Bitcoin Exchanges – zentral oder lieber dezentral?

Bitcoin-Münze auf weiteren Münzen
+
Der Bitcoin kommt immer dann in die Schlagzeilen, wenn große Kurssprünge vorliegen.

Bitcoin Exchanges oder Bitcoin Börsen sind ein integraler Bestandteil in der Welt der virtuellen Währungen bzw. ihres Ökosystems.

Vor einigen Jahren hatte Mt. Gox den Status eines Monopolisten, wurden hier doch schätzungsweise 80 bis 90 Prozent des Bitcoin/Dollar-Handels abgewickelt. Nach dem Zusammenbruch von Mt. Gox stellten sich aber Fragen nach der Sicherheit. Auf anderen Exchanges sind jedoch in kurzer Zeit die Handelsvolumina stark gestiegen. Mit dem Aufkommen dezentraler Börsen könnten sie aber wieder an Gewicht verlieren.

Regierungen und Regulierungsbehörden haben keine Möglichkeit und keine Kontrolle darüber, wer wie Bitcoins transferiert. Das liegt in der Natur der Bitcoin zugrundeliegenden Blockchain-Technologie. Sie ist dezentralisiert und immun gegen Veränderungen. Allerdings sind Börsen für Kryptowährungen in der Lage, eine gewisse Kontrolle zu übernehmen. Die Nutzer dieser Bitcoin Exchanges lassen ihre Kryptowährungen meist bei diesen Unternehmen liegen, so dass die Börsen die Entscheidungsgewalt darüber haben, was mit den Coins passiert.
Die Bitcoin-Vermittlung ist also zentralisiert, während die eigentlichen Transaktionen dezentral abgewickelt werden. Somit sind die Nutzer darauf angewiesen, dass die Bitcoin Exchanges sich nicht mit den Kryptowährungen aus dem Staub machen und sie sicher verwahren. Eine Liste von Bitcoin Börsen, denen man vertrauen kann, bietet dieses Portal. Neben diesen zentralisierten Bitcoin Börsen gibt es aber auch dezentrale Exchanges, die den Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Welche Anbieter gibt es und wie sehen die Unterschiede aus? 

Die bekanntesten zentralen Bitcoin Börsen

  • Bitstamp
  • Bitfinex
  • Ninance
  • Coinbase
  • Kraken

Die bekanntesten dezentralen Bitcoin Börsen

  • Bancor
  • Binance DEX
  • BisQ
  • Changelly
  • KyberSwap
  • Waves

Vorteile von zentralisierten Bitcoin Börsen

Zunächst einmal ist zu erkennen, dass die zentralisierten Handelsplattformen eine größere Vielfalt an Leistungen anbieten. Die dezentralen Pendants sind in ihrer Entwicklung noch nicht so weit. Zudem ist die Einführung neuer Handelspaare komplizierter. Bei den klassischen Bitcoin-Börsen werden die Kryptowährungen vom Unternehmen verwahrt, was den Handel erleichtert. Zudem werden die Kursänderungen im Kryptomarkt automatisch in der Wallet der Kunden integriert.

Gleichzeitig müssen sich die Nutzer nicht selbst um die Sicherheit der Coins kümmern. Das ist auf der einen Seite ein Vorteil für die Nutzer, weil sie womöglich nicht das Know-how haben, wie die Kryptowährungen richtig und sicher verwahrt werden. Auf der anderen Seite kann das wie im Falle von Mt. Gox oder anderen Börsen wie Binance, die das Ziel von Hackern waren, zu Problemen führen.

Auch etwaige Airdrops oder Splits werden grundsätzlich von den großen Bitcoin Exchanges unterstützt, so dass die Kunden nicht selbst dafür sorgen müssen, wie mit den virtuellen Währungen zu verfahren ist. Hier wird den Nutzern also ebenfalls Arbeit abgenommen, die viele Nutzer aufgrund des fehlenden Know-hows gar nicht durchführen könnten. Fehlendes Wissen nutzen auch Betrüger immer wieder aus und locken Bitcoin-Anleger mit hohen Renditen.

