Ermittlungen weitgehend eingestellt

Erzieherinnen kleben Kindern Mund zu

Wertheim - Mit Klebestreifen hatten zwei Kindergärtnerinnen mehreren Kindern die Münder zugeklebt. Jetzt stellte die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt weitgehend ein.

Mit Klebestreifen haben die Leiterin eines Kindergartens und eine Erzieherin mehreren Kindern in Wertheim (Baden-Württemberg) die Münder zugeklebt. Sie hätten die Kinder damit disziplinieren wollen, teilte die Staatsanwaltschaft Mosbach am Dienstag mit. Da es in den meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung gegeben habe, stellte die Behörde ihre Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt weitgehend ein.

Die Klebestreifen hätten sich schmerzfrei wieder lösen lassen oder gar von selbst gelöst. Die beiden Frauen hatten viermal Münder zugeklebt - etwa, weil ein Kind geschrien oder gespuckt habe, wie Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering sagte.

Einer der Fälle wird aber noch ein Nachspiel haben für die Leiterin des Kindergartens. Danach hatte das betroffene Kind nämlich berichtet, seine Atmung sei durch die Klebestreifen minimal beeinträchtigt gewesen. In diesem Fall soll das Verfahren erst dann eingestellt werden, wenn die Frau dem Kind ein Schmerzensgeld zahlt. Dieser Lösung muss das Amtsgericht Wertheim aber noch zustimmen.

dpa

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