1. Werra-Rundschau
  2. Panorama

Waldbrand in Kalifornien: Yosemite-Nationalpark in Gefahr – „Null Prozent des Feuers unter Kontrolle“

Erstellt:

Von: Martina Lippl

Kommentare

Feuerhölle in Kalifornien: In der Nähe des Yosemite-Nationalparks kämpfen 2000 Einsatzkräfte der Feuerwehr gegen einen massiven Waldbrand.

Die Flammen fressen sich unerbittlich durch das Land. Seit Freitag versuchen tausende Feuerwehrleute im Bundesstaat Kalifornien (USA) einen Waldbrand einzudämmen. 17 Löschflugzeuge und -hubschrauber unterstützen die Einsatzkräfte aus der Luft. Einige Häuser liegen bereits in Schutt und Asche. Bewohner mussten vor dem Feuer fliehen.

Waldbrand in Kalifornien: „Null Prozent des Feuers unter Kontrolle“

Das Feuer sei weiterhin nicht eingedämmt, erklärte das kalifornische Ministerium für Forstwirtschaft und Feuerschutz am Sonntag. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Laut CNN sei das Feuer regelrecht explodiert, habe mindestens zehn Häuser zerstört und fünf weitere beschädigt. „Mehr als 3200 Gebäude sind von den Flammen bedroht, die zu null Prozent eingedämmt bleiben, obwohl die Behörden sagten, dass sie Fortschritte machen“, fasst CNN ein Statement einem Sprecher der kalifornischen Feuerwehr zusammen.

Mittlerweile seien über 6000 Hektar Land betroffen. Die Region liegt gut 300 Kilometer östlich von San Francisco, direkt am Rande des Yosemite Nationalparks. Das sogenannte Oak Fire wütet vor allem im Bezirk Mariposa.

Waldbrand wütet im Yosemite Nationalpark: Ein Feuerwehrmann bekämpft die Flammen des Oak Fire in Mariposa County.
Waldbrand wütet im Yosemite Nationalpark: Ein Feuerwehrmann bekämpft die Flammen des Oak Fire in Mariposa County. © Ethan Swope/dpa

Waldbrand in Kalifornien: Gouverneur ruft „Notstand“ aus

Mehr als 6000 Menschen wurden laut einem Sprecher der kalifornischen Feuerwehr evakuiert. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, rief am Samstag den „Notstand“ im Mariposa County aus. Denn die massive Hitze soll auch in den kommenden Tagen in weiten Teile der USA anhalten. Wälder und Büsche sind sehr trocken. Windböen fachen die Flammen immer wieder an. Kalifornien leidet, wie der ganze Westen der USA, seit drei Jahren unter einer Dürre. Schon in den vergangenen Jahren waren die Waldbrände extrem. Bei einem Waldbrand in Nordkalifornien ist 2021 ein mächtiger Feuer-Tornado gefilmt worden.

Gleichzeitig zieht sich die Brandsaison immer länger hin. Für dieses Jahr befürchten die Feuerwehren besonders heftige Brände. Auch in mehreren Urlaubsländern in Europa wüten heftige Waldbrände. In Griechenland und Spanien kämpfen Einsatzkräfte und freiwillige Helfer gegen die Flammen.

Waldbrände in Kalifornien: Ein Flugzeug wirft Löschmittel auf das Oak Fire in Mariposa County ab.
Waldbrände in Kalifornien: Ein Flugzeug wirft Löschmittel auf das Oak Fire in Mariposa County ab. © Ethan Swope/dpa

Massive Hitze betrifft derzeit einen großen Teil der Vereinigten Staaten. In mehr als einem Dutzend Bundesstaaten mit insgesamt 85 Millionen Einwohnern galt am Wochenende eine Hitzewarnung. In Regionen in der Mitte und im Nordosten des Landes sollen die Temperaturen zu Wochenbeginn leicht sinken.

Hitzewelle in den USA: Kalifornien leidet seit drei Jahren unter einer extremen Dürre

Im Osten von Kansas, in Oklahoma und in Teilen von Missouri und Arkansas werden aber weiterhin 37 Grad und mehr erwartet. Betroffen sind auch die üblicherweise kühleren Regionen an der nordwestlichen Pazifik-Küste, wo laut dem Nationalen Wetterdienst in den kommenden Tagen Temperaturrekorde geknackt werden könnten. In mehreren Städten wurden öffentliche Kühlräume für Obdachlose und Menschen ohne Zugang zu klimatisierten Gebäuden eingerichtet.

Der frühere US-Vizepräsident und Klimaaktivist Al Gore warnte im Zusammenhang mit Hitze und Dürre in den USA am Sonntag vor den Folgen der „Tatenlosigkeit“ des US-Kongresses im Angesicht des Klimawandels. In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC sagte Gore auf die Frage, ob Präsident Joe Biden den Klimanotstand ausrufen solle: „Mutter Natur hat bereits einen globalen Notstand ausgerufen.“

Die Lage werde sich „schnell deutlich verschlimmern“, sagte Gore dem Sender NBC in einem anderen Interview. Die jüngsten Wetterextreme könnten aber auch ein Weckruf für Abgeordnete im US-Kongress sein, die sich bisher geweigert hätten, der Erderwärmung entschlossen entgegenzutreten. Die „immer schlimmeren und ernsteren“ Wetterphänomene hätten schon „ein Umdenken eingeleitet“, sagte Gore. (afp/ml)

Auch interessant

Kommentare