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Streeck wagt sich trotz umstrittener Omikron-These vor - „über Öffnungen nachdenken“

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Von: Marc Dimitriu

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Virologe Hendrik Streeck sieht Umkehr bei Omikron
Virologe Hendrik Streeck sieht Umkehr bei Omikron. © olf Vennenbernd/dpa

Der Virologe Hendrik Streeck zeigt sich optimistisch, was die aktuelle Corona-Lage angeht. In wenigen Wochen könne man über Öffnungen nachdenken.

Bonn - Noch befindet sich Deutschland mitten in der Omikron-Welle, die Inzidenz steigt Tag für Tag weiter - in noch nie dagewesene Höhen. Und obwohl die Kurve schon seit etwa einem Monat steil nach oben zeigt, beginnen die Hospitalisierung-Quote und die Belegung auf den Intensivstationen erst jetzt ganz langsam anzusteigen. Wie schon von mehreren Studien bewiesen*, hängt das mit dem milderen Verlauf von Omikron und den relativ strengen Maßnahmen in Deutschland zusammen.

Virologe Hendrik Streeck sieht Umkehr bei Omikron - „sollten über Öffnungen nachdenken“

Virologe Hendrik Streeck zeigte sich deshalb im Interview mit Pinar Atalay bei „RTL Direkt“ am Montagabend optimistisch, was die aktuelle Corona*-Lage angeht: „Ich glaube, wir sind gerade auf einem sehr guten Kurs.“

Er erklärte, dass man bereits jetzt am R-Wert sehen könne, dass das Wachstum der Infektionszahlen zurückgehe. Streeck sagte: „In zwei bis drei Wochen werden wir diese Umkehr haben und dann sollte man auch über Öffnungen nachdenken.“ Ob sich das Wachstum aber tatsächlich schon jetzt verlangsame, ist noch umstritten.

Corona: Nimmt Omikron Wachstum tatsächlich schon ab? Meldeverzug könnte Statistik verzerren

Der Welt-Journalist Olaf Gersemann, der die Pandemie täglich mit den aktuellsten Zahlen zu Deutschland auf Twitter begleitet, sieht zwar auch den 5. Tag in Folge ein sich Abschwächen der aktiven Corona-Fällen und des 7-Tage-Schnitts der Neuinfektionen. Allerdings gibt er zu bedenken, ob es sich dabei um ein echtes Abflauen der Dynamik handelt oder um „Test- und Meldeverzüge“. Wegen der hohen Infektionszahlen kommen, viele Gesundheitsämter nicht mit der Nachverfolgung hinterher und immer wieder gibt es ganze Land- oder Stadt-Kreise, die es an manchen Tagen nicht schaffen die neuen Fälle zu vermelden. Das verzerrt natürlich die Statistik.

Wie man aber an den Beispielen anderer Länder wie Großbritannien, die schon früher mit Omikron zu kämpfen hatten*, sieht, fielen die Zahlen tatsächlich nach einem Peak wieder rasch ab. Um ein klares Bild über die künftige Entwicklung der Omikron-Welle in Deutschland zu bekommen, müssen wir uns aber wohl noch ein wenig gedulden.

Regierung zurückhaltend bei Lockerungen - Söder geht anderen Weg

Während Hendrik Streeck also schon von Lockerungen spricht, bleibt die Politik jedoch größtenteils noch zurückhaltend. Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte zum Beispiel am Montag (31. Januar), dass es Augenblick „noch ein bisschen verfrüht“ sei, zu öffnen. Anders klingt jedoch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der stellt schon Lockerungen in Aussicht. (md) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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