Prognose

Wetter in Deutschland: Winter auf Rekordkurs – Bestmarken purzeln

Das Wetter im Winter in Deutschland knackt zahlreiche Bestmarken. Jetzt gibt es sogar brandneue Temperatur-Rekorde.

Update vom Dienstag, 23.02.2021: Der Winter 2020/21 neigt sich dem Ende entgegen und ist weiterhin auf Rekordkurs. Damit bestätigen sich die Langzeitprognose für das Wetter in Deutschland vom amerikanischen und europäischen Wetterdienst, die bereits im Oktober einen Rekordwinter prognostiziert haben (siehe Erstmeldung). Vor allem der Februar wird vielen Menschen wegen seiner Extreme in Erinnerung bleiben.

Während die erste Hälfte des Monats klirrende Kälte, Eis, Frost und Schnee das Wetter bestimmten, schnellten die Temperaturen in der zweiten Hälfte in die Höhe und stellten dabei einen uralten Rekord ein. Am Montag (22.02.2021) knackte Hamburg dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach* zufolge mit 21,1 Grad die Bestmarke. „Was für ein krasser Temperaturrekord in Deutschland. 21,1 Grad und das mitten im Februar und dann auch noch im hohen Norden in Hamburg. Das war wirklich eine Überraschung. In diesem Ausmaß war das nicht erwartet worden. Der alte Rekord lag im Bereich von 18 Grad. Der wurde buchstäblich pulverisiert. So warm war es im Norden seit 130 Jahren in einem Februar noch nie gewesen“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung.

Das Wetter im Winter in Deutschland stellt zahlreiche Rekorde auf (Symbolbild).

Der Winter in Deutschland ist weiterhin auf Rekordkurs. Nach dem Dezember und Januar wird auch der Februar deutlich zu mild ausfallen, obwohl es danach lange nicht aussah. „Der Februar 2021 ist ein Extremmonat wie man ihn selten erlebt. Die erste Hälfte herrschte Eiszeit. Der Monat war bis zum 15. Februar fast 3 Grad kälter als das Klimamittel. Nun wird es wohl 1 Grad zu warm enden. Was für eine krasse Wetterwende. Der Winter hatte im Februar seine große Chance, hat sie aber nur rudimentär genutzt. Eine Woche Kälte und viel Schnee – das war quasi der Winter 2020/21“, fasst Jung zusammen.

Deutschland-Wetter: Wärme-Rekorde vergangener Winter im Überblick

Wärmste WinterDurchschnittstemperatur im Vergleich zum Klimamittel
20074,4 Grad
20204,2 Grad
19753,6 Grad
19903,6 Grad
20163,6 Grad (Quelle: Kachelmannwetter)

Wetter in Deutschland: Wie heftig ist der Winter wirklich?

Update vom Dienstag, 09.02.2021: Ist der aktuelle Winter ein extrem kalter, oder trügt dieser Eindruck nur und ein warmer Rekordwinter bahnt sich an? Trotz extremer Grenzwetterlage mit Temperatursturz und Frost-Schock spricht die Statistik zum Wetter in Deutschland eine eindeutige Sprache. „Man liest in diesen Tage viele Dinge über diesen Winter. Ein hartnäckiges Gerücht ist dabei: Wir haben einen kalten Winter“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Denn die ersten beiden Wintermonate waren deutlich zu warm. Der Dezember lag 2,3 Grad über dem Klimamittel, der Januar 1,1 Grad Celsius*. Selbst der Februar liegt aktuell (Stand 8.2.2021) 0,8 Grad über dem Klimamittel. Dieser Wert dürfte zwar in den kommenden Tagen ins Minus rutschen, doch ein Ende der Kältewelle ist ebenfalls schon leicht in Sicht. „Wie man zur Aussage gelangen kann, dass der Winter ‚besonders kalt‘ ist mehr als schleierhaft. Es ist ein Märchen zu behaupten, dass dieser Winter kalt sei“, betont Jung.

Das Wetter im Winter in Deutschland stellt zahlreiche Rekorde auf (Symbolbild).

Wetter in Deutschland: Rekordwinter droht: Experte macht „Schockprognose“

Update vom Donnerstag, 28.1.2021: Der Winter in Deutschland ist da - doch trotz Schneeflocken in den Mittelgebirgen steuert er weiterhin auf einen traurigen Rekord zu. Beim Blick zurück auf das Wetter im Dezember und die Prognosen für Januar und Februar wird schnell klar, dass es 2020/21 wieder einen Rekordwinter gibt. Ein Experte spricht dabei sogar von einer „Schockprognose“ für Winterfreunde.

Wetter in Deutschland: Rekordwinter unausweichlich - Experte: „Schockprognose“

Vielen Menschen wird das Wetter im Dezember recht kalt vorgekommen sein, doch das täuscht. Das liegt auch daran, dass der vergangene Winter in Deutschland der zweitwärmste Winter seit 1881 war. Beim Blick auf den Temperaturschnitt wird aber schnell klar, dass der Dezember recht mild ausfiel. Der erste meteorologische Wintermonat war laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Offenbach rund 2,3 Grad wärmer als das langjährige Klimamittel.

Winter-Wetter in Deutschland: Kälte-Rekorde im Überblick

Kälteste WinterDurchschnittstemperatur im Vergleich zum Klimamittel
1963-5,5 Grad
1940-5 Grad
1929\t-4,9 Grad
1947-4,5 Grad
1942-3,9 Grad (Quelle: Kachelmannwetter)

„Im Vorfeld war ja auf einigen Wetterseiten ein eisiger Dezember angekündigt worden, Grund sei das Wetterphänomen La Niña. Wir hatten das damals schon kritisiert. Zurecht, wie man heute erkennt. Es gab in diesem Winter bisher noch keinen einzigen Tag Dauerfrost in den tiefen Lagen. Verglichen mit dem Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990 ist selbst der Januar 2021 1,5 Grad zu warm gestartet“, erklärt zudem Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Aufgrund der Daten der Langzeitprognosen des amerikanischen und des europäischen Wetterdienstes hatte er schon früh einen milden, rekordverdächtigen Winter vorhergesagt. Dabei sprach er auch von einer „Schockprognose“ für Winterfreunde (siehe Erstmeldung). Denn Schnee bis tief ins Tal soll es kaum geben.

Wetter in Deutschland: Bleibt der Winter mild? Vorhersage für Januar und Februar

Beim Blick auf die Langzeitprognosen für das Wetter im Januar und Februar in Deutschland gibt es weiterhin keine gute Nachrichten für Winterfreunde. Denn beide Monate sollen zu mild ausfallen. Der amerikanische Wetterdienst rechnet beispielsweise damit, dass der Januar rund zwei Grad Celsius zu warm ausfällt, der Februar soll laut europäischem Wetterdienst sogar bis zu drei Grad milder werden. „Eine dicke Einwinterung ist weiterhin nicht in Sicht. Für die meisten kann sich kein Dauerfrost und echtes Winterwetter etablieren. Es bleibt beim klassischen Schmuddelwetter“, sagt Jung. Dieser Trend bestätigt auch die Vorhersage für das Wetter 2021 in Deutschland. Dieses ist ebenfalls auf Rekordkurs.

Erstmeldung vom Montag 26.10.2020: Offenbach – Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu und viele Menschen fragen sich: Wie wird der Winter 2020/2021 in Deutschland? Beschert er uns Schneefall oder nur Regen und Matsch? Einem Wetter-Experten zufolge droht Deutschland ein Winter mit Rekordtemperaturen. Er spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer „Schockprognose“.

Rekordwinter in Deutschland? Wetter-Experte macht „Schockprognose“

Diese Prognose für den kommenden Winter in Deutschland kommt recht überraschend. Denn erst jüngst hatten der europäische und der amerikanische Wetterdienst ihre Prognose korrigiert und Winter-Fans Hoffnung gemacht. Demnach sollte der Winter in Deutschland deutlich kühler werden als zunächst angenommen. Einige Wetter-Experten hatten sogar spekuliert, dass das Wetterphänomen „La Niña“ einen Jahrhundertwinter bringen würde. Doch das war mit Blick auf die Langzeitprognosen eher unwahrscheinlich.

