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Wasserknappheit in Europa – Wird in Deutschland bald rationiert?

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Italien wird derzeit von einer extremen Dürre heimgesucht. Auch in Deutschland ist es warm und trocken – droht uns eine Wasserknappheit?

Frankfurt – Viel Sonne, wenig Regen: Für den einen oder die andere mag das die perfekte Beschreibung des Sommers sein. Blickt man jedoch auf die Umwelt, ist dieses Wetter alles andere als perfekt. Hohe Temperaturen und wenig Regen machen der Natur extrem zu schaffen. Vielerorts kommt es zu Waldbränden und das Wasser wird knapp. Auch Menschen setzt die Hitze zu.

In Italien herrscht bereits eine dramatische Dürre: In einigen Teilen des Landes wurde der Notstand wegen Wasserknappheit ausgerufen und der landwirtschaftlich wichtige Fluss Po wird mit Wasser aus dem Gardasee aufgefüllt. Laut der italienischen Regierung leidet Italien unter der schlimmsten Dürre seit 70 Jahren. Wegen der Trockenheit schränken Städte wie Verona sogar den Trinkwasserverbrauch ein – drohen Deutschland ähnliche Szenarien?

Trockenheit am Ufer des Rheins.
Dürre und Trockenheit sind auch in Deutschland ein Thema – wie hier am Ufer des Rheins. © Roland Weihrauch/dpa

Dürre in Deutschland? Italien hat bereits Notstand wegen Wasserknappheit ausgerufen

Auch einige deutsche Kommunen regulieren inzwischen den Wasserverbrauch, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. „Das Wasser wird bei uns aber noch lange nicht so knapp werden wie jetzt in Italien“, sagte der Leiter des Instituts für Grundwasserwirtschaft an der Fakultät Umweltwissenschaften der TU Dresden, Andreas Hartmann, gegenüber der Zeit. Deutschland habe größere Wasserspeicher und bessere Leitungen, durch die, im Vergleich zu maroden Leitungen in Italien, nicht so viel verloren gehe.

Damit Deutschland nicht in eine ähnliche Situation gerät wie Italien, müsse nun etwas getan werden. Das geht aus dem Entwurf einer nationalen Wasserstrategie des Bundesumweltministeriums aus dem vergangenen Jahr hervor. Maßnahmen könnten demnach unter anderem günstigere Wasserkosten zu Zeiten sein, in denen die Nachfrage geringer ist, damit zum Beispiel Garten-Besitzerinnen und -Besitzer erst abends ihre Pflanzen gießen, damit weniger Wasser verdunstet. Wenn das Wasser knapp wird, sollten außerdem Pools nicht mehr befüllt und Rasen nicht mehr gesprengt werden. Bevor es jedoch so weit komme, müsse bei den Unternehmen angesetzt werden, so das Umweltministerium. Eine generelle Rationierung hält das Ministerium nicht für eine Lösung.

Dürre in Europa: Damit es nicht zu Wasserknappheit in Deutschland kommt, muss etwas getan werden

In den vergangenen Jahren hat sich bereits einiges getan, was den Wasserverbrauch der Menschen in Deutschland angeht: Während deutsche Haushalte 1990 nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) noch durchschnittlich 147 Liter pro Tag verbraucht haben, sind es heute mit 127 Litern täglich 20 Liter weniger. Ein Grund ist der Fortschritt in der Technik: zum Beispiel wassersparende Wasch- und Spülprogramme. Trotzdem wird der Wasserverbrauch nach UN-Angaben in den nächsten 30 Jahren voraussichtlich um etwa ein Prozent pro Jahr steigen.

In den vergangenen 20 Jahren hat Deutschland Wasser in der Menge des Bodensees verloren. Das hat Jay Famiglietti, Direktor des Global Institute for Water Security an der Universität im kanadischen Saskatoon beobachtet, der im Auftrag der NASA und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt Daten der Grace-Satelliten auswertet. Die Satelliten messen die Veränderungen in der Schwerkraft der Erde, die zum Beispiel durch Wasserverlust entstehen.

Wasserknappheit durch Dürre: Wann es in Deutschland so weit sein könnte, ist unklar

Wann Wasser in Deutschland knapp werden könnte, ist laut Famiglietti und der deutschen Umweltwissenschaftlerin Claudia Pahl-Wostl nicht so einfach zu beantworten: Faktoren wie der Klimawandel und die nationale Wasserstrategie haben Einfluss darauf, berichtet das ZDF. Eine Wasserknappheit, die regional und zeitlich beschränkt ist, hält Pahl-Wostl laut ZDF in den kommenden Jahren jedoch für sehr wahrscheinlich.

Durch den Klimawandel wird irgendwann auch kein Leben auf der Erde mehr möglich sein – Forscher erklären, wann es so weit sein wird. (Lea-Sophie Mollus)

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