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Rasen sanden im Frühjahr: In diesem Fall sollten Sie Sand auf der Rasenfläche verteilen

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Von: Andrea Stettner

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Sand lockert den Boden auf und verhilft dem Gras wieder zu gutem Wachstum. Wir zeigen, wie das Rasen sanden funktioniert und welche Böden dafür geeignet sind.

Wächst Ihr Rasen schlecht, obwohl Sie ihn regelmäßig mähen, düngen und wässern, sind oft verdichtete Böden Schuld. Sie sehen meist tonig und lehmig aus. Bei verdichtetem Untergrund hat es der Rasen schwer, ordentlich zu wachsen. Dadurch gewinnen Moos und Unkraut im Garten schnell die Oberhand. Auch gelblich-braune Verfärbungen der Grashalme können darauf hinweisen. In diesem Fall hilft Sand, dass das Gras wieder kräftig sprießt.

Sand auf Rasen. Bei verdichteten Böden verhilft Rasen sanden wieder zu einem schönen Graswachstum.
Bei verdichteten Böden kann das Sanden des Rasens hilfreich sein. © Steffen Kuttner/Imago

Rasen sanden: Was sind die Vorteile?

Beim Rasen sanden, auch absanden oder besanden genannt, wird eine dünne Schicht Sand auf der gesamten Rasenfläche verteilt. Der Regen spült den Sand dann in den Boden und lockern die Oberschicht auf. Schwere, dichte Böden werden so wieder lockerer, was den Wasserabzug verbessert und Staunässe verhindert. Die Gräserwurzeln bekommen zudem wieder mehr Luft und können wieder mehr Nährstoffe aus dem Boden ziehen. Ein weiterer Vorteil von Sand: Unebenheiten im Boden können damit einfach ausgeglichen werden. Zudem kann Sand auch bei der Nachsaat von Rasen helfen, dass das Grün schnell sprießt.

Besonders zu empfehlen ist diese Maßnahme der Rasenpflege bei Böden, die oft bespielt und beansprucht werden. Deshalb wird der Rasen auch auf Golf- und Fußballplätzen oft gesandet. Tiefer liegende Verdichtungen können durch sanden jedoch nicht beeinflusst werden. In diesem Fall sollte der Rasen gelüftet bzw. aerifiziert werden.

Welchen Sand verwende ich, um den Rasen zu sanden?

Bei der Auswahl des Sandes sollten Sie genau auf seine Eigenschaften achten. Das Portal Rasendoktor.de empfiehlt etwa, einen möglichst feinen Sand, etwa Quarzsand, zu verwenden. Eine Körnung von 0,5 mm bis 1,5 mm ist optimal. Im Handel ist spezieller Rasensand erhältlich. Aber auch Spielsand eignet sich oft, wenn er feinkörnig ist. Der Sand sollte zudem gewaschen sein, keine Ton- oder Schluff-Anteile mehr enthalten und optimalerweise über eine runde Körnung verfügen. Runde Körner rutschen besser in die Grasnarbe und in den Boden, während scharfkantiger Sand die Wurzelbildung behindert. Kalk sollte im Sand übrigens nur enthalten sein, wenn Sie über einen sauren Boden verfügen, da Kalk den pH-Wert des Bodens beeinflusst.

Wie oft sollte man sanden und welcher Zeitpunkt ist der beste?

Ihren Rasen sanden Sie idealerweise im Frühjahr nach dem Vertikutieren. Im Prinzip kann aber ganzjährig gesandet werden. Bei stark beanspruchten Böden sanden Sie jährlich, in den ersten zwei oder drei Jahren ist zweimal im Jahr sinnvoll. Auch bei scheren Tonböden ist ein zweites Sanden im Herbst sinnvoll.

Rasen sanden – Anleitung:

Bevor Sie mit dem Rasen sanden beginnen, sind einige Vorbereitungen nötig, damit die Maßnahme seine volle Wirkung entfaltet. Doch die Mühe wird belohnt und Sie können sich hinterher über ein sattes Grün, frei von Moos und Rasenfilz freuen. Und so geht‘s:

  1. Mähen Sie zuerst den Rasen auf drei Zentimeter Höhe ab. Jedoch nur zu den erlaubten Zeiten fürs Rasen mähen, sonst drohen empfindliche Geldstrafen.
  2. Vertikutieren Sie die Rasenfläche mit einem geeigneten Vertikutierer. Dadurch wird Moos und Rasenfilz entfernt und der Sand kann leichter in den Boden gelangen. Falls Sie den Boden zusätzlich lüften wollen, sollte dies nach dem Vertikutieren erfolgen.
  3. Verteilen Sie den Rasensand etwa ein bis zwei Zentimeter hoch auf der gesamten Rasenfläche. Sanden Sie maximal 10 Liter pro m², normalerweise reichen als Menge 3 bis 5 Liter pro m² aus. Die Grasspitzen sollten noch herausschauen. Am schnellsten geht es per Hand oder mit einer Schaufel, oder Sie nutzen einen Streuwagen.
  4. Als Werkzeug eignet sich eine sogenannte Rasenrakel, mit der Sie den Sand im Anschluss gleichmäßig auf dem Rasen verteilen können. Oder Sie nutzen einfach einen Harkenrücken dafür.
  5. Zum Schluss den Rasen wässern. So werden die Sandkörner in den Boden gewaschen.

Um erste Ergebnisse zu bewundern, müssen Sie jedoch einiges an Geduld aufbringen: Wer seinen Rasen einmal im Jahr sandet, kann sich nach drei bis fünf Jahren über kräftigere Grashalme freuen. Wer sein Unkraut im Rasen schneller loswerden möchte, kann sich mit verschiedenen Mitteln behelfen. Zudem sollten Sie gängige Fehler vermeiden, um den Rasen zu schonen. (as)

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