Demo wird zum Fiasko

Hühner sterben bei Protest gegen Homo-Ehe

+
Nicht viel Federlesens machten die Autofahrer, die die wild umher laufenden Hühner überfuhren.

Paris - Vier Festnahmen, vier tote Hühner, empörte Tierschützer - eine Protestaktion von Gegnern der Homo-Ehe in Frankreich ist grandios fehlgeschlagen.

Die Vereinigung Demo für alle wollte am Mittwoch eigentlich 450 Hühner vor der Nationalversammlung in Paris aussetzen. Die Aktion wurde aber zum Fiasko, wie Journalisten beobachteten: Die Hühner wollten die beiden Lastwagen nicht verlassen, in denen sie zum Parlamentsgebäude gekarrt worden waren. Nur ein paar Dutzend verängstigte Hühner rannten schließlich vor der Nationalversammlung herum, Polizisten versuchten vergeblich, die Tiere einzufangen.

Die beiden Lastwagen mit den Hühnern machten sich daraufhin auf den Weg zum nahegelegenen Justizministerium, um dort die Tiere auszusetzen. Die Ordnungskräfte stoppten die Laster aber, vier Aktivisten wurden wegen Gefährdung des Lebens anderer festgenommen.

Nach Angaben der Tierschutzorganisation von Filmlegende Brigitte Bardot wurden vier Hühner überfahren. "Wir werden Anzeige erstatten, es ist vollkommen verantwortungslos, Tiere auf diese Weise zu benutzen", sagte der Sprecher der Organisation. Demnach hatte die ratlose Polizei bei der Brigitte-Bardot-Stiftung angerufen, damit diese die freilaufenden Hühner wieder einfängt.

Eine Verantwortliche der "Demo für alle" verteidigte die Aktion: "Wir wollten die Regierung daran erinnern, dass wir nicht einschlafen." Warum dazu ausgerechnet Hühner vor der Nationalversammlung ausgesetzt werden sollten, konnte die Verantwortliche aber nicht sagen. "Die Hühner sollten sowieso im Schlachthof enden", sagte sie aber. "Die nicht ausgesetzten Hühner wurden zum Produzenten zurückgebracht."

Seit Mai erlaubt ein Gesetz in Frankreich Schwulen und Lesben zu heiraten und gemeinsam Kinder zu adoptieren. Die Protestbewegung gegen die sogenannte Ehe für alle, die zuvor hunderttausende Menschen mobilisiert hatte, ist seitdem kaum mehr in Erscheinung getreten.

afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare