Er sieht sich als „Bote Gottes“

Guru wegen Vergewaltigung verurteilt - Anhänger randalieren

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Mehr als 100 000 Anhänger des Gurus sind in die Stadt gekommen, um auf das Urteil zu warten.

Tausende seiner Anhänger waren zu der Urteilsverkündung gekommen. Als der Guru für schuldig befunden wurden, kam es zu Ausschreitungen.

Panchkula - Ein indischer Guru ist der Vergewaltigung zweier seiner Anhängerinnen schuldig gesprochen worden. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Klägeranwalt vor Journalisten. Das Strafmaß soll am Montag verkündet werden. Mehr als 100 000 Verehrer des Star-Spirituellen Gurmeet Ram Rahim Singh waren zur Urteilsverkündung am Freitag in die nordindische Stadt Panchkula gekommen. Nach dem Schuldspruch kam es zu Ausschreitungen, bei denen laut Medienberichten mindestens ein Mensch getötet wurde.

Polizei hatte Präsenz deutlich verstärkt

Wegen der erwarteten Ausschreitungen waren Panchkula und die Nachbarstadt Chandigarh Berichten zufolge seit Donnerstag lahmgelegt: Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Tausende Polizisten waren im Einsatz, Soldaten standen auf Abruf bereit. Drei Cricket-Stadien waren als Übergangs-Gefängnisse für festgenommene Randalierer vorgesehen.

Der 50-jährige Ram Rahim ist ein selbsternannter Heiliger und Anführer der spirituellen Organisation „Dera Sacha Sauda“ (etwa: Sekte des wahren Geschäfts), die auch politischen Einfluss hat. Die Gruppe hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder. Ihnen predigt Ram Rahim unter anderem Meditation, organisiert soziale Projekte und Umweltaktionen. Er zeigt sich häufig auf einem Motorrad und trägt gern funkelnden Schmuck. Er ist auch Popsänger und hat Action-Filme mit sich selbst in der Hauptrolle als „Bote Gottes“ gedreht. In einem anderen Verfahren ist der Guru wegen Mordes an einem Journalisten angeklagt.

dpa

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