Alle Infos zu Corona

Corona in Flüchtlingsheim bei Kassel: Polizei bewacht das Gelände - Neue Testergebnisse

In einer Flüchtlingsunterkunft in Eschwege ist Corona ausgebrochen.
+
In einer Flüchtlingsunterkunft in Eschwege ist Corona ausgebrochen.

Corona-Ausbruch in Nordhessen: Weil Flüchtlinge einer Unterkunft in Eschwege positiv auf das Virus getestet wurden, wurde nun eine Quarantäne angeordnet.

  • Corona-Ausbruch in Eschwege im Norden von Hessen
  • In einer Flüchtlingsunterkunft wurden Bewohner positiv auf Covid-19 getestet
  • Die Unterkunft ist laut einem Kreis-Sprecher nun unter Quarantäne

Update von Mittwoch, 17.06.2020, 18.26 Uhr: Am Mittwochabend liegen noch nicht alle Testergebnisse für die 119 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in Eschwege vor. Alle bisher getätigten Tests fielen aber bislang negativ aus. Das teilte der Kreisausschuss mit. 

Damit bleibt die Zahl der Corona-Infizierten in dem Flüchtlingsheim bei 8. Das gesamte Flüchtlingsheim in einem alten Fabrikgelände steht mit all seinen Bewohnern weiterhin unter Quarantäne. D

ie Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft werden gemäß den Bestimmungen des RKI überwacht und täglich überprüft, heißt es vom Kreis. Die Corona-Patienten weisen keine oder nur leichte Symptome auf.

Corona in Flüchtlingsheim: 

Update von Dienstag, 16.06.2020, 18.42 Uhr: Der Werra-Meißner-Kreis hat am Abend noch aktuelle Zahlen zu dem Corona-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Eschwege veröffentlicht. Demnach wurden inzwischen alle 119 Bewohner auf das Coronavirus getestet. Zu den bereits zwei bekannten Fällen sind sechs weitere Infizierte hinzugekommen. Der Kreis schreibt, dass eine "besondere Sensibilität" vorliege, daher seien "entsprechende Sicherheitsvorkehrungen" getroffen worden. Ziel sei die Einhaltung der Quarantäne-Vorschriften. 

Update von Dienstag, 16.06.2020, 14.44 Uhr: Nur wenig deutete am Dienstagmorgen darauf hin, dass sich in dem gelben Gebäudekomplex an der Eschweger Max-Woelm-Straße 119 Menschen wegen des Coronavirus in Quarantäne befinden. Lediglich zwei Hinweisschilder und ein einzelner Polizeiwagen sind auf dem durch hohe Büsche geschützten ehemaligen Fabrikgelände zu sehen. 

Die Bewohner der Einrichtung, von denen zwei positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, halten sich im Gebäude auf – warten auf die Tests durch das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises. Die Abstriche finden laut dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann (Grüne) direkt in der Gemeinschaftsunterkunft statt. 

Corona in Flüchtlingsheim: 119 Menschen werden getestet

Bis spätestens Mittwoch sollen alle 119 Menschen auf Corona getestet worden sein. Entscheidend sei laut Wallmann gewesen, dass man nach Kenntnis der beiden Covid-19-Fälle sofort alle betroffenen Kontaktpersonen in Quarantäne versetzt und den Ein- und Ausgang der Unterkunft unterbunden habe. Das sei vor allem aus Vorsorge- und Sicherheitsgründen so entschieden worden. „Wir müssen mit größter Vorsicht vorgehen, aber auch so konsequent, damit sich kein ‘Infektionsherd’ bildet“, sagten Landrat Stefan Reuß (SPD) und Wallmann bereits am Montagabend, als die Fälle in der Eschweger Unterkunft bekannt geworden waren.

Am Dienstagmorgen war zur Sicherheit und zur Einhaltung der Quarantäneverordnung die Polizei auf dem Gelände. Diese musste das Gelände bewachen, weil man auf die Schnelle keinen geeigneten Sicherheitsdienst gefunden habe. Laut dem Ersten Kreisbeigeordneten sei man derzeit aber auf der Suche nach einem Sicherheitsdienst, der die Polizei ablösen könne. Man verschaffe sich derzeit in Ruhe einen Überblick über die Corona-Situation, berichtet Wallmann. 

