Mitglied einer bundesweit agierenden Betrügerbande

Bande erleichterte Seniorin um 290.000 Euro: Betrüger muss 33 Monate in Haft

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Ein falscher Polizist steht in Duderstadtvor Gericht, weil er eine Seniorin betrogen haben soll.

Das Amtsgericht Duderstadt hat am Donnerstag ein 27-jähriges Mitglied einer bundesweit agierenden Betrügerbande, die gezielt Senioren um ihr Geld zu bringen versucht, zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Das Gericht befand den aus dem westfälischen Rheine stammenden Angeklagten des gewerbsmäßigen bandenmäßigen Betruges in zwei Fällen für schuldig. Der 27-Jährige hatte gestanden, für die mit dem „Falsche-Polizisten-Trick“ arbeitende Bande als Läufer agiert zu haben. Eines der Bandenopfer war eine 86-jährige Frau aus Duderstadt, die mit perfiden psychologischen Tricks dazu gebracht wurde, nach und nach insgesamt 290.000 Euro herauszugeben. Beim dritten Übergabetermin war der 27-Jährige als Kurier eingesetzt gewesen und hatte 200.000 Euro abgeholt. Drei Wochen später wurde er mit zwei Komplizen bei einer fingierten Geldübergabe in Coburg festgenommen.

Der in Untersuchungshaft sitzende 27-Jährige hatte bereits kurz nach seiner Festnahme ausgesagt und auch Angaben zu den Bandenstrukturen gemacht. Demnach hatte ihm ein Bekannter den Kontakt zu einem Mann vermittelt, der ihm Arbeit bieten könnte. Der arbeitslose 27-Jährige, der zwei Lehren abgebrochen und beruflich nie Fuß gefasst hat, sollte bei seinem ersten Auftrag in Mainz ein Paket abholen.

Danach lud man ihn nach Istanbul ein, wo er Einblicke in ein Callcenter bekam, von dem aus offenbar solche betrügerischen Anrufe getätigt werden. „Sie wussten dann, wie der Hase läuft“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte sei zwar das letzte Glied in der Kette gewesen, habe aber gleichwohl eine wichtige Funktion innerhalb der Bande gehabt: „Ohne Sie funktioniert‘s auch nicht.“

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine mildere Gesamtstrafe von einem Jahr und elf Monaten plädiert. Bei der Strafzumessung spielten auch generalpräventive Aspekte eine Rolle. Man wolle deutlich machen, dass sich derartige Straftaten nicht lohnen. „Das war eine Sauerei, eine alte Frau so auszunehmen“, sagte der Richter. Zugunsten des Angeklagten sei zu werten, dass er Reue gezeigt und zur Aufklärung beigetragen habe. Er habe selbst nur 260 Euro für den Kurierdienst bekommen, im Vergleich zur Gesamtsumme ein winziger Betrag.

Zuvor hatte die 86-Jährige anschaulich geschildert, wie sie wochenlang von der Bande auf äußerst raffinierte Weise bearbeitet worden war. Zunächst hatte sich ein Anrufer bei der früheren Lehrerin gemeldet und sich als Beamter der Polizei in Nordhausen ausgegeben.

Der angebliche „Kriminaloberrat Thomas Müller“ berichtete, dass die Polizei zwei Verbrecher geschnappt habe, die gerade auf dem Weg zu ihr gewesen seien, um sie zu überfallen. Diese hätten einen Zettel bei sich gehabt, auf dem ihre kompletten finanziellen Verhältnisse aufgelistet seien. „Ich war völlig schockiert“, sagte die Rentnerin vor Gericht. (pid)

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