Aktuelle Studie

Krebs-Patientinnen kämpfen oft Jahre nach der Therapie mit Depression

Frau steht unter einem Baum.
+
Frauen, die an Brustkrebs erkrankt waren, leiden häufig an Depressionen. (Symbolfoto)

Brustkrebs-Patientinnen kämpfen oft Jahre nach ihrer Therapie mit Depressionen. Die Ursachen und ihre Auswirkungen sind kaum erforscht.

  • Laut einer neuen Studie haben Brustkrebs-Patientinnen häufig mit Depressionen zu kämpfen.
  • Langfristige psychische Folgen von Krebserkrankungen sind bisher kaum erforscht.
  • Einige Risikofaktoren sind den Forschern möglicherweise bereits bekannt.

Kassel - Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung unter Frauen. Laut dem Krebsinformationsdienst diagnostizieren Ärzte jedes Jahr mehr als zwei Millionen Neuerkrankungen - davon allein in Deutschland jährlich rund 69.000. Dank stetigen Fortschritten in Diagnostik und Therapie steigen aber auch die Überlebenschancen nach einer Krebs-Diagnose.

Neben der körperlichen Belastung einer Krebserkrankung ist auch die psychische Verfassung von erkrankten Personen nicht zu vernachlässigen. Darauf aufmerksam macht nun eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums, bei der Frauen auf Anzeichen von Depressionen untersucht worden sind.

Krebs: Langfristige Auswirkungen auf Psyche bislang wenig erforscht

„Während das Auftreten von Depressionen innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Brustkrebstherapie bereits recht gut untersucht ist, ist über die Häufigkeit von Depressionen bei Langzeitüberlebenden bislang wenig bekannt“, so Volker Arndt, Epidemiologe im Deutschen Krebsforschungszentrum. Man wolle nun erfahren, welche Rolle Depressionen bei Patientinnen auch noch viele Jahre nach dem erfolgreichen Kampf gegen den Krebs spielen.

Depressionen folgen auf Krebs: Einige Risikofaktoren möglicherweise schon bekannt?

3.100 Überlebende, deren Brustkrebs-Therapie zwischen fünf und sechzehn Jahre zurückliegt, wurden bei der Studie untersucht. Zum Vergleich wurden 1.000 Frauen hinzugezogen, die nie an Krebs erkrankt waren. Es fiel auf, dass Frauen, die in der Vergangenheit an Brustkrebs erkrankt waren, häufiger unter Depressionen litten.

Frauen, bei denen der Krebs wiedergekehrt war, waren besonders stark betroffen. Aber auch höheres Alter, Übergewicht, sowie eine fehlende Berufstätigkeit gelten als Risikofaktoren für Depressionen. Abschließend meint Arndt, dass die Daten zeigen, wie wichtig es sei, nicht nur die rein körperlichen Symptome, sondern auch die psychischen, zu therapieren. (Nail Akkoyun)

Video: Studien zu Krebs - Diese Faktoren erhöhen das Brustkrebs-Risiko

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare