Viele User surfen seit NSA-Enthüllungen vorsichtiger

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Der NSA-Skandal hat viele User verunsichert. Eine Konsequenz: Sie haben wichtige Passwörter geändert. Foto: Tobias Hase

Nürnberg (dpa/tmn) - Das ganze Netz voller Spione: Die NSA-Enthüllungen von Edward Snowden haben viele Internetnutzer aufgeschreckt. Jeder Dritte hat seitdem zum Beispiel seine wichtigsten Passwörter geändert - manche haben ihr Verhalten aber auch gar nicht geändert.

Spätestens seit den NSA-Enthüllungen von Edward Snowden gilt das Netz nicht mehr als sicher. Viele Internetnutzer haben daraus Konsequenzen gezogen. Das geht aus einer aktuellen GfK-Umfrage im Auftrag von Friendscout24 hervor. Fast die Hälfte der 1100 Teilnehmer (48 Prozent) bemüht sich demnach seitdem darum, die eigenen Daten besser zu schützen.

Gut jeder Fünfte (21 Prozent) besucht zum Beispiel nur noch Webseiten, die ihm sicher erscheinen. Und ein Drittel der Internetnutzer (34 Prozent) hat wichtige Passwörter geändert. Noch radikaler geht nur eine Minderheit vor: Nur 6 Prozent der Studienteilnehmer haben den Angaben nach ganze Acccounts gelöscht. Und nur 4 Prozent nutzen das Internet insgesamt seltener.

Der Anteil der Internetnutzer, der auf die Snowden-Enthüllungen nicht reagiert hat, ist mit 47 Prozent fast genauso groß. Die Gründe dafür sind verschieden: Knapp jeder Vierte (24 Prozent) hat nach eigenen Angaben schon vorher alles zum Schutz seiner Daten unternommen. Und ähnlich viele Surfer (24 Prozent) gehen davon aus, dass es für die eigenen Daten ohnehin keinen zuverlässigen Schutz gibt. Dass private Daten auch ohne besondere Maßnahmen sicher sind, glauben dagegen nur 4 Prozent der Befragten.

Besonders hoch ist der Anteil derer, die auf die Enthüllungen reagiert haben, bei den älteren Internetnutzern: Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt er den Angaben nach bei 52 Prozent, in der Altersgruppe über 60 sogar bei 56 Prozent. Jüngere surfen dagegen vergleichsweise häufig sorglos weiter. In der Altersgruppe zwischen 14 und 19 haben mehr als die Hälfte (52 Prozent) ihr Verhalten nicht geändert, bei den 20- bis 29-Jährigen waren es sogar 57 Prozent.

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