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„Fuel Dumping“: Zwischenfall - Boeing 747 lässt 80 Tonnen Kerosin über Pfälzerwald ab

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Boing 747 Frankfurt am Main Flughafen, DEU, 03.10.2020 - Ein Boing 747 Jumbo Jet startet am Flughafen Frankfurt Main.
Eine belgische Boing 747 (Archivfoto) soll 80 Tonnen Treibstoff über dem Pfälzerwald abgelassen haben. © Jochen Eckel/imago

80 Tonnen Kerosin hat offenbar ein Frachtflugzeug über dem Pfälzerwald abgelassen. Die Maschine der belgischen Challenge Airlines war in Lüttich gestartet und vor den Alpen umgedreht.

Braunschweig – Das Frachtflugzeug drehte über der Pfalz und dem Saarland mehrere Schleifen, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. Die Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung aus Kaiserslautern äußerte den Verdacht, dass die Maschine dabei Treibstoff abgelassen habe.

Luftfahrtbundesamt bestätigt Ablass von 80 Tonnen Kerosin

Diesen Verdacht bestätigte jetzt das Luftfahrt-Bundesamts (LBA) in Braunschweig. Auf der Liste der Fälle von Fuel Dumping (auf Deutsch: Treibstoff ablassen) im deutschen Luftraum führt die Behörde am 2. März einen Treibstoffablass über dem südlichen Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf. 80 Tonnen Treibstoff hat die Maschine hat dem LBA zufolge in einer Höhe von rund sechs Kilometern über der südlichen Rheinland-Pfalz und dem Saarland abgegeben. Der Grund: „technische Probleme“.

Fuel Dumping - Frachtmaschine hatte wohl technische Probleme

In der Liste „Veröffentlichung von Treibstoffablässen (Fuel Dumping) im deutschen Luftraum“ ab dem 1.01.2018 steht zum Vorfall mit der Lfd.-Nr. 88. : „02.03.2022 (Datum), Z (Z für zivil), südliches Rheinland-Pfalz - Saarland (Gebietsangabe), FL200 (Flughöhe), 80t (Treibstoffmenge), technische Probleme (Gründe).

Laut Daten von flightradar24 sei die Maschine am Montag in Lüttich mit Ziel Wuhan (China) gestartet. Wie der SWR berichtet soll es sich um eine Boeing 747 der belgischen Challenge Airlines handeln. Kurz vor der Überquerung der Alpen kehrte der Pilot demnach um und flog wieder Richtung Lüttich zurück. Dabei drehte er mehrere Runden über der Pfalz.

Manöver-Treibstoffschnellablass nur im Notfall gerechtfertigt

Der Treibstoffschnellablass ist eine Notfallmaßnahme, die nur in Ausnahmesituationen angewendet wird. Sie wird laut LBA erforderlich, wenn ein Flugzeug mit einem höheren als dem zulässigen Landegewicht abhebt und ein Problem auftritt, das die direkte Landung der Maschine erforderlich macht.

Technische Störungen, beispielsweise an Triebwerken, Elektrik oder Vogelschlag sowie medizinische Notfälle an Bord zählen laut dem LBA dazu. Was hinter dem „Fuel Dumping“ am Mittwoch über dem Pfälzerwald steckt, ist zunächst noch unklar. Allerdings wurde Kerosin in dieser Menge seit mehr als drei Jahren nicht mehr über Deutschland versprüht.

Ist Fuel Dumping schädlich für die Umwelt?

Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Auswirkungen von Treibstoffschnellablässen auf Mensch und Umwelt untersucht und einen entsprechenden Bericht veröffentlicht. Nach dem Bericht gebe es „nach derzeitigem Wissensstand keine kritischen Umweltauswirkungen von Treibstoffschnellablässen auf Boden, Grundwasser, Luft und menschliche Gesundheit.“ Allerdings schlagen die Autoren vor, verschiedene Lufträume zu benutzen und für den Treibstoffschnellablass eine Höhe von mindestens 10.000 Fuß einzuhalten.

Lufthansa-Maschine aus München im spektakulären Tiefflug: Flieger muss nach Problemen umkehren. Über dem Flughafen Franz Josef Strauss drehte das Flugzeug einige Runden. (ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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