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Biden: „Eine der schlimmsten Tornado-Serien der Geschichte“ - Stadt sieht aus wie ein Haufen „Streichhölzer“

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Von: Andreas Knobloch

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Ein Boot wurde in Mayfield, Kentucky, aus einem Laden gestürmt.
Ein Boot wurde in Mayfield, Kentucky, aus einem Laden gestürmt. © John Amis / AFP

Mindestens 30 Tornados haben in sechs Staaten der USA ihr Unwesen getrieben. Joe Biden spricht von einer Tragödie. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 12. Dezember, 8.50 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem Durchzug mehrerer Tornados in den USA ist weiter gestiegen. Mindestens 78 Menschen kamen nach Behördenangaben bei den Unwettern in fünf Bundesstaaten ums Leben. Es handele sich um "eine der schlimmsten Tornado-Serien in unserer Geschichte", sagte US-Präsident Joe Biden am Samstag. "Es ist eine Tragödie." Die genaue Zahl der Todesopfer und das Ausmaß der Zerstörung seien noch unklar. Biden sagte den betroffenen Bundesstaaten die Unterstützung der Bundesbehörden zu.

Die Tornados waren in der Nacht zum Samstag durch fünf Bundesstaaten im Südosten und Zentrum der USA gezogen. Am schlimmsten betroffen war der Staat Kentucky. Dort starben nach Angaben von Gouverneur Andy Beshear mindestens 70 Menschen. "Es könnte sogar sein, dass die Zahl 100 überschritten wird, bevor der Tag zu Ende ist", sagte er. Acht weitere Menschen kamen in anderen Bundesstaaten ums Leben, unter ihnen zwei Amazon-Mitarbeiter, die beim Einsturz einer Lagerhalle in Illinois starben.

In der Kleinstadt Mayfield in Kentucky wurden mehrere Menschen getötet, als das Dach einer Kerzenfabrik einstürzte. Bilder und Videos in Online-Netzwerken zeigten vom Sturm zerstörte Gebäude sowie auf den Straßen liegende Bäume und Ziegelsteine. Von manchen Häusern waren nur noch Ruinen übrig. Die Stadt sehe aus wie ein Haufen "Streichhölzer", sagte Bürgermeisterin Kathy O'Nan dem Sender CNN.

Wissenschaftler warnen immer wieder davor, dass die Zahl der Stürme und ihre Stärke durch den Klimawandel zunimmt. Davon betroffen seien vor allem Gebiete, in denen extreme Wetterereignisse bereits an der Tagesordnung sind.

Es sei bekannt, "dass alles intensiver wird, wenn sich das Klima erwärmt", sagte Biden zu den Auswirkungen des Klimawandels. Welchen Einfluss dies genau auf diese Tornado-Serie gehabt habe, könne er aber nicht sagen.

Update vom 11. Dezember, 17.15 Uhr: Nach den verheerenden Tornados in den USA mit offenbar Dutzenden Toten hat US-Präsident Joe Biden den betroffenen Bundesstaaten die Unterstützung der Bundesregierung zugesagt. „Einen geliebten Menschen in einem solchen Sturm zu verlieren, ist eine unvorstellbare Tragödie“, teilte Biden am Samstag mit. „Wir arbeiten mit den Gouverneuren zusammen, um sicherzustellen, dass sie alles haben, was sie benötigen.“ Bidens Sprecherin Jen Psaki twitterte: „Wir sind untröstlich über die Verwüstungen.“ Das Weiße Haus verfolge die Auswirkungen des verheerenden Sturmsystems in der Nacht zu Samstag in weiten Teilen des Landes genau.

Nach etlichen Tornados in den USA: Drohnen-Video zeigt Ausmaß der Verwüstungen in Mayfield

Das unvorstellbare Ausmaß des Tornados veranschaulicht ein Video aus der Stadt Mayfield im US-Bundesstaat Kentucky. Die Aufnahmen stammen von Whitney Westerfield, einer Senatorin des betroffenen Staates.

US-Bundesstaat Kentucky bittet Präsident Biden um Unterstützung

Update vom 11. Dezember, 14.25 Uhr: „Kentucky braucht Bundeshilfe, um auf dieses Ereignis zu reagieren.“ Mit diesen Worten wandte sich Andy Beshear, Gouverneur von Kentucky, an US-Präsident Joe Biden und bat um Unterstützung. Am Freitag (Ortszeit) hatte eine laut CNN Serie von mindestens 30 Tornados sechs Bundesstaaten erschüttert. Zuvor war von mindestens 24 Tornados und fünf betroffenen Bundesstaaten berichtet worden.

Stromausfälle seien in dem US-Bundesstaat Kentucky weit verbreitet. 17 der 120 Bezirke seien von der Katastrophe betroffen. Beshear verhängte den Notstand in Kentucky und aktivierte die Nationalgarde, um betroffene Gemeinden zu unterstützen. In seinem Schreiben ging der Gouverneur von mindestens 50 Toten aus. Bei einer Pressekonferenz hatte er gesagt, wahrscheinlich werde die Opferzahl eher bei 70 bis 100 liegen. Der Direktor der Katastrophenschutzbehörde in Kentucky, Michael Dossett, sprach gegenüber dem CNN von „einem der dunkelsten Tage in der Geschichte des Staates“.

Tornado-Serie in den USA: Kentucky ruft Notstand aus

Update vom 11. Dezember, 12.56 Uhr: In Kentucky verwüsteten die Unwetter mehrere Landkreise. Gouverneur Beshear zufolge brachte der stärkste Tornado Windgeschwindigkeiten von 200 Meilen (etwa 322 Stundenkilometern) mit sich. Es habe sich um die schwersten Tornados in der Geschichte Kentuckys gehandelt.

In der Stadt Mayfair stürzte demnach das Dach einer Kerzenfabrik ein, wodurch es zahlreiche Opfer gegeben habe. "Vor Mitternacht habe ich den Ausnahmezustand ausgerufen", sagte der Gouverneur.

24 Tornados sorgen für US-Horror: „Vermutlich bis zu 100 Toten“ - Suche nach Amazon-Mitarbeiter geht weiter

Update vom 11. Dezember, 11.50 Uhr: Im US-Bundesstaat Kentucky sind vermutlich mindestens 50 Menschen durch einen Tornado getötet worden. „Ich befürchte, dass es mehr als 50 Tote in Kentucky gibt, vermutlich eher 70 bis 100“, sagte am Samstag Gouverneur Andy Beshear vor Journalisten. In Arkansas kam mindestens ein Mensch in einem Pflegeheim ums Leben (Erstmeldung vom 11. Dezember, 9.45 Uhr), in Tennessee starben mindestens zwei Menschen, wie ein Vertreter des Katastrophenschutzes örtlichen Medien mitteilte. Sorge bereitete den Rettungskräften auch das Schicksal von rund hundert Mitarbeitern eines Amazon-Lagerhauses im Bundesstaat Illinois, die in dem von einem Tornado teilweise zerstörten Gebäude eingeschlossen waren.

Tornado sorgt für „wahrscheinlich bis 50 Tote“ - es wüteten wohl 24 Tornados in fünf Staaten

Update vom 11. Dezember, 11.31 Uhr: Zahlreiche Tornados haben am Freitagabend (Ortszeit) in mehreren US-Bundesstaaten gewütet und Schäden verursacht. Alleine im Westen des Bundesstaates Kentucky könnte es „wahrscheinlich mindestens 50 Tote“ gegeben haben, sagte der Gouverneur Andy Beshear in einem Interview dem CNN-Lokalsender WLKY. Betroffen war in dem Staat vor allem der Ort Mayfield. Dort sei das Dach einer Fabrik eingestürzt, und es könnte viele Opfer geben, sagte Beshear. CNN zufolge wüteten mindestens 24 Tornados in fünf US-Staaten. Auf einer Karte des Senders war zu sehen, dass sich das betroffene Gebiet von Norden nach Süden zog. Betroffen waren neben Kentucky zudem auch Tennessee, Missouri, Illinois und Arkansas, wo zunächst zwei Tote gemeldet wurden. Die Rettungsarbeiten in der Amazon-Lagerhallen (Update vom 11. Dezember, 11.33 Uhr) dauerten an.

