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Brexit schmälert Großbritannien-Reiselust nicht

Hallo, Big Ben! Großbritannien und seine Hauptstadt London locken Touristen an, daran ändert auch der Brexit nichts. Foto: Andreas Heimann/dpa-tmn
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Hallo, Big Ben! Großbritannien und seine Hauptstadt London locken Touristen an, daran ändert auch der Brexit nichts. Foto: Andreas Heimann/dpa-tmn

Die Briten sind nicht mehr in der EU. Doch anders als man vermuten könnte, hemmt das die Reiselust der Deutschen auf die Insel nicht. Ein Tourismusforscher hat dafür auch eine Erklärung.

Kiel/London (dpa/tmn) - Seit Ende Januar ist Großbritannien nicht mehr in der EU. Praktische Auswirkungen auf Reisen hat das erstmal keine - bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsphase. Man kommt also weiter mit dem Personalausweis nach England oder Wales - aber wollen die Menschen überhaupt noch dorthin, wo die Briten den Europäern doch die kalte Schulter gezeigt haben?

Laut dem Tourismusforscher Martin Lohmann hat der Brexit keinen Einfluss darauf, ob die Deutschen weiter auf die Insel reisen. Den Austritt und den Streit darum würden Menschen zwar wahrnehmen, das beschäftige sie. "Doch das Interesse für ein Urlaubsreiseziel ist davon völlig getrennt", sagt der Professor vom NIT Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa in Kiel.

Interesse an Großbritannien so groß wie nie

Tatsächlich sei das Interesse für Großbritannien aktuellen Zahlen zufolge Anfang 2020 sogar "so hoch wie nie". Zwölf Prozent der Deutschen könnten sich laut Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vorstellen, in den kommenden drei Jahren einmal nach Großbritannien zu fahren. 2010 etwa seien es acht Prozent gewesen.

Die Zahlen muss man allerdings einordnen: Denn die Menschen hätten für fast alle Ziele ein größeres Interesse, da mache Großbritannien keine Ausnahme, so Lohmann. Er nennt das einen "allgemeinen Trend zur Multi-Optionalität". Der Experte vergleicht das mit einem Kind, dem man vor Weihnachten einen Lego-Prospekt zeigt. Das Kind wird darin "fast alles" ankreuzen.

Was passiert nach der Übergangsphase?

Und was ist nun, wenn nach der Übergangsphase tatsächlich die Einreise schwieriger werden sollte und man etwa einen Reisepass oder sogar ein Visum benötigten sollte? "Das wäre eine kleine Hürde", sagt Lohmann. Aber: "Nur weil ich jetzt einen Pass vorzeigen muss und mir dort was reinkleben oder -stempeln lassen muss, wird das auf die grundsätzliche Beliebtheit Großbritanniens keinen Einfluss haben."

Gibt es vielleicht neue Grenzen in den Köpfen? Auch das würde der Tourismusforscher verneinen. "Wir reisen auch völlig problemlos nach Norwegen oder in die Schweiz, wechseln dafür Geld und so weiter", so Lohmann. "Und wir haben nicht irgendwelche Vorbehalte gegen Norweger oder Schweizer, weil sie nicht in der EU sind." Touristisch sei die EU-Mitgliedschaft kein wichtiges Kriterium.

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