Zeitung äußerte Terrorverdacht

Ägypten schiebt Göttinger Studenten nach Deutschland ab

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Wurde in Ägypten vermisst: Der Göttinger Student Mahmoud Abdel Aziz (hier mit einem jüngeren Bruder).

Göttingen/Kairo. Die ägyptischen Behörden haben den Göttinger Studenten, der im Dezember in Kairo festgenommen wurde, nach Deutschland abgeschoben. Angeblich gab es einen Terrorverdacht.

Nach Darstellung der staatlich gelenkten Zeitung „Al-Ahram“ vom Freitag, soll Mahmoud Abdel Aziz versucht haben, sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf der Sinai-Halbinsel anzuschließen. Der Göttinger, der in Saudi-Arabien Islamwissenschaften studiert, war vor zwei Wochen bei der Einreise nach Kairo von den ägyptischen Behörden festgehalten worden und galt anschließend zunächst als verschwunden.

Die Nachrichtenseite veröffentlichte am Freitagmorgen Fotos des 23-Jährigen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen Kairo sowie ein Foto des Flugtickets von Kairo nach Frankfurt. Demnach ist der Göttinger um 2.14 Uhr zurück nach Deutschland geflogen worden. Das Auswärtige Amt in Berlin konnte die Abschiebung zunächst nicht bestätigen. Auf der Facebook-Seite seines Bruders, der mit ihm nach Ägypten gereist war, steht, dass Mahmoud von seiner Mutter und zwei anderen Geschwistern "an einem deutschen Flughafen in Empfang genommen wurde".

In Göttingen hatte der Fall für Aufsehen gesorgt. So forderte der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin die Bundesregierung auf, sich aktiv für die Freilassung des jungen Mannes einzusetzen.

Der 23-jährige Göttinger besitzt die deutsche und ägyptische Staatsbürgerschaft. In einem anderen Fall hatte das Auswärtige Amt am Donnerstag bestätigt, dass sich ein seit mehreren Wochen vermisster 18-jähriger Deutscher aus Gießen ebenfalls in Gewahrsam der ägyptischen Behörden befindet. Die Sicherheitsbehörden sollen nach dem Bericht der Zeitung „Al-Ahram“ Karten der Sinai-Halbinsel bei ihm gefunden haben. Der Beschuldigte hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.

Er war mit seinem ein Jahr älteren Bruder nach Ägypten gereist. Dieser war nicht festgehalten worden. (mit dpa)

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