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Herrgottbescheißerle: erfunden, um in der Fastenzeit sündigen zu können

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Von: Maria Wendel

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Herrgottbescheißerle, was soll das sein? Warum schwäbische Maultaschen so heißen und wie Sie die Leckerei einfach selber machen, erfahren Sie hier.

Herrgottbescheißerle sind tatsächlich einfach ein sehr malerischer Name für schwäbische Maultaschen. Der Name wird auf eine Legende zurückgeführt, nach der Mönche des Klosters Maulbronn (deshalb auch „Maul“-taschen) im Dreißigjährigen Krieg ein großes Stück Fleisch geschenkt bekommen haben. Es war allerdings gerade Fastenzeit, das heißt, für Mönche war der Verzehr von Fleisch bis Ostersonntag untersagt. Was also tun? Die Mönche bedienten sich einer List: Sie hackten das Fleisch klein, mischten es mit Spinat und Kräutern aus dem Klostergarten und versteckten es in Teigtaschen. Auf diese Weise, so die Theorie, könne der Herrgott die Sünde nicht sehen. Für Schwaben gehören Maultaschen zu den traditionellen Gerichten an Ostern, vor allem an Gründonnerstag und Karfreitag. Maultaschen schmecken aber natürlich auch außerhalb der Fastenzeit und Ostern ganz wunderbar. Maultaschen selber zu machen ist gar nicht so schwer, das folgende Rezept begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Zubereitung.

Maultaschen mit gerösteten Zwiebeln, Käse, Salat und Tomaten, serviert auf gelbem Holztisch.
Maultaschen sind angebraten oder in Brühe serviert ein schwäbischer Klassiker. © CHROMORANGE / Roman Maerzinger via www.imago-images.de

Herrgottbescheißerle: schwäbische Maultaschen selber machen – die Zutaten

Portionen:20
Zubereitungszeit:90 Minuten
Schwierigkeitsgrad:mittel

Herrgottbescheißerle-Rezept: So machen Sie schwäbische Maultaschen selbst

  1. Für die Füllung: Zuerst lassen Sie den TK-Spinat in einem Sieb auftauen. Danach gut ausdrücken und kleinhacken. Schälen und schneiden Sie die Zwiebeln klein und schneiden Sie die Lauchzwiebeln in Streifen. Braten Sie die Zwiebeln, die Lauchzwiebeln und den Bauchspeck in dem Butterschmalz an. Danach etwas abkühlen lassen.
  2. Brausen Sie die Petersilie ab und schneiden Sie sie klein. Geben Sie Hackfleisch, Brät, Spinat, 4 Eier und die Zwiebel-Speck-Mischung aus der Pfanne in eine große Schüssel. Mischen Sie diese Zutaten gut durch (mit der Küchenmaschine oder per Hand) und würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Seien Sie nicht zu sparsam mit den Gewürzen!
  3. Sobald alles gut eingearbeitet ist, geben Sie je ein weiteres Ei dazu und kneten weiter, bis alle 10 Eier verbraucht sind. Wundern Sie sich nicht: die Fleischfüllung ist sehr matschig, denn sie soll gut zu verstreichen sein und eine Verbindung mit dem Nudelteig eingehen.
  4. Maultaschen herstellen: Rollen Sie eine Rolle Nudelteig auf der Arbeitsfläche aus und bestreichen Sie ihn mit Eiweiß, damit er an der Fleischfüllung haftet. Verstreichen Sie die Fleischfüllung 1 bis 1,5 cm dick auf dem Nudelteig. Rollen Sie die zweite Rolle Nudelteig über der Fleischfüllung ab und drücken Sie diesen leicht an. Fahren Sie so fort, bis Nudelteig und Fleischfüllung aufgebraucht sind. Lassen Sie die Teigplatten 10 bis 15 Minuten liegen, dann haften sie besser an der Füllung.
  5. Bringen Sie in einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen. Schneiden Sie mit einem Messer oder Pizzaschneider längs die gefüllten Teigplatten in der Mitte durch. Schneiden Sie diese beiden Streifen nochmals in der Mitte durch, sodass vier Streifen entstehen. Nun schneiden Sie sie in Vierecke mit 10-12 cm Breite. Die Ränder können Sie offen lassen, da die vielen Eier für Bindung sorgen. Außerdem wird das Kochwasser so zur Brühe.
  6. Maultaschen garen: Geben Sie jeweils 6 bis 8 Maultaschen ins kochende Salzwasser und lassen Sie sie bei nur leicht siedendem Wasser (nicht zu stark kochen!) 8 bis 10 Minuten gar ziehen. Die fertigen Maultaschen holen Sie mit einer Schaumkelle heraus und lassen sie in einem Sieb abtropfen. Fahren Sie so fort, bis alle Maultaschen gar sind.

Maultaschen servieren: So schmecken die Herrgottbescheißerle

Kochwasser nicht wegschütten: perfekt als Brühe

Das Wasser, in dem die Maultaschen gar gezogen sind, können Sie durchseihen und als Brühe zu den Herrgottbescheißerle servieren. Alternativ können Sie es aufheben und zum Beispiel für ein späteres Gericht einfrieren.

Die fertigen Maultaschen können Sie mit der Brühe essen oder Sie braten sie an und servieren geschmelzte Zwiebeln und Kartoffelsalat oder eine andere Beilage Ihrer Wahl dazu. Ein Klassiker ist auch diese Zubereitung: Maultaschen in Streifen schneiden, anbraten, Ei darübergeben. Guten Appetit! (mad)

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