Tochter wirklich auf Partnersuche?

Münchner wünscht sich Schwiegersohn aus „Unternehmerfamilie“ - groteske Anzeigen aufgetaucht

In München einen geeigneten Partner zu finden, ist für viele gar nicht so leicht (Symbolbild).
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In München einen geeigneten Partner zu finden, ist für viele gar nicht so leicht (Symbolbild).

Schwiegersohn gesucht! Die Kontaktanzeige eines Mannes aus München löst im Netz großen Wirbel aus. Offenbar war es nicht sein erster Streich.

  • Mit einer kuriosen Kontaktanzeige sucht ein Mann aus München* nach einem Mann für seine Tochter.
  • Auf Twitter reagieren User geschockt.
  • Nun ist eine ältere Anzeige aufgetaucht - mit frappierend ähnlichem Wortlaut.

Update vom 13. Juli: Offenbar läuft die Suche nach dem perfekten Schwiegersohn schon länger. Eine aufmerksame Leserin hat uns das Foto einer Kontaktanzeige zukommen lassen, die so bereits im Mai 2020 in der Süddeutschen Zeitung erschienen ist. 

Form und Inhalt erinnern frappierend an das Ansinnen des „echten Münchners“ (siehe Ursprungsmeldung). An die „lieben Großeltern oder Eltern“ gewandt schreibt der Urheber:

„Ehemaliger erfolgreicher Geschäftsmann sucht für seine Tochter, Mitte 20 BWL/Master, beruflich und sportlich engagiert, zwecks Familiengründung humorvollen, charmanten Mann bis 35, ab 180 cm, ohne Anhang. Aus Paritätsgründen gerne aus Unternehmerfamilie. Vielleicht haben Sie einen Enkelsohn/Sohn, der „per Zufall“ unsere Tochter, ca. 170 cm, brünett, schlank, im Raum München kennenlernen möchte“.

Schwiegersohn gesucht! „Münchner mit Familienunternehmen“ schaltet kuriose Kontaktanzeige für Tochter (24)

Ursprungsmeldung:

München - Man sollte meinen, die Zeiten von Heiratsmärkten seien vorbei. Doch diese Kontaktanzeige lässt bei Lesern Zweifel daran aufkommen. „Aus welchem Jahrhundert ist denn diese Anzeige ausgegraben worden?“, fragen sich einige.

Besagte Annonce erschien am 4. Juli in der Wochenendausgabe der Süddeutschen Zeitung. Der Münchner Lektor Florian Kessler wunderte sich auf Twitter, denn der Verfasser war: Ein Vater aus München, der sich offenbar um das Liebesleben seiner Tochter sorgt und verpflichtet fühlt, einen Mann für die 24-Jährige zu finden. 

In die Pflicht nimmt er dabei explizit die Eltern der Münchner Männer. Er hat bereits ganz konkrete Vorstellungen davon, wie er sich seinen Schwiegersohn vorstellt und schreibt:

„Liebe Eltern! Echter Münchner mit Familienunternehmen / Immob. möchte dem Glück der Tochter, 24 J., hübsch, 1,70 m, studiert, sportlich, unternehmensfreudig, vielseitig interessiert, auf die Sprünge helfen. Gesucht wird: junger Mann bis 35 J., ab strebsam, NR, aus guter Familie / gerne Unternehmer / Handwerker / Akademiker.“

München: Vater schaltet Kontaktanzeige - Empörte Reaktionen auf Twitter: „Übergriffig und rückschrittig“

Das Engagement des Vaters, dem Glück seiner Tochter auf die Sprünge zu helfen, stößt im Netz auf nur wenig Anklang. Sympathisanten findet der Münchner kaum. Stattdessen entfacht sich in der Kommentarspalte unter Florian Kesslers Tweet eine hitzige Debatte über Rollenbilder und Feminismus.

Als „übergriffig und rückschrittig“ und „aus der Zeit gefallen“ wird die Anzeige von Usern beschrieben. Dem Vater wird ein verstaubtes Frauenbild vorgeworfen, teilweise greifen die Twitter-Nutzer zu einer aggressiven Wortwahl und bezeichnen den Münchner als „ekelhafte[n] Patriarch[en]“. „Unmöglich. Ich würde meinem Vater die Hölle heiß machen, wenn er das bringen würde...“, schreibt jemand empört.

Kritisiert wird darüber hinaus das heteronormative Weltbild des Vaters. Ein User wirft die Frage in den Raum: „Was ist, wenn Tochter lieber eine junge Frau möchte ...“. Ähnliches kommentiert ein anderer Twitter-Nutzer: „Würde mich jetzt einfach nur noch totlachen, wenn die junge Frau sich als lesbisch oder zumindest Asexuell outet. Oh man…“

München: Vater will Glück der Tochter „auf die Sprünge helfen“ - will sie überhaupt?

Unklar bleibt, ob die Tochter aus der Single-Hochburg München* überhaupt auf Partnersuche ist. Mit seiner Annonce hat der umtriebige Papa auf jeden Fall für Furore gesorgt. Kesslers Tweet zur umstrittenen Partnersuche hat bereits über 3.000 Likes gesammelt. 

Ganz andere Probleme hatte im Jahr September 2019 ein junger Mann aus München. Er suchte bloß eine WG, bekam aber plötzlich ganz andere Angebote. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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