US-Tornado sorgt für Einsturz von Amazon-Verteilerzentrum - noch nicht alle Menschen gefunden

Update vom 11. Dezember, 10.43 Uhr:  Ein Tornado hat im US-Bundesstaat Illinois das Dach eines Verteilerzentrums des Online-Händlers Amazon teilweise einstürzen lassen (wie in der Erstmeldung vom 11. Dezember 9.45 Uhr). Zum Zeitpunkt des Unglücks am Freitagabend (Ortszeit) in Edwardsville nahe der Großstadt St. Louis hätte sich eine nicht bekannte Zahl von Menschen in dem Gebäude aufgehalten, sagte der örtliche Polizeichef, Mike Fillback vor Journalisten. Rettungskräfte hätten eine Anzahl der Eingeschlossenen aus dem Gebäude herausholen können. Unklar sei aber, wie viele noch innen verharrten. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Ein Überblick über Schäden und mögliche Opfer in den vier betroffenen Bundesstaaten war zunächst schwierig, da sich die Angaben schnell änderten.

Rekord-Tornado fegt über vier Staaten: Längste Schneise der Verwüstung in der Historie?

Erstmeldung vom 11. Dezember, 9.45 Uhr: Washington - Ein Tornado hat am späten Freitagabend im US-Bundesstaat Arkansas mindestens zwei Menschenleben gefordert. Die Windhose erfasste nach Medienberichten die Ortschaften Monette und Trumann und beschädigte eine Reihe von Gebäuden, darunter zwei Pflegeheime. In dem Pflegeheim in Monette kamen zwei Menschen ums Leben, weitere fünf Menschen wurden verletzt. Helfer bargen 20 Menschen aus dem Gebäude. Die beiden Ortschaften liegen im Nordosten von Arkansas. Die ansässige High School wurde zum Auffanglager für Evakuierte.

Doch nicht nur Arkansas, sondern drei weiteren Staaten waren betroffen. Wie die Washington Post berichtet, gab es mehrere Tornados an dem Abend und einen Twister, der eine Schneise der Verwüstung durch vier Staaten zog und Todesopfer mit sich brachte. Die Zeitung nennt es den „Quad-State-Tornado“, der zu dieser Jahreszeit unüblich sei.

Tornado in den USA: Schneise der Verwüstung rekordverdächtig - vier Staaten betroffen

Auf Twitter sind massenhaft Videos und Bilder der Zerstörung zu sehen. Die Washington Post schreibt, dass der Tornado möglicherweise 240 Meilen zurücklegte. Das entspricht etwa 386 Kilometer. Hier die vier Staaten auf einer Karte von Google Maps* in rot eingekesselt.

Der Twister fegte über Arkansas, Kentucky, Illinois und Tennessee.
Der Twister fegte über Arkansas, Kentucky, Illinois, Missouri und Tennessee. © Screenshot Google Maps

Tornado in den USA zerstört Amazon-Lagerhaus

Nicht nur im Altersheim im Norden Arkansas, sondern auch in Illinois, Kentucky und Tennessee sollen katastrophale Schäden, möglicherweise auch weitere Todesopfer, gemeldet worden sein, wie die Post berichtet. Drei Stunden lang - was ungewöhnlich lang sein soll - hat der Twister wohl gewütet und Dinge bis zu 30.000 Fuß (10 Kilometer) hochgeschleudert haben.

Unterschied zwischen Tornado und Twister?

Die Kommunikation und Warnungen waren in manchen Bereichen aufgrund der ausgefallenen Funkmasten schwierig. Häuser fielen zusammen, Gebäude wurden zerstört. Leute waren in Fabriken gefangen, als ein Dach zerstört wurde.

Wie oben im Artikelbild zu sehen, fiel ein Amazon-Lager komplett in sich zusammen. Es ist ungewöhnlich, dass zu dieser Jahreszeit ein Sturm dieser Größe entsteht. Hintergrund ist wohl die ungewöhnliche Hitze für Dezember. Auf einer Skala von 0 bis 5 soll er eine EF3-Intensität gehabt haben, was einen neuen Rekord für die Jahreszeit bedeuten würde, glaubt die Washington Post. Wir halten Sie im News-Ticker auf dem Laufenden. (ank mit dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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