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Virologe Hendrik Streeck hat Streit mit Jan Böhmermann: „Er verbreitet Verschwörungsmythen“

Die Aussagen von Hendrik Streeck werden während der Corona-Pandemie oft kritisiert. Jetzt spricht der Virologe über die Vorwürfe von Jan Böhmermann.

  • Die Meinungen zu Corona*-Maßnahmen, Lockerungen und Impfungen gehen bei Virologen stark auseinander.
  • Hendrik Streeck ist in der Pandemie vielen Menschen ein Begriff und hat mittlerweile seinen eigenen Podcast.
  • Corona-News: Der Virologe kassiert regelmäßig harsche Kritik – nun äußert er sich in einem Interview zu dem Streit mit Jan Böhmermann.

Update vom Mittwoch, 24.03.2021, 10.45 Uhr: Hendrik Streeck gerät für seine Auftritte in Talkshows häufig in die Kritik, was seinem Ruf als Virologe anlastet. Im Interview mit dem Nachrichtenportal Watson äußert sich der geborene Göttinger zu Fehlern, die er seit Beginn der Pandemie gemacht habe, und zu dem Streit mit Jan Böhmermann.

Hendrik Streeck betont, dass es ihm nicht schwerfalle, in der Öffentlichkeit Fehler einzugestehen. Beispielsweise habe er im Januar 2020 noch auf Twitter geteilt, dass das Coronavirus nicht schlimmer als eine Grippe sei. „Das stimmt nicht und das habe ich auch schon mehrfach korrigiert“, so der Experte. Ihm würden allerdings weiterhin falsche Aussagen zu Unrecht angelastet.

Hendrik Streeck wirft Jan Böhmermann falsche Aussagen vor: „Er verbreitet Verschwörungsmythen“

Zu der Twitter-Diskussion mit dem Satiriker Jan Böhmermann sagte Streeck, dass er sich darauf nicht hätte einlassen sollen. Er habe sich geärgert, weil dessen Tweet einen falschen Eindruck erwecke und er zudem falsche Informationen verbreite. Der Satiriker wirft ihm vor, PR in eigener Sache betrieben zu haben, da er Teil des wissenschaftlichen Beirats von Janssen Pharmaceuticals, einer Tochterfirma von Johnson & Johnson sei.

Hendrik Streeck: Der Virologe steht oft in der Kritik. Mit dem Satiriker Jan Böhmermann hat er sich auf eine Twitter-Diskussion eingelassen, die er bereut. (Archivfoto)

Wie Streeck erklärt, stimme es, dass er als wissenschaftlicher Experte um Expertisen zu Medikamenten gebeten werde. Dies habe allerdings nichts mit Lobbyismus und Interessenvertretung zu tun, da er als beratender Virologe auch Prüfungen für den Pharmakonzern Astrazeneca durchführe. Böhmermann behauptete jüngst, dass Hendrik Streeck den umstrittenen Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens schlecht machen wolle. „Er verbreitet da Verschwörungsmythen“, so der Experte.

Hendrik Streeck: Virologe startet Corona-Podcast

Update vom Montag, 22.03.2021, 17.53 Uhr: Der Corona-Virologe Hendrik Streeck hat einen neuen Podcast gestartet. Gemeinsam mit der RTL-Moderatorin Katja Burkard hat er „Hotspot - der Pandemie-Talk“ ins Leben gerufen. Hier beantwortet der gebürtige Göttinger aktuelle Fragen rund um das Corona-Virus. In der letzten Folge des Podcasts zeigte der Virologe bedenken beim russischen Corona-Impfstoff Sputnik V an.

Bei den klinischen Studien sei die Phase 3 nicht richtig durchgeführt worden, so der Leiter der Virologie an der Universität in Bonn. Auch der Trägerstoff Adenovirus-5 könnte laut dem Wissenschaftler problematisch sein.

Wir haben schlechte Erfahrungen mit dem Adenovirus-5-Impfstoff im HIV-Bereich gemacht.

Heinrich Streeck, Virologe

Eine abschließende Bewertung beziehungsweise Empfehlung sei allerdings erst möglich, wenn der Virologe alle Daten gesichtet hätte. Es sei unklar, ob die Probleme auch auftreten, wenn das Adenovirus-5 für eine Corona-Impfung verwendet wird.

Jan Böhmermann witzelt: „Zum Glück haben wir Hendrik Streeck“

Update vom Samstag, 20.03.2021, 12.39 Uhr: Einmal wieder verteilt der Satiriker Jan Böhmermann gegen den Virologen Hendrik Streeck ein paar Seitenhiebe. - diesmal in seiner Freitagabendshow „ZDF Magazin Royale“. Wie bereits berichtet, attackierte Böhmermann diesen vor einigen Tagen auf Twitter und warf ihm PR in eigener Sache vor. Seitdem macht er sich über den geborenen Göttinger lustig.

