Big Brother: Erotik-Fotos von Politikergattin

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Sally Bercow ist die Frau des britischen Parlamentspräsidenten und hat es offenbar faustdick hinter den Ohren.

London - Die Frau eines Parlamentspräsidenten macht erotische Fotos und geht in den Big-Brother-Container. Ihr Mann, dessen Ordnungsrufe im Parlament Gewicht haben, ist zu Hause machtlos.

Sally Bercow, Ehefrau des britischen Parlamentspräsidenten John Bercow, sorgt mit ihrem Auftritt im Big-Brother-Container für Wirbel. Ihr Ehemann, erklärter Gegner der öffentlichen Zeigefreudigkeit seiner Gattin, ist offenbar machtlos und vorsichtshalber in den Urlaub nach Indien entschwunden. Bei Buchmacher William Hills laufen schon Wetten darauf, dass er wegen der Eskapaden seiner Ehefrau zurücktreten muss. Höhere Wettquoten gibt es für das baldige Ende der Ehe.

“Mehr, als dass sie peinlich für ihn ist, dürfte ihn stören, dass sie sich selbst öffentlich hinrichtet“, vermutet Rowan Pelling, Kolumnistin des “Daily Telegraph“. Spätestens seit Februar hätte es die Frau, die ihr Oxford-Studium abgebrochen hatte, besser wissen müssen. Damals hatte die 41 Jahre alte langbeinige Blondine sich in ein Betttuch gewickelt und sich am offenen Fenster der Dienstwohnung ihres Mannes, hoch über der Themse, fotografieren lassen.

Ein Aufschrei des gespielten Entsetzens ging durch das politische London, als das Bild vor historischer Kulisse mitsamt Interview in der Londoner Lokalzeitung “Evening Standard“ erschien. “Darf die Frau eines ehrwürdigen Unterhaus-Speakers so etwas?“, fragte sich die Boulevardpresse und spannte wie immer in solchen Fällen gleich den Bogen zur Wiege der modernen Demokratie, die angeblich in Westminster stand. Ist damit gar die Ehre des Parlaments als Institution verletzt, wenn das Gebäude als Hintergrund für erotisierende Fotos benutzt wird?

Was aus diesen "Big Brother"-Stars geworden ist

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Als sei das Lichtbild nicht genug, legte Sally Bercow auch noch verbal nach. Ihr Mann, um Haupteslänge kleiner als sie, sei kraft seines Amtes zu einem “Sexsymbol“ geworden, philosophierte Bercow in dem Begleittext zum Foto, das Amt habe das Intimleben des Ehepaares Bercow stimuliert. Einige Zeit später kam ihr die Erkenntnis: “Es scheint, als hätte ich mich komplett zum Idioten gemacht.“

Wie sie selbst nun ihren bisherigen Fernsehauftritt an der Seite von sogenannten Prominenten wie der Britin Amy Childs - deren Haupttätigkeit darin besteht, an Reality-TV-Shows teilzunehmen - bewertet, ist noch nicht überliefert. Sie ist ja im Container und von der Außenwelt abgeschnitten.

Nach Lage der Dinge wird Sally Bercow - dann um 40 000 Pfund (etwa 45 700 Euro) an Big-Brother-Gage reicher - bald Gelegenheit bekommen, wieder Interviews zu geben. Die Buchmacher rechnen mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit, dass sie an diesem Wochenende die erste ist, die von den Zuschauern aus dem Container gewählt wird. Sie selbst glaubt, dass sie mit dem Männer-Model Bobby Sabel um den ersten Rauswurf konkurriert. Der Beau dürfte bessere Chancen haben, analysiert die Politikerehefrau und Mutter dreier Kinder, weil am Voting ja vor allem junge Frauen teilnehmen.

Wer genau zur Fangemeinde von Sally Bercow gehört, konnten weder der übertragende Sender Channel 5 noch die aggressive britische Presse bisher herausfinden. Dass ihr Mann in den hitzigen Parlamentsdebatten mit seinen Ordnungsrufen künftig ein Autoritätsproblem bekommen könnte, wollen dagegen schon einige erfahren haben. John Bercow, für die Konservativen auf den Prestige-Posten gekommen, wird in der eigenen Partei nachgesagt, allzu oft die Labour-Redner zu bevorzugen - die Oppositionspartei, für die sich auch seine Frau hin und wieder politisch engagiert.

dpa

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