„Im Moment gehe ich davon aus, dass bis voraussichtlich Ende der Woche ein Ergebnis vorliegt und wir wissen, wie viele Bewohner der Unterkunft sich mit dem Coronavirus infiziert haben“, sagt Wallmann. Im Anschluss ginge es für das Gesundheitsamt des Kreises dann darum, auf Basis der Ergebnisse eine Entscheidung zu treffen und zu überlegen, wie weit die Quarantäne weiter ausgeführt werde. 

Corona in Flüchtlingsheim: Awo versorgt die Betroffenen

Einen großen Organisationsaufwand hat derweil der Betreiber der Unterkunft, die Arbeiterwohlfahrt Werra-Meißner (Awo): 119 Personen, darunter Familien mit Kindern, müssen wegen des Corona-Ausbruchs im Flüchtlingsheim mit lebenswichtigen Dingen versorgt werden. „Heute haben wir erst mal einen Großeinkauf zur Notversorgung gemacht“, sagte Awo-Geschäftsführer Martin Weisbecker am Dienstag. Man baue man eine Versorgungsinfrastruktur auf, damit alle Menschen versorgt werden können. So sei angedacht, dass Familien einen Einkaufszettel mit dem Lebensnotwendigsten an Awo-Mitarbeiter abgeben könnten. 

Corona-Ausbruch im Norden von Hessen: Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne (Symbolbild)

Diese Arbeiten würden zu einem großen Teil von Hauptamtlichen erledigt, die aber auch Unterstützung von Ehrenamtlern erhielten. „Wir gehen davon aus, dass wir schnell Klarheit haben, wie viele Menschen infiziert sind“, so Weisbecker.

Corona-Ausbruch in Flüchtlingsunterkunft - Bewohner unter Quarantäne

Ursprüngliche Meldung von Dienstag, 16.06.2020, 8.20 Uhr: Eschwege - Nachdem zwei Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Eschwege (Im Norden von Hessen) positiv auf das Covid-19-Virus getestet wurden, wurden entsprechende Kontaktlisten erstellt und sich aus Vorsorge- und Sicherheitsgründen entschieden, alle Bewohnerinnen und Bewohner unter Corona-Quarantäne zu stellen.

Zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner und der Bevölkerung im Norden von Hessen wurde diese einschneidende Maßnahme getroffen, die viel Sensibilität und Verständnis erfordert. 

Zur Überwachung und Einhaltung der Quarantänebestimmungen werden entsprechende Maßnahmen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, der Arbeiterwohlfahrt als Betreuer der Bewohner und der Polizei getroffen. Alle Bewohnerinnen und Bewohner werden kurzfristig getestet.

Corona-Ausbruch im Norden von Hessen: Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Insgesamt sind von der Maßnahme 119 Bewohnerinnen und Bewohner betroffen. Ausdrücklich bittet die Kreisverwaltung im Norden von Hessen auch die zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bewohner um Verständnis und Unterstützung.

"Wir müssen mit größter Vorsicht vorgehen, aber auch so konsequent, damit sich kein "Infektionsherd" bildet", so Landrat Stefan Reuß und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann.

Corona-Ausbruch im Norden von Hessen: Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne

Zuletzt standen ebenfalls zwei Flüchtlingsunterkünfte in Melsungen und Guxhagen (Im Norden von Hessen) unter Corona-Quarantäne*. Das teilt die Kreisverwaltung  auf Anfrage mit. In beiden Einrichtungen gibt es aktuell mehrere bestätigte Corona-Fälle. In Melsungen sind drei Bewohner an Covid-19 erkrankt und in Guxhagen zwei.

In einer Flüchtlingsunterkunft in Baunatal-Hertingshausen (Region Kassel) haben sich knapp die Hälfte aller Bewohner mit dem Corona-Virus infiziert. Auch hier wurde eine Quarantäne* angeordnet. Das berichtet Landkreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage. Es seien 30 der 62 Bewohner der kreiseigenen Gemeinschaftsunterkunft positiv getestet worden. Bei allen Infizierten gebe es bisher einen milden Verlauf der Erkrankung, niemand habe ins Krankenhaus gemusst, bestätigt der Sprecher.

Die Stadt Kassel muss sich wegen der Coronakrise auf dramatische finanzielle Einbußen einstellen.

Von Luisa Ebbrecht

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion