Nach Schul-Massaker in Rio: Zwei Männer festgenommen

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Bild aus dem Überwachungsvideo: Kinder versuchen sich vor dem Schützen in Sicherheit zu bringen. 

Rio de Janeiro - Die brasilianische Polizei hat zwei Männer im Zusammenhang mit dem Massaker eines 23-Jährigen in einer Schule festgenommen.

Einer der beiden stehe unter Verdacht, dem Schützen eine Waffe verkauft haben, die bei dem Amoklauf am Donnerstag in Rio de Janeiro zum Einsatz gekommen sei, teilte eine Polizeisprecherin am Samstag mit. Der andere Verdächtige soll demnach den Kontakt zwischen dem Amokläufer und dem Waffenverkäufer hergestellt haben. Gegen die beiden Festgenommenen wurde den Angaben zufolge noch keine Anklage erhoben.

Ein 23-Jähriger hatte am Donnerstag in einer Schule in einem Arbeiterviertel von Rio de Janeiro das Feuer eröffnet und mindestens zwölf Kinder getötet. Nach einer Auseinandersetzung mit der Polizei nahm sich der Täter mit einem Kopfschuss das Leben.

Amoklauf an Schule in Rio de Janeiro

Amoklauf an Schule in Rio de Janeiro

Nach der Tragödie stand ganz Brasilien unter Schock. Bei den Opfern handelt es sich um zehn Mädchen und zwei Jungen im Alter von 12 bis 15 Jahren. Elf der zwölf getöteten Kinder wurden am Freitag beigesetzt, das zwölfte Opfer wurde am Samstag eingeäschert. Ein Motiv für die Tat war nicht bekannt. Der Täter besuchte früher selbst die Schule Tasso da Silveira in Rio. Nachbarn beschrieben ihn als ruhigen Einzelgänger, der seine Zeit zu Hause vor dem Computer verbracht habe und nie durch Gewalttaten aufgefallen sei. Nach Behördenangaben hinterließ er einen wirren Brief am Tatort, in dem er andeutete, dass er sich das Leben nehmen wolle.

Es gibt Befürchtungen, die Zahl der Opfer des Amoklaufs könnte weiter steigen. Drei weitere am Donnerstag verletzte Kinder befanden sich am Samstag in kritischem Zustand, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Rio de Janeiro mitteilte.

dapd 

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