Pferde gequält

Schweizer Tierschützer fordern schärfere Kontrollen

Auf einem Pferdehof in der Gemeinde Hefenhofen im Kanton Thurgau verendeten in den vergangenen Monaten rund ein Dutzend Tiere. Nun fordern Tierschützer schärfere Kontrollen.

Basel - Nach einem grausamen Fall von misshandelten Pferden in der Schweiz fordert der Tierschutzverein STS strengere Kontrollen und härtere Sanktionen für Tierquäler. „Man darf in so einem Fall nicht jahrelang zusehen, das ist ja der eigentliche Skandal“, sagte Pressesprecherin Helen Sandmeier am Freitag. Die Gesetze müssten demnach gar nicht verschärft, sondern nur angewandt werden. Die Behörden räumten bereits grobe Fehler ein. Auf einem Pferdehof in der Gemeinde Hefenhofen im Kanton Thurgau verendeten in den vergangenen Monaten rund ein Dutzend Tiere. Die restlichen etwa 90 Pferde lebten unter schlimmen Bedingungen. Der nun angeklagte Mann war amtsbekannt.

Fotos, die für einen öffentlichen Aufschrei sorgten, zeigten schwer misshandelte oder abgemagerte Pferde, die zum Teil verschimmeltes Brot fressen mussten. Die Tiere sind nun versteigert worden, viele gingen an Tierschützer. Alle Käufer verpflichteten sich, die Tiere nicht zur „unmittelbaren Schlachtung zu erwerben“. Eine zu unpräzise Aufforderung, kritisierte der Tierschutz STS. Zudem befanden sich 100 Schweine, 50 Rinder sowie Schafe, Ziegen und Lamas auf seinem Grundstück.

Der Mann ist zwischenzeitlich in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Seit 2013 durfte er offiziell nur noch maximal 60 Pferde halten. Ein totales Halteverbot war wegen eines Formfehlers aufgehoben worden. Bei regelmäßigen Kontrollen im Vorfeld des Großeinsatzes sei nichts von den Zuständen bemerkt worden, hieß es von den Behörden. Die Mitarbeiter des Veterinäramts kamen allerdings wegen massiver Bedrohungen und Beschimpfungen nicht mehr ohne Begleitung von Polizisten.

dpa

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