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Verkehrte Welt: Vielerorts Dürre und Trockenheit - In Griechenland gibt es plötzlich Wasserüberfluss

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Von: Patrick Freiwah

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Verregneter Tag auf der Insel Kreta: In Griechenland gibt es im Sommer 2022 Wasser im Überfluss
Verregneter Tag auf der Insel Kreta: In Griechenland gibt es im Sommer 2022 Wasser im Überfluss. © IMAGO/Nikolas Kokovlis

Griechenland hat in den Monaten Juli und August oft mit Dürre und Waldbränden zu kämpfen. Im August 2022 ist das anders: Es gibt so viel Wasser wie seit Jahren nicht.

Athen - Griechenland wird von einem Wetter-Phänomen heimgesucht, das die Bewohner in dieser Form nicht gewohnt sind: Während in manch anderen Regionen in Europa Dürre und Trockenheit herrscht, hat Griechenland mit diesem Problem nur noch bedingt zu kämpfen. Stattdessen freuen sich die Einwohner der Hellenischen Republik in einigen Regionen über ungewohnt viel Wasser.

Allein die Wasserspeicherseen für den Großraum Athen, wo mehr als ein Drittel aller Einwohner des Landes lebt, sind laut der Wassergesellschaft EYDAP so voll wie seit Jahren nicht mehr. Aktuell enthalten sie demnach rund 1,14 Milliarden Kubikmeter Wasser - und es regnet vielerorts weiter. Auf dem Olymp, dem höchsten Gebirge Griechenlands, hat es sogar schon geschneit, wie der Sender Skai berichtete.

Griechenland: Regenfälle vertreiben Trockenheit - Touristen mit Regenschirmen

Verantwortlich für die gute Wassersituation sind die ergiebigen, teils auch sehr starken Regenfälle der vergangenen Wochen und Monate. Sie seien für die Jahreszeit in Griechenland ungewöhnlich, urteilen Meteorologen. Das bekamen vor allem die Touristen zu spüren, die in den normalerweise sonnig-heißen Urlaubsregionen des Landes plötzlich tagelang auf Regenschirme angewiesen waren. Selbst auf Kreta weit im Süden des Landes sowie auf der Halbinsel Peloponnes und den sonst recht trockenen Kykladeninseln wie Mykonos, Naxos und Paros regnete es immer wieder.

Derweil warnen Wissenschaftler vor den drohenden Folgen wasserbedingter Naturkatastrophen:

Griechenland mit überraschender Wetterwende - Feuergefahr 2022 scheint gebannt

Jedoch stellte auch diese meteorologische Wende einen Teil der Bevölkerung vor Probleme: Es kam aufgrund der Niederschläge auch zu Überschwemmungen und Stromausfällen. Mancherorts beklagten Landwirte Hagel- und Graupelfälle, welche Nutzpflanzen zerstörten. Insgesamt hielten sich die Schäden der Unwetter jedoch im Rahmen, erklärt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Stattdessen wurde durch den Regen sehr zur Erleichterung der Menschen die Feuergefahr gebannt.

Noch im vergangenen Sommer kämpfte Griechenland mit verheerenden Waldbränden, die Zehntausende Hektar Natur vernichteten. In diesem Sommer fiel die Waldbrandbilanz bisher eher glimpflich aus. Aktuell wird die Brandgefahr von der Feuerwehr landesweit als niedrig bis leicht erhöht eingestuft.

Derweil ist bei einem kurzen, aber schweren Unwetter in Spanien ein Kleinkind ums Leben gekommen. Aufnahmen der Hagelkörner verdeutlichen die Gefahr, welche vom Himmel drohte. (PF/dpa) 

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