Auch am gestrigen Freitagabend (19.03.2021) wurde wieder eine neue Ausgabe des „ZDF Magazin Royale“ ausgestrahlt. Natürlich wollte es sich Jan Böhmermann nicht nehmen lassen, erneut gegen Hendrik Streeck* zu sticheln. „Es läuft nicht alles glatt in dieser verdammten Pandemie - aber zum Glück haben wir Virologen, die uns mit ihrer Sachkompetenz da durchlotsen - und Hendrik Streeck“, sagte der Satiriker.

Jan Böhmermann stichelt erneut gegen Hendrik Streeck in seiner Show „ZDF Magazin Royale“

Doch im Mittelpunkt dieser Sendung stand nicht etwa der Virologe, sondern das relevante und immer noch tagesaktuelle Thema der Atomkraft. Um was es genau geht, verriet Böhmermann schon in einer kleinen Einleitung zu Beginn der Show: „Was strahlt, gefährdet die Gesundheit und heißt nicht Hendrik Streeck? Richtig, deutscher Atommüll.“ Er spannt den Bogen von den Anfängen der Atomenergie bis zum Ausstieg, der im nächsten Jahr in Deutschland durchgesetzt wird und klärt über Tonnen von Atommüll in unserer Umwelt auf.

Trotz all der Ernsthaftigkeit und Relevanz, die hinter seinen wöchentlichen Sendungen steckt, scheint der Entertainer nicht müde zu werden, Hendrik Streeck vor einem Millionenpublikum stets aufs Korn zu nehmen.

Hendrik Streeck steht in der Kritik. Besonders der Satiriker Jan Böhmermann teilt gegen den Virologen aus. (Archivbild)

Virologe Hendrik Streeck äußert sich in ZDF-Sendung zu der aktuellen Corona-Lage

Update vom Mittwoch, 17.03.2021, 10.45 Uhr: Zur Primetime am Dienstagabend (16.03.2021) war der Virologe Hendrik Streeck mit der Sendung „Corona - Pandemie ohne Ende? Fakten mit Hendrik Streeck“ im ZDF. Die recht aufwendig gedrehte Sendung konnte nicht mehr auf aktuelle Ereignisse eingehen - etwa den vorübergehenden Astrazeneca-Impfstopp in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt war sie bereits abgedreht.

Gegenüber dem Sender N-TV äußerte Streeck sich wie folgt: Die Ständige Impfkommission (STIKO) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sollten sich die Zeit nehmen, die sie brauchen, um „die wenigen Fälle, sieben auf 1,6 Millionen“, zu überprüfen. Man müsse ausschließen können, dass es in Deutschland gehäuft schwere Nebenwirkungen durch Astrazeneca geben könnte.

Hendrik Streeck: Bald wieder Impfungen mit Astrazeneca

Außerdem gab sich der Wissenschaftler überzeugt, dass Ende dieser Woche oder Anfang der kommenden Woche wieder mit Astrazeneca geimpft werde, „weil sich zeigen konnte, dass dieser Impfstoff eben nicht gehäuft zu Nebenwirkungen führt“. Das solle seiner Meinung nach Vertrauen schaffen.

Die 45-minütige ZDF-Sendung wurde teilweise hart kritisiert. Sie warb zwar mit Hendrik Streek – dieser spielte allerdings, nach Einschätzung verschiedener Medien, nur eine Nebenrolle. Punkten wollte die Sendung mit gepackten Informationen über die Corona-Pandemie. Dazu zählen die Ausbreitung des Coronavirus über Tröpfchen und Aerosole, den verlauf von Corona-Erkrankungen und die Möglichkeit von Spätfolgen. Laut Streeck kann eine Covid-19-Erkrankung schwere Spätfolgen in der Lunge, den Nieren und im Nervensystem verursachen.

Zusammenfassend sagte Streeck: „Viren kennen keine Grenzen. Irgendwann wird ein neues Virus kommen, dass unsere Weltgemeinschaft vor neue Herausforderungen stellt.“ Nachgestellte Szenen, wie etwa die vom Karneval in Heinsberg 2020, wirkten hingegen auf viele Zuschauer wohl eher albern. Auf Twitter kassiert Streeck Kritik - auch von Satiriker Jan Böhmermann.

Video: Hendrik Streeck rechnet mit schneller Freigabe des Astrazeneca-Vakzins

PR für Impfstoff gemacht? Böhmermann attackiert Streeck – Virologe kontert umgehend

Erstmeldung vom Dienstag, 16.03.2021: Göttingen - In Zeiten von Corona haben viele nicht mehr nur einen Lieblingsverein hinter dem sie stehen. Viele haben auch einen Virologen, den Sie favorisieren. Auf Twitter zeigt sich dies besonders stark.

