Evakuierung von knapp 65.000 Menschen

Nach der Bomben-Entschärfung kehrt Frankfurt zur Normalität zurück

Gut gelaunt und müde haben Behördenvertreter den Frankfurtern für ihr kooperatives Verhalten während der Bomben-Entschärfung gedankt. Es wurden zwar auch fast 300 Platzverweise verhängt. Dennoch sehen sich Feuerwehr und Stadt für ähnliche Katastrophen-Szenarien gut gerüstet.

Frankfurt/Main - Einen Tag nach der größten Evakuierung in der deutschen Nachkriegsgeschichte ist in Frankfurt allmählich wieder der Alltag eingekehrt. Die Kosten des Einsatzes, bei dem fast 65 000 Menschen umquartiert werden mussten, werden in den nächsten Tagen erhoben. Ersten Schätzungen zufolge gehen sie in die Millionen.

„Wir werden dann entschieden, aus welcher Tasche des Staates das bezahlt wird“, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) am Montag. Welche finanziellen und strafrechtlichen Folgen auf die Frankfurter zukommen, die die rund 1,5 Kilometer große Sperrzone um die erfolgreich entschärfte Luftmine nicht freiwillig verlassen haben, werde ebenfalls noch ermittelt, kündigten Polizeipräsident Gerhard Bereswill und der Leiter des Ordnungsamtes, Jörg Bannach, an.

„Wir haben zwei, zweieinhalb Stunden durch die Unverbesserlichen verloren“, erläuterte Bereswill, weshalb es zu Verzögerungen im Zeitplan kam. Die Klärung, wer welche Konsequenzen tragen müsse, werde aber geraume Zeit dauern, sagte Bannach.

Die Polizei hatte 298 Platzverweise gegen Bürger verhängt, die die Sperrzone nicht verlassen wollten. Fünf Menschen wurden in Gewahrsam genommen, zwei von ihnen waren während der Entschärfung plötzlich in deren Nähe aufgetaucht, wie Bereswill sagte. Die Beamten öffneten 19 Wohnungen und stellten die Identität von 36 Menschen fest. Es seien keine Diebstähle, Einbrüche, Unfälle oder Sachschäden gemeldet worden.

Die Behördenvertreter betonten den gut funktionierenden Katastrophenschutz in Frankfurt und sehen sich nach eigenen Worten für ähnliche Fälle gut vorbereitet. „Was gestern die Bombe war, könnte in nächster Zeit ein Anschlag sein“, mahnte der Ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Leo Latasch.

Etwas mehr als 1000 Polizisten und rund 1200 Kräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus ganz Hessen waren allein am Sonntag im Einsatz.

dpa

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