Gefährliche Auseinandersetzung

Trucker-Streit an A7: Fahrer zückt Waffe - Polizei umstellt Lkw

Der Rasthof Göttingen an der Autobahn 7 bei Rosdorf: Dort soll aus einer Behelfsausfahrt eine normale Ausfahrt werden. Foto: Rampfel
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Tatort Rasthof Göttingen: Die Raststätte aus der Luft

Auf der Rastanlage Göttingen-Ost an der A7 ist am Freitagmorgen eine Auseinandersetzung zwischen zwei Lkw-Fahrern eskaliert: Ein 47-Jähriger bedrohte seinen Kollegen mit einer Schreckschusswaffe.

Aktualisiert am 23. November um 14.30 Uhr: Der Vorfall ereignete sich gegen 3 Uhr. Der 54 Jahre alte Lastwagen-Fahrer aus Litauen hatte seine Nachtruhe beendet und wollte weiterfahren. Der 47-Jährige aus Mecklenburg-Vorpommern blockierte mit seinem Lkw das andere Fahrzeug. Daraufhin klopfte der Osteuropäer an der Fahrertür seines Kollegen. Danach eskalierte die Situation und der Norddeutsche zog die Schreckschusswaffe.

Ein Mitarbeiter einer Straßenbaufirma wurde Zeuge des Vorfalls und alarmierte die Polizei. Mehrere Streifenwagen eilten zur Raststätte. Die Beamten umstellten den Tieflader, auf dem ein Radlader transportiert wurde. Der 47-Jährige gab den Beamten die geladene Schreckschusswaffe und und händigte ihnen seinen kleinen Waffenschein aus. Beides wurde von den Ermittlern beschlagnahmt.

Die Beamten der Autobahnpolizei leiteten ein Verfahren wegen Bedrohung beziehungsweise Nötigung ein.

A7: Hier befindet sich die Raststätte Göttingen:

Das ist der kleine Waffenschein

Der kleine Waffenschein ist eine Erlaubnis, mit der man bestimmte Schusswaffen führen darf. In Deutschland darf man damit beispielsweise Schreckschusswaffen (meist Nachbildungen von "echten" Waffen) besitzen. In vielen Fällen geht es um Schreckschusswaffen, die mit Tränengas-Patronen funktionieren. Man bekommt den kleinen Waffenschein nur, wenn man noch keine Vorstrafen hat. Außerdem muss man nachweisen können, dass man die betreffenden Waffen sicher aufbewahren kann. Wichtig ist: Wer diesen kleinen Waffenschein hat, der darf eine Schreckschusspistole nicht auf Demos, Konzerten oder anderen öffentlichen Veranstaltungen mitnehmen. Grundsätzlich verboten ist laut Polizei auch das Abfeuern an Silvester.

Die Polizei erklärt: "Unter Führen versteht man die Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Waffen, also das Bei-sich-Tragen von Waffen außerhalb der eigenen Wohnung, außerhalb von Geschäftsräumen, dem eigenen befriedeten Besitztum oder einer Schießstätte."

Zum Thema: Vor wenigen Wochen musste die Raststätte Göttingen-Ost gesperrt werden. Schlagzeilen machte auch ein Notfall in der Nähe der Rastanlage, wegen dem zahlreiche Lkw-Fahrer angezeigt wurden.

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