Hauptkonkurrenten sind derzeit, der Virologe der Charité Christian Drosten und der gebürtige Göttinger Hendrik Streeck. Der virtuelle Schlagabtausch erfolgt unter den Hashtags #teamstreeck und #teamdrosten. Doch damit nicht genug. Der berühmte ZDF-Moderator Jan Böhmermann hat sich jetzt auf Twitter ebenfalls in Stellung gebracht.

Böhmermann mit pikantem Vorwurf gegen Streeck auf Twitter

Über die Social Media-Plattform Twitter konfrontierte der Satiriker, den Virologen aus Göttingen mit einem pikanten Vorwurf. Begonnen hatte das Spektakel mit einem etwas zweideutigen Kommentar von Jan Böhmermann.

Der ZDF-Moderator kommentierte das Format „Corona-Pandemie ohne Ende? Fakten mit Hendrik Streeck“ mit den einfachen Worten „Ich kann einfach nicht mehr“. Der Virologe ging auf den Kommentar des ZDF-Kollegen ein und kommentierte, das Böhmermann „uns allen“ aus dem Herzen sprechen würde. Mit der nächsten Reaktion des Satirikers dürfte er wohl nicht gerechnet haben.

Böhmermann gegen Streeck: Bissige Diskussion auf Twitter

Denn der Kommentar Böhmermanns bezog sich keines Wegs auf die Corona-Lockdown-Tristes. Das zeigte sich in dem folgenden Kommentar des Satirikers:

„Herr Streeck! Bereits am 5.3. haben Sie bei Illner vom mgl. Rückruf von „Astrazeneca“ geraunt. Sie sind im Beirat von „Janssen Pharmaceutica“, das zu „Johnson & Johnson“ gehört und 1 Impfstoff entwickelt hat, den Sie hingegen gestern bei @ntvde enthusiastisch anpriesen! Warum?“

Jan Böhmermann via Twitter

Nachdem Streeck zurück stichelt, in dem er Böhmermann vorwirft Verschwörungstheorien zu verbreiten, geht Böhmermann noch einen Schritt weiter. Er wirft dem Virologen in einem weiteren Kommentar vor, seit Monaten Expertise mit PR in eigener Sache und politischen Erwägungen zu vermischen und das als „neutrale Wissenschaft“ zu verkaufen. Der Virologe Hendrik Streeck versuchte den Angriffen Böhmermanns auszuweichen und antwortet: „Ich glaube, die Lage ist zu ernst für solche Aussagen.“

Böhmermann teilt gegen Streeck auf Twitter aus

Um seine Vorwürfe zu untermauern, teilt Jan Böhmermann einen Twitter-Beitrag, der die Frage aufwirft: „Ob bestimmte Leute dafür bezahlt werden, bestimmte Impfstoffe zu diskreditieren“. Mit in dem Tweet befindet sich ein Video-Ausschnitt der Talkshow „Maybrit Illner“. In diesem sagt Streeck:

 „Was ist, wenn alle #AstraZeneca-Impfstoffe zurückgerufen werden müssen. Das kann mal passieren sowas. Hoffentlich nicht.“

Heinrich Streeck - Virologe

Böhmermann bettet den Retweet gekonnt mit den Worten: „Wir Nicht-Wissenschaftler nennen sowas mindestens „merkwürdig“. Und Sie?“ ein. Hendrick Streeck, der virtuellen Diskussion wohl etwas müde, kommentiert lediglich: „Faktisch einfach falsch...“

Streeck bestreitet Johnson & Johnson beim Covid-Impfstoff zu beraten

Doch was ist dran an den Vorwürfen des Kultsatirikers? Auch fr.de* schreibt über den Streit zwischen Böhmermann und Streek. Gegenüber fr.de bestritt Streeck Teil des wissenschaftlichen Beirats von Janssen Pharmaceuticals zu sein. Streeck der seit 2019 Leiter des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn ist, habe Johnson & Johnson lediglich zu HIV-Medikamenten beraten. Zu dem Covid-19 Impfstoff des Unternehmens würde er nicht beraten. Er habe außerdem weder Aktien von, noch Einfluss auf den Impfstoffhersteller.

Auch wenn der in Göttingen geborene Virologe die ihm vorgeworfene Aussage bei Maybrit Illner wirklich getätigt hat, kann von einer generellen Diskreditierung keine Rede sein. Hendrik Streeck hatte den Astrazeneca-Wirkstoff stets empfohlen und keine negativen Äußerungen über diesen getätigt, wie t-online.de berichtet.

Hendrik Streeck steht in der Corona-Pandemie öfter in der Kritik: Erst kürzlich hat der Virologe zugegeben die Pandemie zu Beginn falsch eingeschätzt zu haben. Nachdem die WHO im Früjahr 2020 drastsich vor dem Coronavirus gewarnt hat, hatte er das auf Twitter als falsch betitelt. „Es war eine Fehleinschätzung, dazu stehe ich.“ (Lucas Maier) *fr.de und hna.de sind Angebote der IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/imago

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