Einbruchszahlen in Hessen 2018 deutlich gesunken:

Wie können Einwohner sich noch besser schützen?

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Wie lässt sich das eigene Heim wirklich sicher machen? Es gibt durchaus viele Möglichkeiten.

Im Jahr 2018 gab es in Hessen so wenige Straftaten, wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die die Polizei Hessen unter polizei.hessen im Februar 2019 veröffentlicht hat. Die Sicherheit ist damit so hoch wie schon lange nicht mehr und die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 64,2 %. 

Das ist der mit Abstand höchste Wert, der je in Hessen gemessen wurde. Auch die Wohnungseinbruchsdelikte sind um knapp zehn Prozent zurückgegangen. Doch was bedeutet das für Bewohner? Wie lässt sich die Sicherheit in den eigenen vier Wänden noch weiter erhöhen und was ist dabei zu beachten?

Big Brother im kleinen Kreis: Videoüberwachung

Eine Überwachungskamera im Eingangsbereich und in den Außenanlagen wirken abschreckend auf Einbrecher. Außerdem können sie helfen, ein solches Delikt aufzuklären. Bei der Ausführung gibt es jedoch viele Stolperfallen. Die kommen sowohl aus dem rechtlichen als auch aus dem technischen Bereich.

Doch worum geht es genau?

Was ist erlaubt und was nicht?

Die Überwachung des eigenen Grundstücks ist zwar grundsätzlich zulässig, jedoch nur unter der Einhaltung bestimmter Bedingungen. Werden fremde Personen innerhalb eines privaten Umfelds überwacht, müssen diese dem zustimmen.

Klar ist: Man keine öffentlichen Straßen, Wege oder Nachbargrundstücke filmen, sondern nur das eigene, private Grundstück. Es muss zudem vor Eintritt des Bereichs ersichtlich sein, dass er videoüberwacht ist. Eine Ausnahme ist nur zulässig, wenn das Interesse des Kamerabetreibers die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen überwiegt und beispielsweise der Verdacht auf Straftaten wie Einbrüche oder Körperverletzung vorliegen oder diese bereits geschehen sind.

Vor dem Aufstellen einer Videokamera gilt also: Immer die rechtliche Seite beachten!

Was sollte eine entsprechende Überwachungskamera können?

Überwachungskamera ist nicht gleich Überwachungskamera. Vor allem sollte man bei der Überwachung nicht sparen, da ein unscharfes Bild auch nicht viel besser ist, als gar kein Bild. Diese Eigenschaften gehören zu den wichtigsten, die man beim Kamerakauf beachten sollte:

  1. Kabel schlägt Akku - Am besten sind Überwachungskameras, die kabelgebunden sind. Diese ermöglichen ein gutes Bild ohne Aussetzer. So sagt teilt ein Sprecher von Topsicherheit.de mit: „Die Videoüberwachung per WLAN ist unbrauchbar, da so nur eine instabile Übertragung gewährleistet werden kann. Außerdem sind die verwendeten Frequenzen so stark genützt, dass Störungen zum Alltag gehören.
  2. Die Auflösung beachten - Eine Überwachungskamera sollte nicht weniger als zwei Megapixel aufweisen. Mit einer 1080p Auflösung erkennt man auch im gezoomten Modus noch Details.
  3. Kein zu großer Aufnahmewinkel - Es lohnt sich, Kameras zu verwenden, die einen Blickwinkel haben, der maximal 100 Grad groß ist. So lassen sich ganze Räume unverzerrt aufnehmen.
  4. Fokussierung der Nachtsichtweite - Die Nachtsichtweite sollte auf den zu überwachenden Raum ausgelegt sein. Zu große Nachtsichtweiten sorgen für eine zu starke Beleuchtung im vorderen Bereich.

Du kommst hier nicht rein: Mehr Sicherheit an Türen und Fenstern

Man kann sich noch sicher sein, sicher sein kann man sich nie.“ – Niklas Gennen

Die Überwachung ist natürlich ein Teil der Sicherungsmaßnahmen. Zusätzlich lässt sich das eigene Zuhause auch vor dem Eintreten Fremder schützen. Dafür lohnt es sich, die Sicherheit der Türen und Fenster deutlich zu erhöhen.

Sicherheitstüren als Nervfalle: So geben Einbrecher häufig auf

Ein Austausch der Eingangstür kann die Sicherheit des eigenen Zuhauses um ein Vielfaches erhöhen. Das wichtigste Kriterium ist hierbei die sogenannte Sicherheitsklasse:

Sicherheitsklassen im Überblick

Sicherheitsklasse

Erklärung

RC 1 N

Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt. Kaum Schutz gegen die Nutzung von Werkzeugen.

RC 2 N /RC 2

Verstärkter Schutz gegen Gewalteinbrüche. Zusätzlich mindestens 3 Minuten lang Schutz vor Einbruchversuchen mit Werkzeugen.

RC 3

Schutz gegen Aufbruchversuche mit Werkzeugen von mindestens 5 Minuten.

RC 4

Schutz gegen Aufbruchversuche mit Werkzeugen von mindestens 10 Minuten.

