Schwere Vorwürfe gegen Thilo Sarrazins Frau

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Thilo Sarrazin und seine Frau Ursula: Der Name der beiden ist in Lehrer- und Elternkreisen nicht unbedingt beliebt.

Berlin - Die 59-jährige Grundschullehrerin Ursula Sarrazin soll im Unterricht Kinder anschreien, einen Schüler soll sie verhöhnt, einen anderen geschlagen haben. 

Ihre Gegner unter Eltern und Kollegen sehen sie als Relikt aus dem 19. Jahrhundert, das handgreiflich wird und sensible Kinderseelen malträtiert. Im Internet wird ihre Entlassung gefordert. Inzwischen ist die Situation so weit eskaliert, dass Sarrazin-Unterstützer Drohbriefe an den Direktor und die Elternvertreter ihrer Schule im bürgerlichen Berliner Stadtteil Westend schicken, die wiederum die Polizei einschalteten.

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel“. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit“. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki“ umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen“. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels“ soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler laut dessen Vater mit einer Blockflöte auf den Kopf gehauen haben.

Ursula Sarrazin, seit 37 Jahren Lehrerin, verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich“, sagte sie dem “Focus“.

“Ich schreie nicht im Unterricht“, sagte sie “Bild am Sonntag“. Den Namen des japanischstämmigen Schülers habe sie unabsichtlich falsch ausgesprochen. Kein Elternteil habe sich bisher persönlich bei ihr beschwert. Allerdings würden einige Eltern türkischer Kinder üble Nachrede betreiben. “Die Schulleitung und ein bestimmter Lehrer haben (...) gegen mich gehetzt.“

Ursula Sarrazin sagt, Grund für die Kritik und das angebliche Mobbing seien die Kontroversen, die ihr Mann in den Debatten um Hartz-IV-Empfänger und mit seinem umstrittenen Bestseller über Integration und Intelligenz entfacht habe. “Die Leute denken: Wir kriegen zwar Herrn Sarrazin nicht, aber vielleicht kriegen wir Frau Sarrazin, die ist ja auch ganz nah dran.“

Welche Seite Recht hat, lässt sich ohne eine Beobachtung des Sarrazin'schen Unterrichts schwer feststellen. Der Berliner Senat versucht, die Diskussion zu relativieren. So ein Fall sei alltäglich. Es gebe in Berlin jedes Jahr hunderte, vielleicht tausend Lehrer, über die sich Eltern beklagen, sagte Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) kürzlich. Und der zuständige Oberschulrat beteuert: “Wir gehen allen Beschwerden dieser Art unerbittlich nach - egal ob die Betroffenen Sarrazin, Schulze, Müller, Koslowski oder Özdemir heißen.“

dpa

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