1. Werra-Rundschau
  2. Magazin
  3. Wohnen

Krankheiten und Schädlinge des Buchsbaums wirksam bekämpfen

Erstellt:

Von: Janine Napirca

Kommentare

Frau schneidet Buchsbaum
Beachten Sie diese Pflegetipps, dann wird Ihr Buchsbaum im Garten Ihnen noch viel Freude bereiten. © Imago

Inzwischen verzichten viele in ihrem Garten auf Buchsbäume. Denn die Pflanze ist häufig von Schädlingen und Krankheiten geplagt.

Der Buchsbaum ist eine wunderschöne, grüne Pflanzenart, die einst viele Gärten zierte. Mittlerweile sind jedoch viele Hobbygärtner verzweifelt, da immer wieder Krankheiten und Schädlinge dem Buchsbaum das Leben schwer machen. Ist Ihre Pflanze einmal befallen, ist es wichtig, schnell zu reagieren. Wenn Sie diese Pflegetipps beachten*, werden Sie sich auch in Zukunft an Ihren Buchsbäumen erfreuen können.

Der Buchsbaum, auch Buxus sempervirens genannt, ist eine immergrüne Pflanzenart, die in Gärten auf vielfältige Weise sehr beliebt ist. Ob als blickdichte Hecke, als geometrischer Blickfang oder ein freiwachsender Busch – durch seine Schnittverträglichkeit verwandelt der Buchsbaum so manchen Garten in einen besonderen Hingucker. Leider erfreut er sich nicht nur als Gartendeko besonderer Beliebtheit: auch einige Schädlinge und Krankheiten haben es auf den Buchsbaum abgesehen. Aber geben Sie nicht auf: mit der richtigen Pflege retten Sie befallene Buchsbäume vor dem sicheren Tod.

Lesen Sie auch: So erstrahlt Ihre Agapanthus auch nächstes Jahr in voller Blütenpracht.

Pflegen Sie Ihren Buchsbaum richtig und beugen Sie Schädlingsbefall und Krankheiten vor

Ist Ihr Buchsbaum noch nicht von Schädlingen oder Krankheiten befallen, umso besser. Aber auch wenn Ihr Buchs gesund und fit ist, kommt das nicht von ungefähr. Eine vorbeugende gute Pflege ist wichtig, damit der Buchsbaum mit einem möglichen Befall besser fertig wird. Denn eine feste Zellstruktur in den Blättern und Zweigen des Buchsbaums ist das A und O, um unerwünschte Eindringlinge fernzuhalten. Der perfekte Boden für einen Buxus sempervirens ist tiefgründig, nahrhaft und kalkhaltig. Gedüngt werden sollte der Buchsbaum im Frühjahr mit organischem Langzeitdünger. Schatten oder Sonne? An beiden Standorten fühlen sich Buchsbäume wohl, wobei Hitze ohne Luftzirkulation ihnen nicht guttut. Ebensowenig wie eine hohe Luftfeuchtigkeit. Gießen sollten Sie Ihren Buchsbaum nicht über das Laub, sondern über den Boden, um einen Pilzbefall zu vermeiden.

Frau trägt zwei Blumentöpfe mit Buchsbäumen
Schützen Sie Ihre Buchsbäume vor Krankheiten wie Buchsbaumkrebs, Buchsbaumwelke und Buchsbaumtriebsterben. © Jens Brueggemann/Imago

So verhindern Sie, dass Ihr Buchsbaum an Buchsbaumkrebs erkrankt

Auch Buchsbäume können an Krebs erkranken, an sogenanntem Buchsbaumkrebs. Das Krankheitsbild erkennen Sie an den rosa oder orange gefärbten Sporenlagern auf der Unterseite der Blätter und an den Rinden der Zweige des Buchsbaums. Charakteristisch sind auch fahlgrüne junge verdrehte Blätter, die mit der Zeit vertrocknen, braun werden und abfallen. Auch die Zweige sterben ab, nachdem die Rinde an den Triebe abgeplatzt ist.

Spritzmittel gegen Buchsbaumkrebs sind nicht zugelassen, aber Sie können die befallenen Stellen einfach abschneiden und im Müll entsorgen. Außerdem sollten Sie den Blattfall entfernen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern und die oberste Bodenschicht unter dem Buchsbaum abtragen. Heben Sie den pH-Wert der Buchsbäume vorbeugend mit Kalk an.

Auch interessant: Vorsicht vor trockener Heizungsluft: So überleben Ihre Zimmerpflanzen den Winter.

Schützen Sie Ihren Buchsbaum vor Buchsbaumwelke

Eine nicht ganz so schlimme Krankheit ist die Buchsbaumwelke. Sie befällt meist ohnehin schlecht ernährte oder durstige Stellen des Buchsbaums und breitet sich auch nicht so schnell aus. Einzelne Zweige und Blätter verfärben sich gelb und vertrocknen. Die Rinde des Zweigs wird dunkelbraun und sehr weich. Es reicht, wenn Sie die betroffenen Pflanzenteile abschneiden.

Verhindern Sie Buchsbaumtriebsterben

Die am meisten verbreitete Krankheit unter Buchsbäumen ist das Buchsbaumtriebsterben. Bei windigem und feuchtem Wetter breitet sie sich schnell aus. Sie erkennen den Befall an dunklen grauen oder braunen Flecken auf den Blättern, die immer größer werden. Auf der Blattunterseite bilden sich viele weiße Flecken, auf der Rinde schwarze Striche. Nachdem die Blätter abfallen und die betroffenen Triebe absterben, wachsen diese auch nicht mehr nach. Somit bleiben sichtbare Löcher in Ihrem Buchsbaum zurück.

Wenn Sie den Befall bemerken, sollten Sie umgehend handeln und die betroffenen Zweige abschneiden, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Mit dem Rückschnitt sollten Sie zehn Tage bis zwei Wochen warten und den Buchsbaum anschließend mit einem zugelassenen Fungizid bespritzen. Mehrere Behandlungen sind notwendig. Sie sollten die Wirkstoffe wechseln, um resistente Schädliche zu bekämpfen. Vorbeugend können Sie Ihre Buchsbäume mit Algenkalk stärken. Der Kalk trocknet die Sporen aus und verhindert eine Pilzinfektion.

Lesen Sie auch: Gift im eigenen Garten: Vorsicht vor diesen todbringenden Pflanzen!

So wird Ihr Buchsbaum den Buchsbaumfloh los

Weil der Buchsbaumfloh nur wenige Millimeter groß ist, fällt er beim bloßen Hinsehen nicht auf. Sie erkennen aber, dass Ihr Buchsbaum von diesem Schädling befallen ist, wenn die jungen Blätter schalen- oder löffelförmig nach oben gebogen und mit klebrigem Honigtau bedeckt sind. Die Larven der Buchsbaumflöhe saugen am Pflanzensaft und hinterlassen erhebliche Schäden.

Buchsbaumfloh
Buchsbaumfloh © Imago

Um Buchsbaumflöhe und deren Larven loszuwerden, reicht es aus, die befallenen Pflanzenteile zurückzuschneiden.

Bekämpfen Sie Buchsbaumspinnmilben

Buchsbaumspinnmilben mögen es vor allem trocken und warm und sind deswegen im Sommer eine Gefahr für Ihre Buchsbäume. Sie hinterlassen durch Saugen auf den Blättern weiße Sprenkel. Bei massivem Befall können die Spitzen der Triebe mit feinen Gespinsten umhüllt sein. Wenn im vorherigen Jahr Ihre Pflanzen stark von Buchsbaumspinnmilben befallen waren, kann im eine Behandlung mit Neem im Frühjahr neue Larvenbildung verhindern. Im Spätsommer und im Herbst bekämpfen Sie Buchsbaumspinnmilben und deren Eier am besten mit Rapsölpräparaten.

Auch interessant: Weihnachtsstern, Christrose, Amaryllis und Co: So blühen die Pflanzen auch im nächsten Jahr wieder.

Retten Sie Ihren Buchsbaum vor dem Buchsbaumzünsler

Der gefährlichste Schädling für Buchsbäume ist der Buchsbaumzünsler. Er überwintert im Buchsbaum und frisst ab März bis zu seiner Verpuppung 50 Blätter. Alle acht bis zwölf Wochen wächst eine neue Generation an Buchsbaumzünslern an. Am Ende bleiben meist nur die Blattrippen des Buchsbaums übrig. Bekämpfen können Sie diesen Schädlingsbefall nur, wenn Sie ihn rechtzeitig erkennen.

Garten, Pflanzen, Schädlinge, Buchsbaum, Der Buchsbaumzünsler (lat. Cydalima perspectalis) ist ein Schädling
Buchsbaumzünsler © Rainer Droese/Imago

Solange sich die Buchsbaumzünsler noch nicht in ihren schützenden Gespinsten im Buchsbaum verkrochen haben, besteht noch Hoffnung. Sie können spezielle Lockstofffallen mit einem Abstand von zwei bis drei Metern zum Buchsbaum aufhängen. Diese Falle lockt ausschließlich männliche Buchsbaumzünsler an. Konnten Sie welche entdecken, haben die Weibchen bereits ihre Eier im Buchsbaum abgelegt. Bekämpfen Sie die Schädlinge mit nützlingsschonenden Spritzmitteln wie Bacillus thuringienes oder Neem. Das gelangt ins Blattinnere und die Raupen gehen ein. Einzelne Buchsbäume können Sie an einem heißen Tag mit schwarzer Folie abdecken. Durch den Hitzestau werden die Zünslerraupen vernichtet, der Buchsbaum trägt in dieser kurzen Zeit jedoch keine Schäden davon. (jn) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare