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„Co-Sleeping“: Kinder dürfen mit ins Bett – Experten sprechen sich dafür aus

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Von: Jasmin Farah

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„Co-Sleeping“ ist der neueste Schrei in Sachen Kindererziehung. Die Bindung des Babys zu den Eltern soll gefestigt werden. Experten geben grünes Licht.

Die ersten Monate mit einem Neugeborenen sind für frisch gebackene Eltern magisch, aber auch anstrengend. Vor allem, wenn es das erste Kind ist. Dann ist man sich noch unsicher, muss erst eine Routine finden. Man hat Sorge, etwas falsch zu machen, hinterfragt sich ständig selbst. Gleichzeitig wollen Mamis und Papas von Anfang an eine enge Bindung zu ihrem Kind aufbauen. Schlafmangel macht zudem vielen zu schaffen. Wenn das Kleine dann gar nicht schlafen will, nehmen es manche mit ins Familienbett. Dort lässt es sich schließlich wunderbar stillen und danach gemeinsam einschlummern.

„Co-Sleeping“: Kinder dürfen mit ins Bett – Experten begrüßen das

„Co-Sleeping“ nennt sich der neueste Trend, der seit ein paar Jahren im Elternschlafzimmer vorherrscht. Die einen feiern es und schwören darauf, die anderen glauben hingegen, dass es der späteren Entwicklung des Kindes schaden könnte. Einige Elternteile fürchten, dass ihr Kind dadurch nicht lerne, allein zu schlafen und auch später im Leben klarzukommen. Beim „Co-Sleeping“ spielt es allerdings keine Rolle, ob das Kind im Elternbett schläft. Es reicht bereits aus, dass es im selben Raum verweilt. Und einige Experten begrüßen das sogar.

Vater und Mutter halten auf dem Bett die Füße ihres Babys in die Kamera.
„Co-Sleeping“ ist für Eltern und Kinder eine Möglichkeit, die Bindung zu ihrem Kind zu stärken. © Oscar Carrascosa Martinez/Imago

Demnach sollen neue wissenschaftliche Untersuchungen ergeben haben, dass sich Kinder im Bett der Eltern sicherer fühlen und dadurch besser schlafen können. Das sei evolutionär bedingt, schließlich sind Babys an sich sowie im Schlaf schutzlos Gefahren und Fressfeinden ausgeliefert. Deshalb hat der Nachwuchs auch bei unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlern, nah bei den Eltern geschlafen.

„Co-Sleeping“: Kinder dürfen mit ins Bett – gut für die Entwicklung

Allein, dass sich ihr Bindungssystem aktiviert, wenn sie müde werden, spricht dafür, dass sie oftmals die Nähe ihrer Mutter suchen. Demnach ist es ein Überlebensmechanismus der Babys, um sicherzustellen, Schutz, Muttermilch und Körperwärme zu erhalten.

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Doch auch Mütter haben den natürlichen Instinkt, nachts kurz aufzuwachen, um nachzusehen, ob es ihrem Baby gut geht. Das geht wiederum einfacher, wenn das Kind sicher und geborgen direkt neben ihnen liegt. Dadurch schlafen auch die Mütter ruhiger und auch schneller wieder ein. Gleichzeitig werden auch die Väter nicht geweckt, wenn die Mütter beim Stillen den Raum verlassen müssen. „Die ganze Familie bekommt mehr Schlaf“, bestätigt Sarah Ockwell-Smith, Kinderschlafexpertin und Autorin gegenüber FOCUS Online. „Und es ist eine wundervolle Möglichkeit, eine Bindung zueinander aufzubauen.“

„Co-Sleeping“: Kinder dürfen mit ins Bett – Bindung zur Mutter wird gestärkt

Darüber hinaus ist es also einfacher, das Baby häufig zu stillen, was naturgemäß ist. Auch unsere weiblichen Vorfahren hatten dafür nachts am meisten Zeit. „Nachts ist auch das Prolaktin viel höher als am Tag, und das Oxytocin fließt besser“, erklärt Still-Beraterin Elisabeth Kurth auf ihrer Webseite. Letzteres ist auch als „Kuschelhormon“ bekannt, was zudem die Bindung zwischen Mutter und Kind stärkt. Zudem unterstützt das häufige Stillen das Immunsystem des Kleinen, was ihm auch später zugutekommt.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Insgesamt zeigt sich also, dass Eltern und Kinder, die „Co-Sleeping“ betreiben, entspannter und glücklicher sind als weithin angenommen. Sie werden also nicht zu verwöhnten Nörglern, die im Leben später nicht auf eigenen Beinen stehen können, resümieren die Experten.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren und Redakteurinnen leider nicht beantwortet werden.

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