Dioxin-Skandal erreicht Hessen und Baden-Württemberg

Bad Hersfeld - Der Dioxin-Skandal um vergiftetes Futtermittel weitet sich aus: Jetzt sind auch die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg betroffen.

320 Ferkel, die mit belastetem Futtermittel gefüttert wurden, sollen an einen Mastbetrieb in Osthessen geliefert worden sein. Das teilte der Landkreis Hersfeld-Rotenburg am Donnerstag mit. Derzeit seien Fachleute aus dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz bei dem Betrieb.

Auch das Agrarministerium in Baden-Württemberg hat erste Hinweise, dass möglicherweise dioxinbelastete Ware ins Land gelangt ist. Es handele sich dabei um Schlachttiere sowie pasteurisiertes Flüssigei, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag in Stuttgart. Sie sollen aus niedersächsischen Erzeugerbetrieben stammen, die dioxinbelastete Futtermittel verwendet haben.

Bislang war für die in den Südwesten gelangten Lieferungen keine Dioxinbelastung nachgewiesen worden. “Die Behörden haben unverzüglich die Ermittlungen aufgenommen und eigene Laboruntersuchungen eingeleitet. Erste Ergebnisse sind frühestens Anfang kommender Woche zu erwarten“, sagte Verbraucherminister Rudolf Köberle (CDU). Die betroffenen Lebensmittel würden vorsorglich sichergestellt. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe für die Verbraucher nicht.

“Wir machen euch fertig“

Insgesamt waren in mehreren Bundesländern rund 3.000 Tonnen mit Dioxin belastetes Industriefett an Legehennen, Mastgeflügel und Schweine verfüttert worden. Da nur geringe Mengen Fett ins Futter gemischt werden, können Schätzungen zufolge zwischen 30.000 und 150.000 Tonnen Fertigfutter mit dem Umweltgift belastet sein. Es steht im Verdacht, Krebs erregen zu können.

Das Futterfett stammt von der Uetersener Firma Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Siegfried Sievert, und drei seiner Mitarbeiter werden bedroht. Eine Polizeisprecherin bestätigte auf dapd-Anfrage den Eingang einer Anzeige. Morddrohungen seien aber nicht darunter gewesen. Sievert hatte dem “Westfalen-Blatt“ berichtet, Drohungen seien an mehreren Tagen am Telefon und per E-Mail eingegangen. Mitarbeiter seien als “Mörder“ beschimpft und mit den Worten “Wir machen euch fertig“ bedroht worden.

dpa

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