Besuch bei Papst: Tag der Entscheidung?

So fühlt sich Tebartz-van Elst jetzt

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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

Berlin - Wie fühlt sich  Franz-Peter Tebartz-van Elst vor der Audienz beim Papst? Bei Günther Jauch berichtete der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, von einem Telefonat.

Bei der ARD-Talkshow „Günther Jauch“ ging es am Sonntagabend schon zum zweiten Mal in Folge um die Debatten rund um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Dabei rief der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff die katholische Kirche in Deutschland zu „totaler Transparenz“ bei den Finanzen auf. „Ich wünsche mir sehr, dass alle Bistümer ihre Gesamthaushalte veröffentlichen“, sagte der frühere Kölner Generalvikar und Finanzexperte.

Die Vorgänge im Bistum Limburg nannte Feldhoff „skandalös“. Schlimmer noch als die Frage nach dem Umgang mit Geld seien allerdings „der Vertrauensverlust und die verlorene Glaubwürdigkeit“. Die Probleme, so Feldhoff, „hätten wir auch unter einem anderen Papst bekommen“. Sie seien sehr grundlegend und hätten nichts damit zu tun, dass Papst Franziskus insbesondere eine Kirche der Armut fordere.

In derselben Sendung verteidigte der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, den Limburger Bischof und forderte mehr Fairness und Barmherzigkeit in der aktuellen Debatte. Als „völlig abwegig“ kritisierte der ehemalige SPD-Spitzenpolitiker Spekulationen über eine mögliche Autismus-Erkrankung, die auch schon der Bruder des Bischofs, der Freiburger Psychiatrie-Professor Ludger Tebartz-van Elst, energisch zurückgewiesen hatte.

Der Bischof hatte Schmid vor seiner Abreise nach Rom zu Hause besucht und steht seitdem im telefonischen Kontakt mit ihm. Schmid schilderte Tebartz-van Elst als „sehr gefasst, aber zutiefst verletzt“ und äußerte die Vermutung, dass auch interne Richtungskämpfe im Bistum Limburg zu den Ursachen der aktuellen Debatte gehören könnten. Viele Anschuldigungen seien „aus der Mitte der Kirche heraus lanciert“ worden. Man sollte prüfen, ob der Streit um die Baukosten nicht instrumentalisiert werde, um einen unliebsamen Bischof aus dem Amt zu drängen, dessen kirchenpolitische Ausrichtung einigen nicht gefalle.

Der Innenpolitik-und Kirchen-Experte der „Süddeutschen Zeitung“, Heribert Prantl, widersprach dieser Einschätzung. Ein Bischof, der nur noch so wenig Zustimmung in seinem eigenen Bistum habe, sei kaum noch tragbar. Zudem sei Tebartz-van Elst „der erste deutsche Bischof mit Strafbefehl“. Wenn die Wahrhaftigkeit infrage stehe, so Prantl, „kann er nicht mehr Bischof sein“, denn dann sei er „weit entfernt von dem, was ein Bischof sein soll“.

Neben Feldhoff, Schmid und Prantl diskutierten „Spiegel“-Autorin Gisela Friedrichsen und der langjährige Vatikan-Korrespondent Andreas Englisch in der Talkshow mit.

Bischof trifft den Papst

Am heutigen Montag empfängt Papst Franziskus den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst zur Audienz. Das wurde am Sonntag bekannt, nachdem sich der Bischof schon seit dem letzten Wochenende in Rom aufhält. Ebenfalls am Montag wird der Papst auch den Kölner Kardinal Joachim Meisner treffen, zu dessen Kirchenprovinz das Bistum Limburg gehört. Dieses Treffen sei allerdings „schon vor Monaten vereinbart“ worden und zwar nicht wegen der aktuellen Debatte um das Bistum Limburg, betonte das Erzbistum Köln.

Ob es nach den Treffen zu einer Entscheidung über die Zukunft des Bischofs kommt, ist allerdings weiterhin ungewiss. Viele Beobachter gehen davon aus, dass der Papst zunächst die Ergebnisse des Prüfberichts einer von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Sonderkommission abwarten will - es sei denn, Tebartz-van Elst würde von sich aus einen Amtsverzicht anbieten.

Der Limburger Bischof steht unter anderem wegen der stark gestiegenen Baukosten seines Diözesanzentrums und Bischofssitzes von bislang 31 Millionen Euro in der Kritik. Außerdem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg beim Amtsgericht einen Strafbefehl gegen ihn beantragt. Tebartz-van Elst wird vorgeworfen, in zwei Fällen falsche eidesstattliche Versicherungen zu einem Indienflug abgegeben zu haben.

KNA

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

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