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Affenpocken: Inkubationszeit, Symptome und Übertragung – Wichtigsten Antworten zur Infektion

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Von: Sophia Lother

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Die Affenpocken sind auch bereits in Deutschland angekommen. Wie schätzen Fachleute Symptome und Gefährlichkeit ein? Ein Überblick.

Berlin – Nun sind die Affenpocken auch in Deutschland angekommen. Nachdem Anfang Mai erste Fälle in Großbritannien verzeichnet wurden, breitete sich das Virus stetig aus. Inzwischen gibt es bestätigte Affenpocken-Infektionen in Europa, Nordamerika und Australien.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Affenpocken 1970 in der Demokratischen Republik Kongo erstmals beim Menschen nachgewiesen worden – hierbei war ein neun Jahre alter Junge betroffen. Anschließend habe es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fälle in mehr als zehn Ländern des Kontinents gegeben. Die Erreger können von verschiedenen Tierarten übertragen werden und gehören damit wie auch das Coronavirus zu den Zoonosen. Laut RKI seien besonders Nager betroffen. Doch wie gefährlich sind die Affenpocken und welche Symptome sind Warnzeichen für eine Infektion?

Affenpocken-Infektion: Welche Symptome treten auf?

Wie das RKI mitteilt, macht sich eine Affenpocken-Infektion durch mehrere Symptome bemerkbar. Während sich nach ein bis drei Tagen typische Hautveränderungen wie Flecken und Blasen bilden, die dann verkrusten und abfallen, gibt es auch andere unmittelbare Symptome:

Charakteristische Symptome einer Affenpocken-Infektion
Starke Kopf- und Gliederschmerzen
Halsschmerzen
Husten
Abgeschlagenheit
Plötzliches Fieber bis zu 40 Grad
Geschwollene Lymphknoten
Quelle: RKI
Das Affenpockenvirus wurde nun auch in Deutschland nachgewiesen.
Das Affenpockenvirus wurde nun auch in Deutschland nachgewiesen. © Andrea Maennel/Andrea Schnartendorff/RKI/dpa

Affenpocken-Infektion: Wie gefährlich ist sie wirklich?

Aber wie gefährlich ist das Affenpockenvirus für den Menschen? Gerd Sutter, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der Ludwig-Maximilians-Universität München nennt seine Einschätzung der Lage. Der Virologe berichtet, dass bisher zwei Formen der Affenpockenviren aufgetreten sind:

Seiner Abschätzung nach handelt es sich bei den in Europa aufgekommenen Fällen „um ursprünglich aus Nigeria eingeschleppte Infektionen (Index-Fall in Großbritannien), die jetzt vermutlich in begrenzten Infektionsketten weiter von Mensch zu Mensch übertragen werden. Erste genetische Untersuchungen in Großbritannien identifizierten einen Virusstamm, der den in Westafrika auftretenden Affenpockenviren zugeordnet werden kann“. Doch ist nun eine Epidemie oder gar Pandemie möglich?

Infektion mit Affenpocken: Besteht die Gefahr von Epidemie oder Pandemie?

Fabian Leendertz, Zoonosen-Experte und Projektgruppen-Leiter am RKI, sieht eine Epidemie bereits gekommen. „Ich würde dies bereits als eine Epidemie bezeichnen, es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass diese Epidemie lange dauern wird. Die Fälle über Kontaktverfolgung sind gut einzugrenzen und es gibt auch Medikamente und wirksame Impfstoffe, die gegebenenfalls eingesetzt werden können“, berichtet er.

Auch Virologe Sutter sieht keine allzu große Gefahr. Denn: Das Affenpockenvirus ist meist nur durch direkten Kontakt übertragbar. „Eine Übertragung durch Aerosole ist experimentell möglich, spielt aber bei der natürlichen Infektion eine höchstens untergeordnete Rolle. Übertragungen der Affenpocken sind daher im Vergleich zu anderen Infektionen wie zum Beispiel Influenza oder Covid-19 relativ ineffizient und führen in Verbindung mit adäquaten Maßnahmen zur Diagnose und Kontaktermittlung meist nur zur Ausbildung kurzer Infektionsketten.“ Daher schätzt er die Gefahr einer größeren Epidemie in Deutschland und Europa als „gering“ ein.

Affenpocken: Wie lange beträgt die Inkubationszeit der Virusinfektion?

Wie lange die Zeitspanne zwischen einer Ansteckung mit den Affenpocken und dem Beginn der Erkrankung ist, hierzu hat das RKI bereits Informationen veröffentlicht. Auf seiner Webseite führt das Institut auf: „Die Inkubationszeit beträgt etwa 5-21 Tage“. (slo)

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