Stephanie Grisham

Melania Trump gibt neue Pressesprecherin ihres Mannes bekannt

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Grisham wird neue Pressesprecherin von US-Präsident Trump

Auf Sarah Sanders folgt Stephanie Grisham im Amt der Pressesprecherin. Bekannt gibt das First Lady Melania Trump.

Update 25. Juni 2019: Eine Nachfolgerin für Sarah Sanders scheint gefunden. Stephanie Grisham soll künftig als Pressesprecherin im Weißen Haus arbeiten. Das gab als erstes First Lady Melania Trump via Twitter bekannt.

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Die etwas eigentümliche Informationskette dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Grisham zuletzt für Melania Trump im Ostflügel des Weißen Hauses gearbeitet hat. Davor war sie als stellvertretende Pressesprecherin unter dem damaligen und mittlerweile gefeuerten Pressesprecher Sean Spicer tätig.

Grisham gilt als loyale Mitarbeitern der Trump-Familie.Als Melania mit einer Jacke versehen mit der Aufschrift „I really don‘t care - Do you?“ für Aufsehen sorgte, war es Grisham, die jegliche Bedeutung des Aufdrucks dementierte. Zuletzt war Grisham selbst in die Schlagzeilen geraten, weil sie den offiziellen Twitter-Account des Weißen Hauses benutzt hatte, um Wahlkampfparolen des Trump-Lagers zu verbreiten. Dieses Vorgehen verstoße gegen den so genannten „Hatch Act“, wie das Sonderverwaltschaftsamt der Vereinigten Staaten festgestellt hatte. 

Trumps Pressesprecherin geht - Sarah Sanders bizarren Auftritte zusammengefasst

Washington - Sie hatte den vermutlich härtesten Job im Weißen Haus:  Sarah Huckabee-Sanders  war zweieinhalb Jahre lang Pressesprecherin von Donald Trump. Nun verlässt sie den Posten und Washington. 

Sanders übererfüllte die Erwartungen, legte sich auf täglicher Basis mit den von Trump gehassten Mainstream-Medien an und verteidigte ihren Chef bis aufs Blut.

Bewegung im Weißen Haus: Sarah Sanders geht, Donald Trump bleibt.

Die politische Arbeit wurde Sanders schon in die Wiege gelegt, die in Arkansas stand. Sie wuchs als Tochter von Mike Huckabee auf, der den Bundesstaat elf Jahre als Gouverneur regierte und sich 2008 um die Nominierung der Republikaner für den Präsidentschaftswahlkampf bemühte – erfolglos. John McCain erhielt den Zuschlag und verlor gegen Barack Obama. Doch Huckabee versuchte es ein zweites Mal, mit der Unterstützung seiner Tochter. Er scheiterte erneut im Vorwahlkampf, diesmal an Donald Trump. Sarah wechselte in das Lager des Immobilienmaklers und Realitiy TV-Star. Der Rest ist Geschichte der Gegenwart: Trump gewinnt, zieht ins Weiße Haus und nimmt Sanders mit. Sie wird zunächst Stellvertreterin unter Pressesprecher Sean Spicer, und als der hinwirft sein Nachfolger.

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Ab diesem Moment - wie lange er zurückliegt, weiß Donald Trump nicht mehr genau - begann ihr Feldzug gegen die Medien. Sanders interpretierte ihre Rolle nicht – wie allgemein üblich – als Verbindungsglied zwischen Administration und vierter Gewalt. Sie verstand sich vielmehr als Schild, das die Pressevertreter vom Präsidenten fernhalten und seine Taten, Kommentare und Tweets gegenüber diesen verteidigen sollte. Dazu war ihr jedes Mittel recht. Ein Rückblick auf die bizarrsten Momente im Kampf zwischen Sanders/Trump und den Medien:

Sarah Sanders twittert ein manipuliertes Video

Auf der Liste der Intimfeinde Trumps steht der Nachrichtensender CNN weit oben. Personifiziert im Korrespondenten Jim Acosta. Höhepunkt der Fehde war eine Pressekonferenz, bei der Acosta eine Trump mit Nachfragen nervte, der ihn beleidigte und eine Saaldienerin anwies, Acosta das Mikrophon abzunehmen. Sanders twitterte im Anschluss ein Video, auf dem Acosta zu sehen war, wie er den Arm der Saaldienerin recht grob wegdrückt. 

Das Problem: Bei dem Video handelt es sich um eine Montage, mutmaßlich erstellt vom ultrarechten Verschwörungssender Infowars, einst betrieben von Alex Jones. Die Originalaufnahme sieht dagegen weitaus harmloser aus:

Sarah Sanders fantasiert von Terroristen aus Mexiko

Eigentlich besser steht es um die Beziehung der Trump-Administration mit dem Nachrichtensender Fox News. Als Sanders dort inmitten der Haushaltssperre von Chris Wallace interviewt wird, spricht sie von tausenden Terroristen, die über die Grenze zwischen den USA und Mexiko in die Staaten gelangen. Deshalb sei es fahrlässig von den Demokraten, den Mauerbau nicht finanzieren zu wollen. 

Das lässt Wallace so nicht stehen. Er konfrontiert Sanders mit Fakten: Es gebe keinen Hinweis darauf, dass auch nur ein einziger Terrorist aus Mexiko in die USA eingereist sei. Sanders kontert mit nahezu 4.000 (es waren 3.000) Terroristen, die in das Land eingereist seien. Sie bezog sich dabei auf „Personen speziellen Interesses“, also Menschen aus Ländern, aus denen schon einmal ein Terrorist in die USA eingereist ist: Saudi-Arabien zum Beispiel. Wallace kontert: Alle „Personen speziellen Interesses“ wurden an Flughäfen aufgegriffen. Das interessiert Sanders nicht, sie lügt einfach weiter: „Sie kommen durch die Luft, übers Wasser und das Land.“

Sarah Sanders wird beim Lügen erwischt – von Sonderermittler Robert Mueller 

Als Sanders von FBI-Sonderermittler Robert Mueller verhört wurde, musste sie eine Lüge eingestehen. Während einer Pressekonferenz hatte sie behauptet, mehrere FBI-Mitarbeiter seien auf sie zugekommen und hätten ihr gesagt, wie glücklich sie mit der Arbeit von Präsident Trump seien. Doch anstatt sich für die Lüge zu entschuldigen, griff Sanders – ganz in der Manier von Team Trump – den politischen Gegner an. Der könnte ihr oder Trump nichts über die Wahrheit erzählen, weil die Demokraten ja selber ständig lügen würden.

Daneben gab es unzählige bizarre Momente in Sanders‘ Amtszeit. Zum Beispiel, als sie behauptete, Gott habe Donald Trump zum Wahlsieg geführt. Als sie vor der Welt sagte, Trump habe niemals Schweigegeld an Stormy Daniels oder Karen McDougal gezahlt. Oder als sie versuchte, unliebsame Medienvertreter aus dem Weißen Haus auszusperren, egal ob diese für die Washington Post oder New York Times arbeiteten.

Zuletzt war es ruhig geworden um Sanders. Die früher üblichen Presse-Briefings im Weißen Haus hatte sie mehr oder weniger eingestellt. Wer ihr*e Nachfolger*in wird und ob er oder sie am Umgang mit der Presse etwas ändern wird, ist bislang nicht bekannt.

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