Sehnsucht nach Afrika

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Großes Theater in der Wildnis: Wie einst Karen Blixen gehen Urlauber heute in Kenia auf Luxus-Safari.

Sie ist in Kenia fast so bekannt wie Staatsgründer Yomo Kenyatta. Ob schwarze oder weiße Bevölkerung – die Menschen lieben Karen Blixen.

Weil sie dem Land mit ihrem Roman „Out of Africa“ ein Denkmal gesetzt hat. Ihr ehemaliges Farmhaus in einem Vorort von Nairobi ist heute Museum und Pilgerstätte für Afrika-Romantiker. Am 17. April wäre Karen (auch Tania) Blixen 125 Jahre alt geworden.

„Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß der Ngong-Berge.“ Als die Dänin Karen Blixen mit ihrem Mann, Baron Bror Blixen, 1917 das Farmhaus Mbogani bezieht, liegt es tatsächlich mitten in der Wildnis. Giraffen stolzieren morgens über das Gelände, nachts ist das Brüllen der Löwen zu hören.

Am 17. April wäre Karen (auch Tania) Blixen 125 Jahre alt geworden.

Heute braucht der Bus aus dem Zentrum von Nairobi gerade einmal 30 Minuten, um in den Villenvorort zu gelangen, der nach seiner berühmten Bewohnerin „Karen“ heißt. Von den 6000 Morgen Land, die einstmals zur Blixen-Kaffeefarm gehörten, ist nur noch ein Garten geblieben. Der große Esstisch steht immer noch vor dem Kamin, das Grammophon, Bücher und Bilder – alles an seinem Platz, als ob sie hier erst gestern ausgezogen wäre. Nur den alten hölzernen Wandschirm, bemalt mit Palmen und Hunden, den hatte sie mitgenommen, als sie Kenia 1930 verlassen musste, nach einem verzweifelten Versuch, die Farm doch noch vor dem Ruin zu retten.

Hier hat die Kaffeebaronin gelebt: Das Karen Blixen Museum bei nairobi ist täglich von 9.30 bis 18 uhr geöffnet. infos (in englisch) unter www. museums.or.ke

Karen Blixen hat nicht einfach nur in Afrika gelebt, sie hat ihr Leben in Afrika zelebriert. Lifestyle in der Wildnis – zusammen mit dem englischen Großwildjäger und Buschpiloten Denys Finch Hatton hat sie das große Safari- Abenteuer inszeniert. Das hatte Vorbild-Charakter. Die luxuriösesten Zeltcamps in den Nationalparks Tsavo, Masai Mara oder Amboseli tragen heute ihre Namen, erinnern mit Bildern und nostalgischer Ausstattung an zwei Menschen, deren Wurzeln für immer in Afrika geblieben sind. Es ist der Stoff, aus dem Träume sind – und Hollywood-Filme. „Out of Africa“ wurde 1985 mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt.

Die Dänische Regierung hatte Karen Blixens Farmhaus nach mehreren Besitzerwechseln 1963 bei einer Auktion gekauft und der nationalen Museumsverwaltung von Kenia übertragen. Mit Spenden der Filmproduktion konnte das Haus, das vorher einige Jahre leergestanden hatte, Ende der 80er Jahre renoviert werden.

Christine Hinkofer

SAFARI-NOSTALGIE IN KENIAS ZELTCAMPS

FINCH HATTONS Nostalgie am Wasserloch mit Nilpferd: Auf einem wildromantischen Stückchen des Tsavo-West-Nationalparks hat der deutsche Hotelier Peter Frank seinen Traum von Afrika verwirklicht. Das luxuriöse Zeltcamp ist nach dem großwildjäger Denys Finch Hatton benannt. Getafelt wird abends bei Kerzenschein und Mozart, ganz wie es Finch Hatton und Karen Blixen liebten. Drei Tage ab/ bis Mombasa ab 734 Euro mit Anreise, Pirschfahrten und Vollpension, z.B. über Thomas Cook Reisen.

Tortilis Camp im Amboseli

TORTILIS CAMP Elefanten vor dem schneebedeckten Kilimandscharo – ein Klassiker unter den Safari-Fotos. Die beste Chance für das begehrte Motiv hat man im Amboseli Nationalpark. In einer stillen Ecke am südlichen Rand und mit Blick auf das 6000 Meter hohe Wahrzeichen Ostafrikas stehen die Hauszelte des Tortilis Camps. Dreitägige Flugsafari ab/bis Mombasa ab 880 Euro, z.B. über Reiseservice Africa.

MARA SIMBA LODGE Zeltcamp am Ufer des Talek-Flusses im Wildreservat Masai Mara, Jenseits der Grenze in Tansania beginnt die berühmte Serengeti, für deren erhalt sich Professor Dr. Bernhard Grzimek Zeit seines Lebens eingesetzt hatte. Anreise mit dem Kleinflugzeug ab Mombasa in zwei Stunden. Dreitägige Safari ab 941 Euro, z.B. über Thomas Cook Reisen.

Cottars Camps in der Masai Mara

COTTARS 1920 seit 90 Jahren geht die Siedlerfamilie Cottar mit Urlaubern auf Safari in Kenias Nationalparks. Entsprechend heißen ihre Camps in der Masai Mara auch Cottars 1920. Nicht ganz billig, aber perfekt. Zu buchen zum Beispiel über Designreisen, Package ab 1030 Euro.

GOVENEROS CAMP Im Nordwesten der Masai Mara, in einem besonders wildreichen Gebiet am Mara River, verteilen sich die Wohnzelte des Governors Camps. Unterschiede gibt es in der Ausstattung und Wohnkategorie. Dreitägige Flugsafari ab 720 Euro ab/bis Nairobi, z.B. über Reiseservice Africa.

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