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China will mit „künstlicher Sonne“ bis in 10 Jahren saubere Energie erzeugen

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Von: Franziska Vystrcil

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Die Nasa-Raumsonde „Parker Solar Probe“ „berührt“ die Atmosphäre der Sonne, die Korona. (künstlerische Darstellung)
Forscher aus China arbeiten an einer „künstlichen Sonne“. Diese erreichte bei Testungen höhere Temperaturen als die echte. © Nasa/Johns Hopkins APL

Weltweit wird an Möglichkeiten für saubere Energiegewinnung geforscht. Chinesischen Wissenschaftlern ist nun ein Durchbruch mit einer „künstlichen Sonne“ gelungen.

Anhui - Die Bevölkerung der Erde wächst immer weiter. Um den Energiebedarf der Menschen zu decken, müssen Forscher und Ingenieure sich immer mehr Neues einfallen lassen. Gleichzeitig soll die Energiegewinnung möglichst sauber vonstattengehen. Schließlich haben wir nur einen Planeten, den wir bewohnen können.

Freiburger Forscher testen bereits Lkw mit Fotovoltaik auf dem Dach, die während der Fahrt Solarstrom erzeugen und „tanken“ können (BW24* berichtete). Forscher in China weiten diese Art der Energiegewinnung auf einen weitaus größeren Maßstab aus: der Fusionsreaktor „East“, auch „künstliche Sonne“ genannt, könnte schon bald serienreif sein - und der ganzen Welt saubere Energie liefern.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 19.01.2022 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, bieten wir ihn erneut an. 

Heißer als die echte Sonne: Reaktor erreicht 70 Millionen Grad Celsius

Die Sonne ist die Lebensquelle der Erde. Sie versorgt uns mit Licht und Wärme. Doch die Sonne wird dem blauen Planeten auch ein Ende bereiten. Forscher haben berechnet, wann die Sonne die Erde zerstört*. Bis dahin vergeht aber noch eine lange Zeit, in der die Menschen sie als Energiequelle nutzen können. Chinesische Forscher sind auf dem Gebiet ganz vorne mit dabei: Der Experimental Advanced Superconducting Tokamak (East) ist ein experimenteller Fusionsreaktor in der chinesischen Stadt Anhui. Der ultraheiße Fusionsreaktor liefert die „ultimative Energie“, indem er Kernfusionen auf der Sonne nachahmt.

Und genau die könnten der Menschheit schon bald saubere Energie liefern. Für die Kernfusionen auf der Sonne nutzt diese Wasserstoff und Deuteriumgase als Brennstoff. Diese Elemente sind auch auf der Erde reichlich vorhanden. Da Fusionsenergie nur eine minimale Menge an Abfallprodukten erzeugt, gilt sie als besonders sauber. Wissenschaftler der NASA wollen ein Atomkraftwerk auf dem Mond bauen*.

der Fusionsreaktor Experimental Advanced Superconducting Tokamak
Die „künstliche Sonne“: der Fusionsreaktor Experimental Advanced Superconducting Tokamak, kurz „East“, an seinem Standort im chinesischen Anhui. © imago images/Xinhua

Forschern in China ist es nun gelungen, solch eine „künstliche Sonne“ anhand eines Kraftwerks nachzuahmen. Dabei stellten sie einen Rekord auf: Die „Sonne“ lief für mehr als 17 Minuten. Die Forschungsanlage erreichte in diesen 17 Minuten unglaubliche 70 Millionen Grad Celsius - und wurde damit so heiß wie in keinem anderen vorherigen Testlauf. Zum Vergleich: die echte Sonne erreicht in ihrem Inneren etwa 15 Millionen Grad.

Trotz Rekord: Bis zur Serienreife der „künstlichen Sonnen“ ist es noch ein langer Weg

Die Forscher erhoffen sich nach diesem Erfolg, in etwa zehn Jahren die Stromproduktion aus Fusionsreaktoren leisten zu können. Ein optimistisches Ziel. Denn die kommerzielle Nutzung der „künstlichen Sonnen“ steht noch vor einigen Hürden. Um die Reaktoren in Betrieb nehmen zu können, sind Anlagen erforderlich, die dauerhaft mehr als 100 Millionen Grad Celsius widerstehen können, ohne Schaden zu nehmen.

Denn bei einem weiteren Versuch im Mai 2021 erreichte die „künstliche Sonne“ in Anhui sage und schreibe 120 Millionen Grad Celsius. Allerdings konnte der Reaktor diese Temperatur nur 101 Sekunden lang halten.

Nicht nur in China wird an „künstlichen Sonnen“ geforscht. Auch in den Vereinigten Staaten, Europa, Russland und Südkorea werden die Reaktoren getestet. Forschern in den USA gelang ebenfalls ein Durchbruch bei der Kernfusion*. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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