Jetzt kommt die überraschende Wende bei der Vorhersage für das Wetter im Winter des Jahres 2020/2021 in Deutschland. „Der Winter 2020/2021 könnte schon wieder ein Rekordwinter werden“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst „Q.met“ gegenüber dem Wetterportal „wetter.net“ mit einem Blick auf die aktuellen Prognosen.

Vor allem das Wetter im Januar 2021 bereitet ihm große Sorgen, aber auch die Temperaturen im Dezember 2020 bringen für Winterfreunde keine guten Nachrichten. Der Dezember 2020 in Deutschland soll nach der Langzeitprognose des amerikanischen Wetterdienstes um zwei Grad Celsius milder ausfallen als im Klimamittel. „Alle führenden Wettermodelle gehen von einem milden Start in den Dezember aus. Die Monatsprognosen vom Deutschen Wetterdienst, vom europäischen Wetterdienst und vom US-Wetterdienst NOAA sehen allesamt einen warmen Dezember und sehr milden kommenden Winter 2020/21. Es gibt keinerlei Anzeichen für einen eisigen Winter. Ganz im Gegenteil“, sagt Jung.

Winter in Deutschland: Experte mit extremer Wettervorhersage für 2021

Noch extremer fällt die Vorhersage für den Januar 2021 aus. „Winterfreunde müssen tief Luft holen, denn die Zahlen sehen schockierend aus“, sagt Jung. Der Januar soll 3 Grad Celsius wärmer ausfallen als im Klimamittel. Dabei ist er in der Regel der kälteste Wintermonat in Deutschland, in dem das Wetter von klirrender Kälte und eiskalten Temperaturen dominiert wird. Die kommen normalerweise aus Osteuropa, doch dort sieht die Lange noch dramatischer aus, als in Deutschland: Der Januar soll sogar bis zu fünf Grad Celsius wärmer ausfallen, als das Klimamittel.  

Wetter: Ohne Kälte in Sibirien wird es schwer für den Winter in Deutschland

Für kaltes Wetter im Winter in Deutschland spricht aktuell nichts. Das liegt auch am Wetter in Sibirien. Dort war es nämlich so warm wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. „Das ist verdammt gefährlich, denn dort taut nun der Permafrostboden massiv auf und das mit schwerwiegenden Folgen für das weltweite KlimaMethan wird bei dem Auftauvorgang freigesetzt und treibt die Klimaerwärmung noch schneller an. Es entwickelt sich zur Klimakatastrophe im Stillen, abseits vom beherrschenden Thema Corona“, erklärt Jung. Ohne eisiges Wetter in Sibirien schmelzen die Chancen auf Schnee und Eis in Deutschland dahin.

 „Wenn es in Osteuropa schon so warm wird, wird es knapp für den Winter in Deutschland. Er könnte tatsächlich ein Jahrhundertwinter werden, allerdings aus positiver Sicht mit warmen Temperaturen“, so Jung. Auch im Februar sieht das Bild ähnlich aus. Das Wetter wird zwei Grad wärmer als im Klimamittel, der Winter steuert auf einen neuen Rekord zu.

Winter-Wetter in Deutschland: „Einen richtigen Winter werden wir nicht erleben“

„Die Vorhersage passt sehr gut zu den aktuellen Entwicklungen. Weltweit liegen die Temperaturen um 6 Grad über dem Klimamittel, in Sibirien hatten wir im Juni Rekordwerte von 36 Grad Celsius“, ordnet Jung die Langzeitprognose ein. Die Chancen auf viel Schnee sind verschwindend gering, denn auch beim Niederschlag zeigt die Vorhersage ein eindeutiges Bild: Der Winter in Deutschland wird weder zu nass, noch zu trocken. „Einen richtigen Winter mit Schnee und Eis werden wir so nicht erleben“, so Jung. Das sei eine „Schockprognose“ für Deutschland. (Christian Weihrauch)

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau/dpa

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