Ein weiterer großer Vorteil der zentralisierten Börsen sind die Preise, die sie den Kunden ermöglichen. Da sie in der Lage sind, viele Aufträge auf einmal zu aggregieren und sich nicht mit den komplizierten Verwahrungsfragen befassen müssen, können sie den gleichen Service zu einem günstigeren Preis anbieten. Für die meisten Nutzer sind der Komfort und die Kosten daher ausreichend starke Argumente, um die Nutzung von Bitcoin Exchanges zu rechtfertigen. Allerdings gibt es auch Risiken.

Nachteile von zentralen Bitcoin Börsen

Das größte Risiko liegt, wie bereits erwähnt, in der Möglichkeit, dass die Kryptowährungen konfisziert oder kompromittiert wird. Selbst wenn die Bitcoin Börse an sich im Sinne der Kunden handelt, ist die zentrale Aufbewahrung mit einem Honigtopf zu vergleichen, der Hacker wie die Bären anlockt.

Bei Mt. Gox sind zwischen 2011 und 2014 insgesamt 850.000 Bitcoins verschwunden oder gestohlen worden, von denen 750.000 den Kunden der damals größten Bitcoin Börse gehörten. Das führte zu dreistelligen Millionenverlusten und schlussendlich zum Bankrott der Exchange und der Einstellung des Geschäftes. Viele Nutzer blieben auf ihren Verlusten sitzen.

Aber auch die beliebte Kryptobörse Binance aus Südkorea hat es erwischt. Im Mai dieses Jahres wurden mehr als 7.000 Bitcoin mit dem damaligen Wert von mehr als 40 Millionen US-Dollar von Hackern gestohlen. Die Verluste hat Binance jedoch selbst getragen.

Weiterhin könnte die Führung einer Bitcoin Börse Entscheidungen treffen, die das Schicksal bzw. die Kursentwicklung von Bitcoin und Co. beeinflusst. Das ist beispielsweise geschehen, als die bekannte Bitcoin Exchange Coinbase die Kryptowährung Bitcoin Cash gelistet hat. Es sorgte für erhebliche Turbulenzen am Markt und Coinbase musste sich wegen Insiderhandel sogar vor Gericht verantworten.

Wie zentrale Börsen im Vergleich zu dezentralen Exchanges funktionieren

Beim Handel über eine zentrale Bitcoin Börse verwaltet das Unternehmen den Handel. Bei einer dezentralen Exchange werden die Kryptowährungen direkt über Peer-to-Peer-Verbindungen der beiden Handelspartner ausgetauscht.

Das führt allerdings zur Tatsache, dass dezentrale Börsen oft nur Kryptowährungen in andere digitale Währungen konvertieren können, während die zentralen Börsen Kryptowährungen generell in Fiat-Geld und umgekehrt konvertieren können. Die zentralen Exchanges bieten zudem eine Handelsplattform für verschiedene Paare an und ermöglichen mitunter auch einen gehebelten Handel.

Hingegen sind die Sicherheit und Zuverlässigkeit ein großer Pluspunkt für den dezentralen Austausch. Diese Exchanges laufen auf Hunderten von Nodes, was bedeutet, dass es keine Ausfallzeiten gibt. Zudem sind die privaten Schlüssel, die den Zugang zu den eigenen Kryptowährungen darstellen, sicher verwahrt.

Dafür ist jedoch die Liquidität an dezentralen Börsen allgemein schlechter, weil es nicht annähernd so viele Marktteilnehmer gibt wie bei den zentralen Exchanges. Zudem ist die dezentrale Vermittlung meist teurer, weshalb viele Nutzer Abstand von dieser Form des Handels nehmen. Gleiches gilt auch für die Benutzeroberfläche, die meist komplizierter und unübersichtlicher ist.

Die Zeit der dezentralen Bitcoin Börsen wird kommen

Bis die dezentralen Bitcoin Exchanges mit den zentralen mithalten können, muss also noch einiges geschehen. Wenn jedoch die Benutzerfreundlichkeit steigt, werden immer mehr User auf dezentrale Börsen umsteigen. Obwohl sich die Technologie schnell weiterentwickelt, kann es noch mehrere Jahre dauern, bis Lösungen auf den Markt kommen, die die Bedürfnisse der Nutzer abdecken. Bis dahin wird der Handel weiter mit den bekannten Bitcoin Börsen durchgeführt – auch, wenn ein gewisser Restzweifel ob der Sicherheit bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare