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Geplante Aktienrente soll Rentenbeiträge stabilisieren – und Rentner absichern

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Von: Carina Blumenroth

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Ein Leben lang arbeiten, dann in die wohlverdiente Rente gehen – aber nur einen Bruchteil des gewohnten Geldes haben. Die geplante Aktienrente soll Rentner absichern.

Wer das ganze Berufsleben noch vor sich hat, denkt vielleicht nicht direkt an die Vorsorge für das Alter. Die gesetzliche Rentenversicherung, in die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzahlen, wird es schon irgendwie regeln. Allerdings kann dies ein Trugschluss sein – denn unter anderem der demografische Wandel begünstigt es, dass viele Menschen der Generation der Babyboomer bald in Rente gehen. Auf der anderen Seite kommen nicht genug junge Menschen in das Arbeitsleben nach. Die Bundesregierung möchte jetzt einen Vorsorgefond aufstellen: die sogenannte Aktienrente. Dafür wird eine „dreistellige Milliardensumme“ benötigt, wie Bundesfinanzminister Lindner auf dem Kurznachrichtendienst Twitter klarstellt.

Ein Sparschwein mit Geld.
Ab 2023 will die Bundesregierung die Aktienrente einführen. Als Start werden aus dem Haushalt zehn Milliarden Euro dafür bereitgestellt. © Andrey Popov/Imago

Aktienrente: Was ist das eigentlich?

Die Aktienrente soll Teil der Altersvorsorge werden, dabei wird ein Teil der Rentenversicherungsbeiträge in Aktienfonds angelegt werden. Dieses System ist in anderen Ländern schon eine gängige Praxis, beispielsweise Schweden und Norwegen arbeiten mit Aktienfonds. Im Koalitionsvertrag der Ampelregierung wurde festgehalten, dass die Aktienrente auch in Deutschland eingeführt werden soll. Plan ist, dass diese als Kapitaldeckelung des Rentensystems funktioniert. Ziel dabei ist es nicht, die Rente für Einzelpersonen zu erhöhen, sondern den Beitragssatz für alle Bürgerinnen und Bürger zu stabilisieren. Konkret genutzt werden sollen die Einnahmen ab Mitte der 2030er-Jahre.

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Woher kommt das Kapital für die Aktienrente?

Aufgebaut werden soll die Aktienrente vorerst nicht mit Beitragszahlungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sonst würde die Rentenversicherung zu wenig Einnahmen erhalten. Stattdessen will die Bundesregierung den Fond mit Haushaltsmitteln aufbauen. Für den Start sind 2023 zehn Milliarden Euro dafür geplant, wie Finanztip berichtet. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) verweist im Tagesspiegel darauf, dass dies nur der Start sei. Bisher habe Lindner Ideen, wie man das Geld dafür bekomme, aber es gebe „noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung“, wie der Tagesspiegel berichtet.

Brauche ich jetzt keine private Rentenabsicherung mehr?

Da das Ziel der geplanten Aktienrente die Stabilisierung der Beitragssätze ist, bedeutet dies nicht, dass Sie mehr Geld aus Ihren Einzahlungen in die Rentenkasse erhalten. Die gesetzliche Rente soll also geplant gleich hoch bleiben. Für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in die Rentenkasse einzahlen, soll lediglich versucht werden, den Beitragssatz möglichst lange stabil zu halten. Eine private Vorsorge wird durch den Plan der Bundesregierung also nicht zwangsläufig unwichtig.

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