"Nicht die Waffen sind das Problem"

US-Waffenlobby sucht Konfrontation mit Obama

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Der Präsident der NRA, David Keene.

Washington - Die Waffenlobby in den USA geht weiter auf Konfrontationskurs zu Präsident Barack Obama, der nach dem Schulmassaker von Newtown die Waffengesetze verschärfen will.

Die US-Waffenlobby NRA beharrt nach den tödlichen Schüssen an einer Grundschule in den USA auf ihrem Nein zu strengeren Waffengesetzen. Die US-Bürger dächten, es sei verrückt, nicht in jeder Schule bewaffnete Sicherheitsleute einzusetzen, sagte NRA-Geschäftsführer Wayne LaPierre am Sonntag in der Fernsehsendung „Meet the Press“. Er kritisierte eine „Medienmaschinerie“, die die Waffenindustrie für jeden neuen Anschlag verantwortlich mache. „Eine Waffe ist ein Werkzeug. Das Problem ist der Verbrecher“, sagte LaPierre. Statt weniger Waffen wollen die Lobbyisten mehr Waffen und mehr Schutz in den Schulen.

Der demokratische Senator Charles Schumer warf LaPierre dagegen vor, für die Amokläufe in den vergangenen Jahren alles Mögliche verantwortlich zu machen, nur nicht den einfachen Zugang zu Waffen. Seit dem Amoklauf an der Grundschule in Connecticut vor anderthalb Wochen wird in den USA eine heftige Debatte um das Waffenrecht geführt.

Abgeordnete von Demokraten und Republikanern signalisierten ihre Bereitschaft für eine Verschärfung der Waffengesetze. Die demokratische Senatorin aus Kalifornien Dianne Feinstein schlug am Sonntagabend im Fernsehsender CBS vor, ein Gesetz wieder in Kraft zu setzen, das die Zahl der Kugeln in einem Magazin auf zehn begrenzen würde. Auch von republikanischen Senatoren und überzeugten Waffenbefürwortern kam Zustimmung für den Vorschlag.

Zehntausende Menschen in den USA unterzeichneten unterdessen eine Petition, mit der sie die Ausweisung des britischen CNN-Moderators Piers Morgan fordern. Morgan hat sich nach dem Schulmassaker nachdrücklich für ein schärferes Waffenrecht in den USA ausgesprochen. Einen Befürworter liberaler Waffengesetze, der in der vergangenen Woche in seiner „Piers Morgan Tonight“-Show auftrat, bezeichnete der Moderator als „unglaublich dummen Menschen“.

Moderator reagiert amüsiert

In dem am Freitag von einem Texaner auf der Petitions-Webseite des Weißen Hauses eingestellten Antrag wird Morgan ein „feindlicher Angriff auf die US-Verfassung“ vorgeworfen und seine Ausweisung gefordert, weil er seine Position bei einem landesweiten Fernsehsender dazu nutze, die Rechte amerikanischer Bürger anzugreifen. Bis Montag hatten rund 32.000 Personen die Petition unterzeichnet. Morgan reagierte amüsiert auf die Entwicklung. „Wenn ich aus Amerika deportiert werde, weil ich weniger Morde mit Schusswaffen will, gibt es andere Länder, die mich aufnehmen?“ twitterte er.

Am vorvergangenen Freitag hatte ein 20-Jähriger in der Kleinstadt Newtown zunächst seine Mutter, dann in einer Grundschule 20 Kinder sowie sechs Erwachsene und schließlich sich selbst erschossen.

Trauer und Verzweiflung nach Amoklauf von Newtown

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dpa

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