Tsunami-Alarm aufgehoben

Sechs Tote nach heftigem Erdbeben vor Chile

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Das Foto zeigt die Evakuierung in Antofagasta, Chile.

Iquique - Nach dem heftigen Erdbeben vor der Nordküste Chiles ist die Zahl der Todesopfer von fünf auf sechs gestiegen. Der Tsunami-Alarm wurde inzwischen aufgehoben.

Update: Nach dem heftigen Erdbeben in Chile ist die Zahl der Toten von fünf auf sechs gestiegen. Es sei die Leiche einer Frau entdeckt worden, teilte Innenminister Rodrigo Peñailillo am Mittwoch in der Hauptstadt Santiago de Chile mit. Zugleich gab er bekannt, dass der Tsunami-Alarm nun für das ganze Land aufgehoben worden sei.

Das Beben der Stärke 8,2 erschütterte am Dienstagabend chilenischer Ortszeit den Norden des Landes. Wenig später trafen meterhohe Wellen die Küste, gefährdete Gebiete wurden evakuiert. Präsidenten Michelle Bachelet erklärte die Region zum Katastrophengebiet. Neben Chile gaben auch Peru, Ecuador und Honduras Tsunamiwarnungen aus.

Der chilenische Innenminister Rodrigo Peñalillo teilte mit, vier Männer und eine Frau seien in den Städten Iquique und Alto Hospicio ums Leben gekomen. Sie hätten entweder Herzinfarkte erlitten oder seien von Trümmerteilen erschlagen worden. Später wurde dann die Leiche einer weiteren Frau entdeckt.

Das Zentrum des Bebens lag etwa 90 Kilometer von der Hafenstadt Iquique entfernt im Meer und war bis ins Binnenland Boliviens zu spüren. Mehr als zwei Meter hohe Wellen trafen auf die chilenische Nordküste, die Bachelet zum Notstandsgebiet erklärte. Es wurde zudem ein Nachbeben der Stärke 6,2 registriert.

Evakuierungen wurden nur in Chile angeordnet, aber auch Peru und Ecuador warnten ihre Küstenbewohner von einem Tsunami. Ecuador setzte die Warnstufe jedoch nach einiger Zeit bereits wieder herunter. Im mittelamerikanischen Honduras wurden kleine und mittelgroße Schiffe in gefährdeten Häfen angewiesen, nicht auszulaufen.

Über die Tiefe, in der sich der Erdstoß im Pazifik ereignete, gab es Unklarheit. Die US-Erdbebenwarte gab sie mit zehn Kilometern an, die chilenischen Behörden sprachen von mehr als 46 Kilometern. Die Wellen, die auf die chilenische Küste trafen, waren nach Angaben der US-Erdbebenwarte bis zu 2,11 Meter hoch.

Die ersten Wellen trafen die nördliche Küste Chiles. Es wurde erwartet, dass sie sich binnen fünf Stunden immer weiter nach Süden verlagern würden. Eine Bewohnerin der Stadt Arica am nördlichsten Ende der chilenischen Küste berichtete telefonisch, die Straßenbeleuchtung sei während der Evakuierung ausgefallen.

Die Evakuierungen verliefen weitgehend geordnet, sorgten aber für Verkehrsstaus. In mehreren Orten fiel der Strom aus, das Telefonnetz und die Wasserversorgung wurden aber offenbar nirgendwo unterbrochen. Das Innenministerium teilte mit, das Wasser vor der Küste habe sich mehrere Meter zurückgezogen - ein Zeichen für bevorstehende hohe Wellen.

Ecuadors Staatschef Rafael Correa schrieb im Onlinekurzbotschaftendienst Twitter: "Jeder sollte aufmerksam und bereit sein." Ähnlich äußerten sich die peruanischen Behörden. Im Süden Perus wurden Straßen in Küstenregionen vorsorglich gesperrt. Das Pazifik-Tsunamiwarnzentrum auf Hawaii ermahnte auch die Bürger Kolumbiens und Panamas zur Vorsicht.

Chile liegt in einer erdbebengefährdeten Zone. Im Februar 2010 ereignete sich vor der Küste des Landes etwa 235 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago de Chile ein heftiges Beben der Stärke 8,8. Mehr als 500 Menschen kamen ums Leben, zahlreiche Häuser und Straßen wurden zerstört.

AFP/dpa

Schweres Erdbeben vor Chile: Bilder

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