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Kroatien stellt Mega-Bauprojekt fertig – Urlaubern winkt nun massive Zeitersparnis

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Von: Patrick Huljina

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Die Peljesac-Brücke war für viele Generationen in Kroatien ein Traum – nun ist er wahr geworden. Sie verbindet zwei voneinander getrennte Landesteile.

Komarna - „Wir haben den kroatischen Traum verwirklicht“, freute sich Premierminister Andrej Plenkovic bei der Einweihungsfeier der Peljesac-Brücke am Dienstagabend (26. Juli). Es sei ein „historischer Tag“ für das Land, viele Generationen hätten diesen Moment herbeigesehnt. Entsprechend groß fielen die Feierlichkeiten zur Einweihung des strategisch wichtigen Verkehrsprojekts aus.

Kroatien feiert Eröffnung der Peljesac-Brücke: „Historischer Tag“ – Urlauber profitieren

Durch die neu eröffnete Brücke werden zwei bisher voneinander getrennte Teile Kroatiens miteinander verbunden: das dalmatinische Festland und die Halbinsel Peljesac. Zwischen den beiden Landesteilen liegt ein rund 22 Kilometer langer Küstenstreifen, der zu Bosnien-Herzegowina gehört. Bislang bedeutete das sowohl für Pendler als auch Touristen, die in den südlichsten Teil Kroatiens – unter anderem mit dem beliebten Urlaubsziel Dubrovnik – reisen wollten: Grenzkontrollen.

Die zwei Grenzübergänge zwischen dem EU-Land Kroatien und dem Nachbarland, das nicht zur EU gehört, sorgten in der Vergangenheit immer wieder für lange Staus. Diese sollen durch die neue Brücke nun sowohl für Kroatien-Urlauber als auch Pendler auf ihrem Weg nach Südkroatien und die Peljesac-Halbinsel wegfallen. Man erhofft sich eine deutliche Zeitersparnis. Bislang dauerte die rund 600 Kilometer lange Autofahrt aus Kroatiens Hauptstadt Zagreb nach Dubrovnik häufig weit länger als sechs Stunden. Auch für den kroatischen Personen- und Güterverkehr bringt die Peljesac-Brücke große Erleichterungen.

Die Peljesac-Brücke in Kroatien wurde am 26. Juli feierlich eröffnet.
Die Peljesac-Brücke wurde am 26. Juli feierlich eröffnet. © Uncredited/dpa

Kroatien: Peljesac-Brücke verbindet zwei bislang getrennte Landesteile

Die auf fast 100 Meter hohen Stahlbeton-Pylonen ruhende Konstruktion ist insgesamt 2,4 Kilometer lang. Sie überspannt die Bucht von Mali Ston in einer Höhe von bis zu 55 Metern. Damit können auch große Kreuzfahrtschiffe unter der Brücke hindurchfahren. Das Bauwerk verbindet die Ortschaft Komarna auf dem Festland mit dem Ort Brijesta auf der Halbinsel Peljesac.

Die Kosten für die Errichtung der Peljesac-Brücke lagen bei 418 Millionen Euro, einen Großteil davon zahlte die EU. Die Bauzeit betrug drei Jahre, ein weiteres Jahr benötigte Kroatien für den Bau der Anschlussstellen und Zufahrtsstraßen.

Errichtet wurde die Brücke vom chinesischen Staatsunternehmen China Road and Bridge Corporation (CRBC), das sich bei einer Ausschreibung gegen europäische Konkurrenten durchgesetzt hatte. Chinas Regierungschef Li Keqiang drückte in einer Videobotschaft die Hoffnung aus, dass das erfolgreiche Projekt die Zusammenarbeit zwischen China und Kroatien sowie zwischen China und der EU künftig verbessern werde. (ph)

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