch die “360-Grad-Kontrolle“: Der Spieler hat nicht mehr wie bisher im Prinzip acht Richtungen, in die er seine Kicker steuern kann - das soll jetzt sozusagen stufenlos möglich sein.

Fifa 10: Torwart wird von KI gesteuert

Und was hat sich bei “Fifa 10“ getan? Hier muss der Spieler seinen Tormann weiterhin überwiegend der KI - der künstlichen Intelligenz - überlassen. EA Sports verspricht allerdings, diese im Vergleich zum Vorgänger-Titel gesteigert zu haben. So soll der Keeper zum Beispiel eher erkennen, wenn er zu weit vor dem Tor steht. Und der Spieler muss sich bei Standardsituationen nicht mehr übermäßig herumplagen: Er programmiert vorab einfach ein paar taktische Varianten ein, und aktiviert per Knopfdruck diejenige davon, die ihm in der jeweiligen Situation als am effektivsten erscheint.

Beide Titel haben jede Menge solcher Kniffe zu bieten - das ist sicher einer der Gründe dafür, dass Heiko Gogolin von der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift “GEE“ ebenso wie andere Experten festhält: “Für viele Fans sind diese Spiele ein absolutes Großereignis.“ Es gebe sogar Leute, die sich allein für “Pro Evo“ oder für “Fifa“ eine Konsole gekauft haben.

Seit beide Spiele auch für Nintendos Wii erscheinen, seien zunehmend Gelegenheitsspieler mit von der Partie, sagt Olaf Wolters vom Branchenverband BIU in Berlin : “Die Wii gilt im Vergleich eher als Casual-Konsole, deshalb werden die Spiele dafür 'casual-gamiger' gestaltet.“ Das bedeutet: Es sind weniger Knöpfe zu drücken, was dem schnellen Spielspaß zugutekommen soll.

Lohnen jährliche Fifa und PES-Updates?

Wer nur mal fix ein Fußball-Match austragen will, ist mit einiger Sicherheit kein hartgesottener Fan von “Pro Evo“ oder “Fifa“. Lohnt es sich für ihn, die jährlichen Updates mitzumachen? “Die großen Sprünge sieht man, wenn man alle drei Jahre mal draufguckt“, sagt Heiko Gogolin. “Im Lauf eines Jahres kann sich gar nicht so viel tun.“ Langfristig betrachtet, seien die Titel aber tatsächlich immer besser geworden. Der Realismusgrad sei inzwischen enorm.

Das macht es anderen Anbietern nicht leichter, das Duell zum Kampf dreier Konkurrenten werden zu lassen. Und daher versuchen sie es gar nicht erst, auch wenn sie sich des Themas Fußball annehmen: “Das hier könnte nicht weiter entfernt sein von 'Pro Evo' und 'Fifa'“, sagte Carsten Myhill vom Anbieter Ubisoft auf der Gamescom über “Academy of Football“ - einen etwas anderen Titel rund ums Kicken.

Denn dabei steuert der Spieler nicht “Prinz Poldi“, sondern etwa den Prince of Persia - im Team mit anderen Helden des Sortiments von Ubisoft wie Altaïr aus “Assassin's Creed“. Realismus heißt hier etwa, dass Teammitglied Sam Fisher aus “Splinter Cell“ sich für kurze Zeit unsichtbar machen kann - so dass die Gegner, die Häschen aus “Raymans Raving Rabbids“, willenlos herumhoppeln. Und Trainer der “Academy“, die der Spieler durchlaufen muss, sind Pelé und die US-amerikanische Fußball-Ikone Mia Hamm.

Weder Pelé noch der Prince of Persia werden in künftigen Auflagen von “Pro Evolution Soccer“ und “Fifa“ eine Rolle spielen, soviel darf als sicher gelten. Bereits in Arbeit ist dagegen ein Modus, bei dem über das Internet 22 Leute mitspielen dürfen, wie Heiko Gogolin weiß. “Das ist technisch kein Problem - die Frage ist nur: Wie kriegt man das hin, dass es für alle 22 spannend ist?“

Von Florian Oertel, dpa

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