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Bandai Namco bestätigt Hacker-Angriff – warnt Spieler vor möglichen Schäden

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Von: Philipp Hansen

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Bandai Namco ist tatsächlich Opfer eines Hacker-Angriffs geworden. Das bestätigte das Unternehmen nun offiziell und warnt Spieler vor möglichen Schäden.

Update vom 14.7.2022: Nun ist es offiziell. „Elden Ring“-Publisher Bandai Namco bestätigte dem Online-Magazin VGC gegenüber, dass das Unternehmen tatsächlich Opfer einer Ransomware Attacke geworden ist. So schrieb das Unternehmen:

Am 3. Juli 2022 stellte Bandai Namco Holdings Inc. fest, dass es einen unbefugten Zugriff durch Dritte auf die internen Systeme mehrerer Konzernunternehmen in asiatischen Regionen (außer Japan) erfahren hat.

Bandai Namco zu VGC

Nachdem die Cyberattacke registriert wurde, habe der Publisher sofort Maßnahmen ergriffen, um Schäden zu vermeiden. Allerdings könnte es trotzdem dazu gekommen sein, dass „Kundeninformationen in Bezug auf das Spielwaren- und Hobbygeschäft in asiatischen Regionen (außer Japan)„ in die Hände der Hacker gelangt seien. Ob das der Fall ist und wie groß der Schaden nach der Ransomware-Attacke ist, werde derzeit überprüft, so der Publisher.

Bandai Namco werde die Ursache für den Hacker-Angriff weiter untersuchen und wird nun die Sicherheit im gesamten Unternehmen stärken, sodass weitere Cyberattacken zukünftig verhindert werden können. „Wir entschuldigen uns aufrichtig bei allen Beteiligten für etwaige Komplikationen oder Bedenken, die durch diesen Vorfall verursacht wurden“, so das Unternehmen aus Tokio.

Bandai Namco wohl nächstes Opfer von Hacker-Gruppe, die selbst die USA schon erpressten

Erstmeldung vom 12.7.2022: Tokio, Japan – Bandai Namco soll das neuste Opfer einer Hacker-Gruppe geworden sein, die mit Erpressungen Millionen verdient. Der Videospiele-Konzern entwickelt beispielsweise für die PS5, aber immer mehr Firmen und sogar staatliche Behörden werden von solchen Ransomware-Attacken unter Druck gesetzt. Wie gehen die Kriminellen im Internet vor?

Wer wurde angegriffen? Hollywood stellt Hacker als Teenager mit Kapuzenpullovern in ihren Kinderzimmern dar, die Realität der 80er Jahre ist aber längst überholt. Weltweit operierende Firmen und sogar offizielle Behörden werden immer wieder Opfer von Cyberattacken, die von hoch spezialisierten Gruppen durchgeführt werden.

Der neuste Hack soll jetzt den bekannten japanischen Spieleentwickler rund Softwarekonzern Bandai Namco erwischt haben. Bandai Namco ist als Publisher vor allem für Videospiele wie die „Dark Souls“-Reihe, „Elden Ring“ und Spiele zu bekannten Animes wie „Dragon Ball“ bekannt. Die Firma agiert aber auch als Spielwarenhersteller und hatte 2021 einen Umsatz von 6,5 Milliarden Euro.

Elden Ring Hauptbosse Radagon
Elden Ring: begeistertert Videospieler 2022 weltweit, jetzt soll der Publisher von einer Cyber-Attacke getroffen worden sein © From Software

Das sollen die Erpresser sein: Die Cyberattacke auf Bandai Namco soll von der sogenannten BlackCat Ransomware Group durchgeführt worden sein. Die Hacker brüsten sich zumindest mit ihrem neusten Erfolg, berichten Szene-Kenner auf Twitter. Solche lose zusammenhängenden Hacker-Gruppen waren in den letzten Jahren für mehrere Attacken und Erpressungen verantwortlich:

Hacker machen mit Ransomware-Attacken Millionen an Lösegeld

So gehen die Hacker vor: Bei einer Ransomware-Attacke schleusen die Hacker Schadsoftware ins System ihrer Opfer – beispielsweise mit Trojanern. Dann werden die sensiblen Daten beispielsweise verschlüsselt, sodass die Besitzer selbst nicht mehr darauf zugreifen können. Die Hacker drohen auch damit, ihre gefundenen Insider-Infos zu veröffentlichen, sollte kein Lösegeld fließen. Die BlackCat Ransomware Group erbeutete so einerseits noch geheime Firmen-Projekte, aber auch sensible Informationen über Angestellte der Unternehmen.

Das Wort Ransomware leitet sich vom englischen Wort für Lösegeld: „ransom“ ab. Als Zusatz kommt das für IT-Begriffe bekannte „ware“, wie in Software, Hardware, ergänzend hinzu. Wie sehr sich die Lösegeld-Erpressungen lohnen, zeigt sich beispielsweise daran, dass Colonial Pipeline den Hackern etwa 4 Millionen Euro zahlte.

Call of Duty: Warzone Logo in der Hand eines Hackers mit Anonymus-Maske
Warzone fest im Griff von Hackern – So stellt man sich den stereotypen Cheater vor © Activision/unsplash (Montage)

Die meisten Videospieler selbst kennen Hacker eher als „harmlose“ Schummler, die den ehrlichen Spielern ihre Freizeitbeschäftigung verderben. Gerade in Shootern treiben solche Cheater ihr Unwesen, werden aber zur Freude aller in Warzone auch gerne gedemütigt. Dass Hacker aber vermehrt ein Problem für die teils schlecht gerüsteten Sicherheitssysteme von Ländern oder internationalen Firmen werden, ist ein ernstzunehmender Trend.

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