RC 5

Mindestens 15 Minuten Schutz gegen gängige Aufbruch-Werkzeuge.

RC 6

Mindestens 20 Minuten Schutz gegen die meisten Aufbruchwerkzeuge.

Tabelle 1:Sicherheitsklassen für Türen, Quelle: Baunetzwissen.de

Für Wohngebäude werden dabei oft die Sicherheitsklassen RC 2 N und RC 3 empfohlen. Diese halten Einbrecher lange genug beschäftigt, da der Durchschnittseinbrecher bereits nach wenigen Minuten entnervt aufgibt.

Vorsicht im Erdgeschoss: Sicherheitsfenster helfen

Vor allem, wenn man im Erdgeschoss wohnt, kann es sich lohnen, Sicherheitsfenster einzubauen. Auch sie werden mit der Sicherheitsklasse RC gekennzeichnet. Ein Fenster mit der Standardsicherheitsklasse RC2 steigert die Sicherheit enorm. Dies hilft dabei, Einbrecher zum Verzweifeln zu bringen, sodass diese draußen bleiben und ihren Einbruchsversuch abbrechen.

Bei Einbruch Alarm: Was sollten Alarmanlagen können?

Eine Alarmanlage in den eigenen vier Wänden kann die Sicherheit enorm steigern. Zum einen

wirkt sie abschreckend

, zum anderen alarmiert sie im Falle eines Einbruches den Notruf. Über Sensoren erkennt die Anlage, wenn Unberechtigte in das Haus eindringen. Es ist jedoch davon abzuraten, sie selbst einzubauen, um Kosten zu sparen. Eine gute Alarmanlage sollte die folgenden Funktionen aufweisen:

  • Sabotageschutz: Will jemand die Alarmanlage mit Gewalt entfernen, wird der Alarm ausgelöst.
  • Einfache Bedienung: Die Bedienung sollte nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv sein.
  • Flexible Einstellungen: Eine gute Alarmanlage besitzt viele Einstellungen, die zum Beispiel eine Teilüberwachung ermöglicht. So kann man Zimmer auswählen, die überwacht werden, während man in anderen Zimmern schläft.
  • Notstorm-Versorgung: Kommt es zu einem Stromausfall oder wird die Stromzufuhr gestoppt, sollte die Alarmanlage mit einem Notstromakku weiterlaufen können.

Hacker freuen sich: Schwachstellen von Alarmanlagen

Gerade bei selbsteingebauten Alarmanlagen freuen sich Hacker. Durch Sicherheitslücken können sie Zugangsdaten erspähen und über die Sicherheitskameras, Einblicke in die Privatsphäre erlangen. Außerdem sind sie in der Lage die Alarmanlage ganz einfach auszuschalten. Das liegt daran, dass die Fernbedienungen in den seltensten Fällen mit einer Verschlüsselung ausgestattet sind. Dadurch kann die Frequenz genutzt werden, um sie zu deaktivieren.

Deshalb gilt: Auf die Fernbedienung verzichten oder nur Anlegen mit guter Signalverschlüsselung kaufen!

Alarmanlagen und Smart Home – ein starkes Team?

Ist das Haus mit Smart Home Systemen ausgestattet und mit der Alarmanlage verbunden, lässt sich so die Sicherheit erhöhen. Man kann sich über das Smartphone Bilder der Überwachungskameras einholen. Außerdem lässt sich das Ganze so einstellen, dass die Alarmanlage eine Nachricht ans Smartphone sendet, fall sie ausgelöst wurde.

Eine optimale Lösung für einen schnellen Blick, ob alles ok ist!

Du bist nicht allein

Wer länger von zu Hause weg ist, kann das Smart Home aber auch noch besonders smart nutzen: Einfach Anwesenheit vortäuschen! Ob nun eine automatische Jalousien-Steuerung oder das automatische Anschalten von Licht zu bestimmten Zeiten: Auch dies schreckt potenzielle Einbrecher ab.

Fazit: Einbruchschutz bietet heute viele Möglichkeiten

Zwar ist es in Hessen im letzten Jahr so sicher wie noch nie. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist um mehr als 10% zurückgegangen. Trotzdem lässt sich die Gefahr eines Einbruchs niemals vollkommen ausräumen. Aus diesem Grund kann es nicht schaden, sich Gedanken um die Sicherheit der eigenen vier Wände machen. Letztlich sind solche Maßnahmen vor allem dazu da, Gelegenheitseinbrecher von einem Einbruch abzuhalten. Wer als Profi gezielt in eine Wohnung kommen möchte, schafft dies häufig auch.

Optionen nutzen und Einbrecher abschrecken

Aus dem vielfältigen Maßnahmenkatalog stechen vor allem die Videoüberwachung sowie die Sicherheit der Einfallstore Fenster und Türen hervor. Entsprechende Sicherheitstüren halten mit großer Wahrscheinlich einen Großteil aller Einbrecher auf. Wer zusätzlich noch Smart Home Systeme implementiert, rundet das Sicherheitsprogramm gut ab!

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