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Seltenes Schauspiel im Weltall: Vier Planeten reihen sich am Himmel auf

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Von: Tanja Banner

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Planetenparade mit Mond im Dezember 2015 – zu sehen sind die Planeten Venus, Mars und Jupiter. Im April 2022 wird sich noch ein weiter Planet hinzugesellen: Merkur. (Archivbild)
Planetenparade mit Mond im Dezember 2015 – zu sehen sind die Planeten Venus, Mars und Jupiter. Im April 2022 wird sich noch ein weiter Planet hinzugesellen: Merkur. (Archivbild) © imago/alimdi

Gleich vier Planeten reihen sich im April 2022 am morgendlichen Himmel auf – es ist nur ein Vorgeschmack auf eine noch viel größere Planetenparade im Juni.

Frankfurt – Wer am frühen Morgen, in der Zeit kurz vor Sonnenaufgang, den Blick nach Osten richtet, hat die Planetenparade möglicherweise schon gesehen: Die Planeten Venus, Mars und Saturn reihen sich dort wie auf einer Perlenkette über dem Horizont auf, bevor sie vom Licht der aufgehenden Sonne überblendet werden. In den kommenden Tagen wird diese Planetenparade noch spektakulärer, denn dann gesellt sich noch ein vierter Planet hinzu: Jupiter.

Der größte Planet des Sonnensystems befindet sich derzeit noch knapp unter dem Horizont und geht erst auf, wenn es bereits zu hell ist – doch das ändert sich. Bereits ab etwa dem 20. April kann man bei einem freien Blick Richtung Osten den Planeten Jupiter entdecken, bevor die Sonne aufgeht. Dann reihen sich gleich vier Planeten in dieser Himmelsrichtung auf. Am höchsten und beinahe schon im Südosten steht der Planet Saturn, ihm folgt in Richtung Osten (nach links) der Mars*, dann die helle Venus*. Ergänzend kommt eben ab dem 20. April knapp über dem Horizont der Planet Jupiter dazu.

Planetenparade im Osten: Saturn, Mars, Venus und Jupiter reihen sich vor Sonnenaufgang auf

Diese Planetenparade im Osten erhält nur wenige Tage später „Besuch“ von einem weiteren Himmelskörper: Der abnehmende Mond* gesellt sich ab dem 23. April noch dazu.

Jupiter, Saturn, Mars und Venus – so erkennen Sie die Planeten am Himmel:

Venus trifft Jupiter: Zwei helle Planeten kommen sich zur Konjunktion ganz nah

Das Zusammentreffen der vier Planeten kann über etwa zwei Wochen am Morgenhimmel beobachtet werden. Wer die Planetenparade jeden Morgen beobachtet, wird über mehrere Tage hinweg eine Veränderung feststellen: Die beiden hellsten Planeten Jupiter und Venus rücken immer näher zusammen. Am 1. Mai erreichen sie ihre größte scheinbare Annäherung und sind dann nicht einmal mehr einen halben Fingerbreit voneinander entfernt. In der Astronomie wird diese Begegnung zweier Himmelskörper Konjunktion genannt. Mit bloßem Auge wird diese Konjunktion aussehen, als würden zwei helle Lichtpunkte am Himmel verschmelzen.

Im Dezember 2020 kam es zu einer ganz besonderen Konjunktion: Die Gasriesen Jupiter und Saturn kamen sich kurz vor Weihnachten am Himmel sehr nahe* – mit bloßem Auge verschmolzen sie fast zu einem Himmelskörper.

Astronomie-Highlight im Juni 2022: Parade mit allen sieben Planeten

Die Planeten-Show im April und Mai 2022 mag ein toller Anblick sein, doch tatsächlich ist sie nur ein Vorgeschmack auf etwas, das im Juni 2022 passieren wird: Eine Parade aller Planeten unseres Sonnensystems – mit Ausnahme der Erde. Vor Sonnenaufgang am 24. Juni werden sich alle sieben Planeten, die es neben der Erde im Sonnensystem gibt, am Himmel aufreihen. Die Planetenkette erstreckt sich dann von Osten bis Süden in folgender Reihenfolge: Merkur – Venus – Uranus – Mars – Jupiter – Neptun – Saturn.

Zwischen Uranus und Mars wird sich außerdem noch die schmale Sichel des abnehmenden Mondes platzieren. Um die Planeten Uranus und Neptun zu sehen, benötigt man ein Fernglas oder Teleskop, für Merkur reicht etwas Glück und ein freier Blick an den östlichen Horizont. Eine solche Parade aller Planeten des Sonnensystems kommt nur selten vor und ist daher ein Anblick, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

Planetenparade am Morgenhimmel: Jupiter und Venus tauschen Positionen

Wer die Reihenfolge der Planeten im Juni mit der Reihenfolge der Planetenparade im April vergleicht, stellt fest, dass zwei der Himmelskörper ihren Platz getauscht haben. Nach der Konjunktion am 1. Mai tauschen Venus und Jupiter ihre Positionen, die Venus steht tiefer am Himmel, während Jupiter langsam am Himmel hinaufsteigt und auch den Planeten Mars überholt. Tatsächlich ist es nicht so, dass die Planeten sich im Weltall nahe kommen oder sich „überholen“ – dieser Effekt ist alleine auf die irdische Perspektive zurückzuführen. Im Weltall sind die Planeten sehr weit voneinander entfernt und bewegen sich auf unterschiedlichen Umlaufbahnen um die Sonne.

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Der Monat April hält neben der Planetenparade am Morgenhimmel ein weiteres Astronomie-Highlight bereit: Vom 14. bis 30. April kann man den Sternschnuppen-Strom der Lyriden beobachten*, die meisten Sternschnuppen werden am 22. April erwartet – zu einer Zeit, in der der Vollmond* die Beobachtung nicht stört. (Tanja Banner) *fr.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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