Toiletten sind Luxus

Ekelhaft oder Kunst? Kothäufchen in Zürich 

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Ekelhaft oder Kunst: Zum Welttoilettentag am 19. November hat die Entwicklungsorganisation Helvetas künstlichen Kot ausgelegt.

Zürich - Es ist ein unglaublicher Anblick: ein Platz in Zürich ist mit Häufchen gepflastert. Die Exkrementen sind aber künstlich.  Die Aktion hat einen ernsten Hintergrund.

Für mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung sind Toiletten ein unerreichbarer Luxus. Mit dem Welttoilettentag am 19. November soll auf Probleme rund um den Globus und die Bedeutung von sauberem Wasser aufmerksam gemacht werden:

Mehr als 2,6 Milliarden Menschen leben laut den Vereinten Nationen ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Betroffen sind vor allem Arme auf dem Land und Bewohner von Slums in Städten. Viele müssen ihre Notdurft ungeschützt im Freien verrichten.

Tabu-Thema

Fäkalien verseuchen die Umwelt, gelangen in Trinkwasser und machen Menschen krank. Das kostet im Jahr 260 Milliarden Dollar. Schätzungen zufolge stehen 80 Prozent aller Krankheiten in Entwicklungsländern im Zusammenhang mit verunreinigtem Trinkwasser. Pro Tag sterben etwa 5000 Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die im Zusammenhang mit mangelhafter Hygiene und verschmutztem Wasser stehen. Selbst normaler Durchfall kann tödlich sein. Der Welttoilettentag soll aufrütteln.

Der 19. November ist übrigens der Gründungstag der Welttoilettenorganisation in Singapur. Unternehmer Jack Sim hat sich 2001 die Verbesserung der Toilettensituation weltweit auf die Fahnen geschrieben. Seitdem hat er Projekte und Aufklärungskampagnen gestartet. Die Vereinten Nationen würdigen seine Anstrengungen in diesem Jahr mit der Deklaration des Welttoilettentags.

Farbenfrohe Orte auf der ganzen Welt

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dpa

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