Bischof: Kirche muss anders mit Sex und Scheidung umgehen

+
Bischof Bode will eine "Änderung im Klima der Kirche".

Osnabrück - Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat sich für einen anderen Umgang der katholischen Kirche mit Themen wie Sexualität und Ehescheidung ausgesprochen.

Bei der Sexualmoral etwa müsse die Kirche mehr auf die Lebenssituation der Menschen eingehen, sagte Bode (59) der Nachrichtenagentur dpa. Dasselbe gelte für den Umgang mit Geschiedenen und generell mit Menschen, die im Leben an bestimmten Stellen gescheitert seien. “Wir müssen vielleicht mehr auf die Menschen blicken, sie wahrnehmen und nach Lösungen suchen“, sagte der Bischof.

Die Kirche solle aber nicht ihre moralischen Forderungen aufgeben. “Es ist kein Herunterschrauben von Ansprüchen, sondern es geht darum, sie zu humanisieren“, sagte Bode. Die Kirche dürfe keine “alles oder nichts“-Mentalität haben, sondern müsse differenzierter auf die Menschen und ihre Probleme eingehen. “Sie muss sich mit Menschen auf einen Weg machen und auch darauf hören, welche Werte den Menschen wichtig und heilig sind.“

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Er wolle für einen neuen Umgang der Menschen in der Kirche untereinander werben. “Die Menschen erwarten nicht, dass die Kirche aus Menschen besteht, die keine Fehler machen. Aber sie erwarten, dass sie ehrlich damit umgehen“, sagte Bode. Er wies auf die hohe Zahl an Kirchenaustritten nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle hin. Diese Krise müsse die Kirche für Veränderungen nutzen.

Bode sprach von einer “unglücklichen Aufteilung“ in Amtskirche und Kirchenvolk. “Das entspricht nicht dem Wesen der Kirche.“ Er wolle ein neues Miteinander zwischen Amtsträgern der Kirche und allen Getauften und Gefirmten. Notwendig sei eine Änderung im Klima der Kirche. Aus den Missbrauchsfällen müsse die Kirche Konsequenzen ziehen, sagte Bode. “Dieses Thema können wir nicht einfach ad acta legen.“

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare