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„Erdlinge sollten nun besser schlafen“: Nasa crasht Sonde in Asteroiden – absichtlich

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Von: Martina Lippl

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Historische Mission: Erstmals hat die Nasa absichtlich den Einschlag einer Sonde auf einen Asteroiden verursacht. Alles lief nach Plan.

Washington – Tausende Asteroiden sind in unserem Sonnensystem unterwegs. Eine Kollision mit der Erde könnte verheerende Folgen haben. Um unseren Planeten vor einer Katastrophe zu schützen, beschäftigen sich die US-Weltraumbehörde Nasa sowie die Europäische Weltraumagentur Esa intensiv mit der Asteroiden-Abwehr. Ein wichtiger Teil davon: die sogenannte „Dart“-Mission (Abkürzung Dart steht für Double Asteroid Redirection Test).

Hollywoodreif: Nasa-Sonde in Astroiden

Ist ein Himmelskörper auf Kollisionskurs mit der Erde, soll er aus der Bahn gebracht werden. Was nach einem Plot für einen Hollywood-Blockbuster klingt, ist erstmals der Nasa gelungen. Eine 300-Millionen-Dollar-Raumsonde kollidierte am Montag frontal mit einem Asteroiden in der Größe eines Fußballstadions.

Die Raumsonde kollidierte um 19.14 Uhr EDT mit 24.000 km/h mit dem Asteroiden. Ein Live-Streaming-Video zeigte die mit Trümmern übersäte Oberfläche des Asteroiden, die sich in den Fokus rückte, bevor das Raumschiff einschlug und Jubel im Kontrollraum der Mission ausbrach. Wissenschaftlerteams der Nasa und der Johns Hopkins University umarmten sich. Die „Dart“-Mission war ein Erfolg - es gab einen Einschlag auf den Asteroiden Dimorphos.

«Dart»-Mission: Nasa crasht Sonde in Asteroiden. Raumschiff kollidiert um 19.34 Uhr EDT mit 24.000 km/h mit dem Asteroiden.
Nasa crasht Sonde in Asteroiden. Raumschiff kollidiert um 19.34 Uhr EDT mit 24.000 km/h mit dem Asteroiden. © Photo by Jim WATSON / AFP

Schutz vor Weltuntergangsszenario: Nasa-Sonde kracht auf einen Asteroiden

Ob der Einschlag des Raumschiffs jedoch den Asteroiden tatsächlich aus seiner Flugbahn bringt, wird sich allerdings erst in zwei Monaten zeigen. Die Sonde sei nach Angaben der Nasa 17 Meter von seinem geplanten Ziel gelandet und damit nahe genug für einen Erfolg. „Es war im Grunde ein Volltreffer. Ich denke, soweit wir das beurteilen können, war der erste planetarische Verteidigungstest ein Erfolg, und wir können darauf klatschen“, sagte die stellvertretende Programmmanagerin von Dart, Elena Adams auf einer Pressekonferenz.

Eine undatierte Aufnahme zeigt, wie eine Nasa-Sonde direkt und absichtlich in einen Asteroiden krachen und dadurch dessen Flugbahn verändern.
Eine undatierte Aufnahme zeigt, wie eine Nasa-Sonde direkt und absichtlich in einen Asteroiden krachen und dadurch dessen Flugbahn verändern. © Steve Gribben/NASA/Johns Hopkins APL

Ob der Aufprall genug Kraft hatte, ist zunächst noch unklar. Die Auswertungen der Daten und Berechnungen werden das in den nächsten Wochen zeigen. „Erdlinge sollten besser schlafen, und das werde ich definitiv tun.“

Die Aufarbeitung der herbeigeführten Asteroidenkollision wird die Weltraumforscher anschließend noch länger beschäftigen: Sie untersuchen, was genau während des Aufpralls passiert ist und was das für den Schutz unseres Planeten bedeutet. 2024 wird dann zur genaueren Ermittlung die Esa-Mission „Hera“ ins Weltall starten.

Kürzlich spürte das Forschungsfahrzeug „Perseverance“ auf dem Mars Rückstände von Leben auf. Die Nasa ist aus dem Häuschen. Die Mond-Mission der Nasa dagegen von Problemen überschattet. (ml)

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