Berlin: Denkmal für Mauer-Toten umgeworfen

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Das beschädigte Denkmal für Peter Fechter

Berlin - Unbekannte haben das Peter-Fechter-Denkmal in Berlin umgestürzt. Es erinnert an einen mißglückten Fluchtversuch aus der DDR der 1960er-Jahre.

Hinweise auf den oder die Täter gebe es nicht, teilte die Polizei am Freitag mit. Es gebe keine Anzeichen für eine politische Straftat, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Daher werde wegen Sachbeschädigung ermittelt.

Die schwer beschädigte Skulptur zeigt einen Polizisten, der den toten Peter Fechter wegträgt. Der Handwerker und Konzeptkünstler Florian Brauer hatte das Denkmal in der Bernauer Straße 32 vor gut zwei Wochen aufgestellt. Ob sie dort wieder platziert wird, war am Freitag noch unklar.

Die Skulptur entstand im Gedenken an einen 18-jährigen Berliner, der 1962 versucht hatte, zusammen mit einem gleichaltrigen Freund, die Mauer in unmittelbarer Nähe des Checkpoints Charlie zu überklettern. Letzterem gelang dies, aber Fechter wurde vor den Augen etlicher Zeugen noch auf der Mauer ohne Vorwarnung von mehreren Schüssen durch drei Schützen getroffen, fiel zurück auf Ost-Berliner Gebiet und blieb bewegungsunfähig fast eine Stunde im Todesstreifen liegen. 

Weder die DDR-Grenzer noch die am Checkpoint Charlie diensthabenden US-amerikanischen Soldaten kamen ihm zu Hilfe. Als Fechter nach etwa einer Stunde verblutet war, holten ihn schließlich Grenzsoldaten der DDR aus dem Todesstreifen.

Der Tod von Peter Fechter führte der westdeutschen Bevölkerung in zuvor unerreichter Deutlichkeit die Grausamkeit des Schießbefehls vor Augen. Nach der Wende wurden zwei der drei beteiligten Ex-Grenzsoldaten des Totschlags für schuldig befunden und zu Haftstrafen von 20 bzw. 21 Monaten zur Bewährung verurteilt.

dpa/tz

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