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Schüsse an Gymnasium in Bremerhaven: Haftbefehl gegen mutmaßlichen Schützen

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Von: Tobias Utz, Alina Schröder

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In Bremerhaven sind am Donnerstag in einer Schule Schüsse gefallen. Die Polizei hat gegen den mutmaßlichen Täter einen Haftbefehl erlassen.

Update vom Freitag, 20. Mai, 10.45 Uhr: Nach der Attacke am Bremerhavener Gymnasium, zeigte der festgenommene mutmaßliche Schütze den Ermittlungsbehörden zufolge psychische Auffälligkeiten. Weitere Angaben wollte eine Polizeisprecherin am Freitag dazu nicht machen. Das Motiv für die Tat am Donnerstag sei nach wie vor unklar, hieß es. „Die Ermittlungen nehmen jetzt noch mal richtig Fahrt auf“, sagte die Polizeisprecherin. Auch der genaue Tathergang sei noch nicht vollständig nachvollziehbar.

Ein von einem Augenzeugen in den sozialen Medien veröffentlichtes Video zeigt die Festnahme des 21-Jährigen kurz nach der Tat in der Nähe der Schule. Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Echtheit der Aufnahme. Darauf ist der mutmaßliche Täter zu sehen, wie er augenscheinlich ruhig an einer viel befahrenen Kreuzung vor einer Ampel sitzt. Neben ihm liegt eine Armbrust. Als sich die Polizei mit Blaulicht nähert, legt er sich noch vor Ankunft der Beamten flach auf den Boden. Er lässt sich schließlich widerstandslos festnehmen.

An einem Gymnasium in Bremerhaven fallen am Donnerstag (19. Mai) Schüsse. Ein 21-Jähriger wird festgenommen.
An einem Gymnasium in Bremerhaven fallen am Donnerstag (19. Mai) Schüsse. Ein 21-Jähriger wird festgenommen. © Sina Schuldt/dpa

Das Amtsgericht Bremerhaven erließ am Donnerstagabend einen Haftbefehl. Dem 21-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen. Die bei dem Attentat schwer verletzte Schulbeschäftigte schwebe weiterhin in Lebensgefahr.

Schüsse an Gymnasium in Bremerhaven: „Ich habe panische Angst gehabt“ – Schüler äußert sich

+++17.00 Uhr: Nachdem am Donnerstagmorgen (19. Mai) ein Mann mit einer Schusswaffe in ein Bremerhavener Gymnasium eindrang und eine Mitarbeiterin verletzte, konnten die 200 Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte am Nachmittag die Schule endlich verlassen. Das berichte die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Einige hätten gelacht, andere hätten verweinte Augen gehabt. „Ich habe bis eben panische Angst gehabt“, sagt ein 16-Jähriger gegenüber der dpa. Erst jetzt, wieder in Freiheit, spüre er Erleichterung.

Der Täter sei gegen 9.15 Uhr in das Schulgebäude im Stadtteil Lehe eingedrungen und habe eine Mitarbeiterin schwer verletzt. Er wurde festgenommen. Zum Motiv seien noch keine Aussagen möglich, so eine Sprecherin der Polizei. Nach der Tat sei ein Notfallplan der Schule ausgelöst worden. Die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte habenn sich in den Klassenzimmern eingeschlossen, bis die Polizei Entwarnung gab.

An dem Tag standen Abiturnachprüfungen an, deshalb sei die Schule relativ leer gewesen, sagte Bremerhavens Schuldezernent Michael Frost (parteilos). Normalerweise gingen auf den Oberstufenzweig des Lloyd-Gymnasiums über 500 Schülerinnen und Schüler.

Mann dringt mit Schusswaffe in Bremerhavener Gymnasium ein: Schüler und Schülerinnen versteckten sich unter Tischen

Der 16-jährige Schüler, der sich gegenüber dpa äußerte, besucht die 10. Klasse. Er habe gerade Kunst gehabt, als über die Lautsprecher der Codesatz für einen Amoklauf an der Schule mehrfach durchgesagt wurde. „Das war ein Schock für mich“, sagte er. Die Lehrerin habe die Tür verschlossen. Erst habe sie angefangen zu weinen, dann einige Mitschüler. Alle hätten sich auf den Boden gelegt. „Ich saß zwei Stunden unter dem Tisch“, sagte der Schüler.

Zahlreiche Eltern hätten in einem kleinen Park vor der Schule auf ihre Kinder gewartet. Hagen Rösler habe von einem Kollegen von der Tat erfahren. „Ich bin sofort in Panik losgerast“, sagte er. Als er die Polizeiwagen gesehen habe, habe er weiche Knie bekommen. Schließlich habe er seinen Sohn aber telefonisch erreichen können. „Er hat mir gesagt, dass sie in Sicherheit seien. Er klang ruhig und gelassen“, sagte der Vater.

„Das ist das schlimmstmögliche Ereignis, das passieren kann“, sagte Schuldezernent Frost. „So etwas ist überall möglich, das bestätigt sich heute.“ Die Schule sei aber sehr gut auf einen solchen Fall vorbereitet gewesen. „Wenn es heute eine gute Nachricht gibt, dann ist es diese“, betonte Frost. Den Schülerinnen und Schülern sei es freigestellt, ob sie am Freitag zur Schule kommen. „Unterricht wird es nicht geben. Aber wir bieten Gesprächsmöglichkeiten an, auch für die Eltern.“

Nach Schüssen in einem Gymnasium in Bremerhaven schirmen Einsatzkräfte Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte ab, die aus dem Gebäude gehen.
Nach Schüssen in einem Gymnasium in Bremerhaven schirmen Einsatzkräfte Schüler und Schülerinnen sowie Lehrkräfte ab, die aus dem Gebäude gehen. © Sina Schuldt/dpa

Schüsse an Gymnasium in Bremerhaven: Polizei nennt neue Details

+++ 13.30 Uhr: Die Polizei Bremerhaven hat Zeugen dazu aufgerufen, sich zu melden. Über ein Hinweisportal könne man Informationen hinterlegen, heißt es in einem Statement auf Twitter.

In einer Mitteilung bestätigte die Polizei, dass am Donnerstagmorgen eine Person im Lloyd-Gymnasium verletzt wurde. Dabei habe es sich nicht um eine Schülerin oder einen Schüler gehandelt. Die verletzte Person befindet sich mittlerweile im Krankenhaus.

Bremerhaven: Polizei richtet Hotline für Eltern ein

+++ 11.20 Uhr: Mittlerweile wurde ein Hotline für Eltern eingerichtet. Die Polizei ist unter der Telefonnummer 0471/5902735 erreichbar.

+++ 11.10 Uhr: Die Polizei hat am Gymnasium in Bremerhaven eine Person festgenommen, wie es in einem Einsatzbericht der Beamten heißt. Auf Twitter warnt die Polizei Bremerhaven aktuell davor, den Bürgermeister-Martin-Donandt-Platz und die anliegenden Straßen zu betreten.

Schüsse an Schule in Bremerhaven

Erstmeldung vom Donnerstag, 19. Mai, 10.45 Uhr: Bremerhaven – An einem Gymnasium in Bremerhaven (Bremen) sind am Donnerstagmorgen (19. Mai) offenbar Schüsse gefallen. Dabei wurde laut Angaben eines Polizeisprechers eine Person schwer verletzt, wie das ZDF berichtet. Weitere Details nannten die Beamten zunächst nicht. Die Polizei ist derzeit mit einem Großaufgebot vor Ort, unter anderem ist das SEK beteiligt.

(tu)

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